Herbrechtingen Trotz Verbots 284 Fahrzeuge auf der Anliegerstraße

Die Ansage ist eigentlich klar genug. Nur die Anlieger der Ziegelei dürfen die Hermaringer Steige nutzen. Sie ist nicht als Abkürzung zur Autobahn gedacht. Und auch nicht als Durchfahrt zum neuen Industriepark A7.
Die Ansage ist eigentlich klar genug. Nur die Anlieger der Ziegelei dürfen die Hermaringer Steige nutzen. Sie ist nicht als Abkürzung zur Autobahn gedacht. Und auch nicht als Durchfahrt zum neuen Industriepark A7. © Foto: Markus Brandhuber
Herbrechtingen / Günter Trittner 27.07.2018
Aufzeichnungen mit einer Wildkamera legen nahe, dass die Hermaringer Steige und die Schillerstraße als Abkürzung zur Autobahn genutzt werden.

Nicht sehr viele Menschen wohnen auf der Ziegelei. Aber sie werden anscheinend häufig „besucht“. Am Freitag vergangener Woche hat ein Anlieger (Name der Redaktion bekannt) seine Wildkamera aufgestellt. 284 Fahrzeuge hat sie festgehalten. An einem Tag im Juni waren es gar 312 gewesen. Dabei reagiert diese Kamera eher träge. Wer schnell fährt entkommt dem Blitz.

Nicht dass es dem Anlieger darum geht, jemanden anzuzeigen. Er möchte nur, dass offenkundig wird, wie diese schmale, an den Banketten brüchige und teils auch unübersichtliche Gemeindeverbindungsstraße als Abkürzung zur Autobahn missbraucht wird. Besonders im Berufsverkehr sagt der Anlieger sei die Hermaringer Steige gut befahren.

Dabei ist diese als Anliegerstraße ausgewiesen und gerade nicht zur Durchfahrt vorgesehen. Nicht anders verhält es sich mit der Schillerstraße, die ab dem Wohngebiet Kirchhöfle im Parallelschwung mit der Hermaringer Steige zur Ziegelei führt. „Aber das interessiert keinen.“

Solches Desinteresse spürt der Anlieger nicht nur bei den Autofahrern, sondern auch bei der Stadtverwaltung, welche die Klagen der Menschen in der Ziegelei nicht recht ernst nehme. Dabei war den Anliegern 2001 schwarz auf weiß versichert worden, dass der Verkehr bei ihnen nicht zunehmen werde.

Diese Aussage findet sich in den Stellungnahmen zum Bebauungsplan des Industrieparks A7, der damals in diesem Jahr rechtskräftig geworden ist. Gemacht hat sie der Zweckverband Industriepark A 7, der von Herbrechtingen und Giengen gemeinsam geführt wird.

Dort ist auch dieser Satz zu finden: „Das geplante Gewerbegebiet wird verkehrsmäßig ausschließlich von der L 1079 über einen Kreisverkehr bei der Autobahnanschlussstelle erschlossen bzw angebunden. Ebenso wird vom Zweckverband zugesichert, dass die von Herbrechtingen zur Ziegelei führende Gemeindeverbindungsstraße unverändert bleibe. „Geeignete Maßnahmen, die eine Verkehrsanbindung zum Gewerbegebiet verhindern, werden derzeit von der Verwaltung geprüft.“

Aus Sicht der Anlieger der Ziegelei handelt der Zweckverband nun genau entgegengesetzt zu den gemachten Zusagen, wenn er wie geplant diesen Gemeindeverbindungsweg durch die Entschärfung einer Kurve ertüchtigen will. Die Folge seien nicht weniger, sondern mehr Verkehr. Und noch einen Hinweise möchte der Anlieger geben: Just an dieser Kurve liege das Naturschutzgebiet Ziegeleisee.

Insgesamt möchte der Zweckverband die Straße auf eine Länge von 150 Meter sanieren. Lediglich der Kurvenbereich wird über 25 Meter aufgeweitet.

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