Hermaringen Kindergarten wird überraschend zum Millionenprojekt

In Hermaringen werden die Kindergartenplätze knapp – und der Bedarf soll aufgrund von geplanten neuen Wohnungen und einem Baugebiet noch weiter steigen.
In Hermaringen werden die Kindergartenplätze knapp – und der Bedarf soll aufgrund von geplanten neuen Wohnungen und einem Baugebiet noch weiter steigen. © Foto: Jennifer Räpple/Archiv
Hermaringen / Brigitte Malisi 24.08.2018
Die Kostenberechnung für den Kindergarten-Neubau sorgt bei den Hermaringer Gemeinderäten für einen Schockmoment.

In Hermaringen werden jetzt schon die Kindergartenplätze knapp. Mit den bereits geplanten neuen Wohnungen und dem Baugebiet im Mühlfeld wird der Bedarf weiter steigen. Es muss also eine Lösung her, darüber sind sich die Gemeinderäte einig. Weil aber nur noch bis September ein Zuschuss aus dem Investitionsprogramm des Bundes zur Kinderbetreuung beantragt werden kann, muss es entsprechend schnell gehen. Der Gemeinderat hat deshalb seine Sommerpause deutlich verkürzt und tagte ein zweites Mal in den Ferien.

Als Planer Roland Hüll nun erstmals Zahlen auf den Tisch legte, waren die Räte regelrecht geschockt: Mehr als eine Million Euro wird der einzügige Kindergarten, samt Außenanlagen und Einrichtung kosten. Dabei betonte Hüll, dass man keineswegs eine Luxusausführung geplant habe. Bestimmte Dinge, wie beispielsweise Raumgrößen, würde aber der Kommunalverband für Jugend und Soziales vorgeben, der sonst keine Betriebserlaubnis erteile.

Keine Luxusausführung

Die Schrecksekunde der Räte hatte auch Bürgermeister Jürgen Mailänder registriert: „Schock verdaut?“, fragte er ehe man in die Diskussion einstieg. „Ich bin überrascht über die Kosten“, meinte Martin Gansloser (UBV), man habe doch von einer einfachen Lösung gesprochen. Jetzt sei zu befürchten, dass man mit den Kosten am Ende leicht bei 1,3 Millionen stehe.

Er könne sich nicht erinnern, dass man schon mal einem Bauwerk zugestimmt habe, von dem man noch nicht wisse, wie man das überhaupt finanziert, merkte Hans Dieter Diebold (WDA) an. Dem stimmte auch Silke Hanak (UBV) zu: „Ein Millionenprojekt aus dem Hut zaubern, da tu ich mir schwer“.

Gelassener sah Stefan Czichon (WDA) die Lage. Dann müsse man eben den Neubau der Brenzbrücke verschieben, die mit einer Beschränkung auf 3,5 Tonnen auch noch die nächsten zehn Jahre halten würde. Das Geld gebe er lieber für Hermaringer Kinder aus.

„Ich habe auch nicht damit gerechnet, dass wir nochmal einen Kindergarten bauen müssen“, sagte Mailänder, aber es sei ja erfreulich, dass junge Familien nach Hermaringen kommen. Die Jahresabschlüsse der Gemeinde sähen außerdem ganz gut aus und er hoffe darauf, dass man für das Projekt Zuschüsse von 350 000 bis 450 000 Euro erhalten werde.

Frage nach dem Standort

der Baukosten wurde die Frage des Standorts des neuen Kindergartengebäudes fast zur Nebensache. Soll das Gebäude näher an die Schule, oder besser an die Straße am Schwalbenrain gerückt werden? Kindergartenleiterin Claudia Hangleiter und Schulleiterin Cornelia Härtner hatten sich in Vorgesprächen beide für den Standort an der Straße ausgesprochen. Bei den Gemeinderäten waren die Ansichten geteilt.

Man überlegte, welcher Standort kostengünstiger zu verwirklichen wäre, wo geparkt werden könnte und wo die Spielfläche besser zu nutzen wäre. Eindeutige Vorteile für den einen oder anderen Standort ließen sich nicht wirklich ausmachen – es war letztendlich Ansichtssache. Mit knapper Mehrheit entschied man sich für den Standort direkt am Schwalbenrain.

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