Kreis Heidenheim Trotz steigender Zahlen noch über 1000 freie Lehrstellen

Bereits im fünften Jahr hintereinander kann das regionale Handwerk seine Auszubildendenzahlen zwischen Alb und Bodensee steigern.
Bereits im fünften Jahr hintereinander kann das regionale Handwerk seine Auszubildendenzahlen zwischen Alb und Bodensee steigern. © Foto: hwk
Kreis Heidenheim / HZ 10.09.2018
Bis Ende August 2018 haben sich 2736 junge Menschen im Gebiet der Handwerkskammer Ulm für eine Ausbildung im Handwerk entschieden. Dennoch sind 1098 Plätze unbesetzt.

Bis Ende August 2018 haben sich 2736 junge Menschen im Gebiet der Handwerkskammer Ulm für eine Ausbildung im Handwerk entschieden. Das bedeutet erneut ein Plus an neueingetragenen Lehrverträgen von 6,9 Prozent. Zum fünften Mal hintereinander konnte im Bereich der Handwerkskammer Ulm somit ein Zuwachs an neuen Auszubildenden erzielt werden. Dies wird von der Kammer in einer Pressemitteilung als erfreulicher Zwischenstand gewertet.

1098 weitere Ausbildungsplätze in nahezu allen Gewerken und Regionen sind bislang noch unbesetzt und die Betriebe hoffen hier noch auf weitere Bewerber.

„Chancen noch nie so gut“

Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm, verweist auf die Entwicklung der vergangenen Jahre: „Den jungen Menschen werden immer mehr die Chancen eines Handwerksberufs klar, egal auf welcher Schule sie sind. Die Chancen für die Jugendlichen in unseren Betrieben waren noch nie so gut.“

Trotz sinkender Schülerzahlen und gleichbleibendem Drang zu den Hochschulen findet das Handwerk immer mehr Auszubildende. Das Handwerk ist in der Berufsorientierung nah an die Schüler herangerückt, beispielsweise durch Bildungspartnerschaften, Kooperative Berufsorientierung oder durch die Ausbildungsbotschafter. Fachkräfte werden gebraucht. Denn Azubis von heute sind die Gesellen und Fachkräfte von morgen, so die Kammer. Und die Auftragsbücher der regionalen Betriebe sind seit einigen Jahren ungebrochen voll.

Die zwei am stärksten wachsenden Gruppen im Handwerk sind Abiturienten und Flüchtlinge. Knapp 15 Prozent der neu abgeschlossenen Verträge sind Abiturienten, die dieses Jahr die Karrieremöglichkeiten im Handwerk für sich entdeckt haben. Außerdem haben sich 211 geflüchtete Menschen im Kammergebiet neu für eine handwerkliche Ausbildung entschieden; das sind 7,7 Prozent der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge.

Starke Konjunktur

Die regionalen Handwerksbetriebe könnten noch mehr jungen Menschen den Einstieg in eine Karriere im Handwerk durch eine duale Ausbildung bereiten. Insgesamt 1098 Ausbildungsplätze stehen in den Handwerksbetrieben zwischen Ostalb und Bodensee noch frei und zur Vermittlung zur Verfügung. Jugendliche können sich hierauf noch bewerben fürs aktuelle Ausbildungsjahr. „Wir könnten noch mehr. Die Betriebe und die Konjunktur sind stark. Das Handwerk würde gerne noch mehr junge Menschen ausbilden, um die eigene Zukunftsfähigkeit zu sichern und Karrierechancen zu bieten“, so Mehlich. Interessierte können jetzt noch auf die Betriebe oder auf die Handwerkskammer zugehen.

Insbesondere in den Bereichen Anlagenmechaniker Sanitär-Heizung und Klima und Elektro sowie Nahrungsmittel seien noch viele Stellen frei. Gerade im Hinblick auf Eltern, Lehrer und Abiturienten werde die Handwerkskammer ihr Engagement weiter ausbauen und noch erhöhen, um zukünftig weiter steigende Zahlen in den Betrieben zu erreichen.

Mehlich macht angesichts der aktuellen Diskussion um den Fachkräftebedarf und um ein Einwanderungsgesetz deutlich: „Das Azubi-Plus dieses Jahr verdanken wir auch der Integration von Flüchtlingen in die duale Ausbildung.“

Zahlen der Region

Die Anzahl der Ausbildungsverhältnisse zum 31. August 2018:

Gesamt: 2736 neu abgeschlossene Ausbildungsverhältnisse, (plus 6,9 Prozent)

Ostalbkreis: 522 neu abgeschlossene Ausbildungsverhältnisse, (minus 2,2 Prozent)

Landkreis Heidenheim: 184 neu abgeschlossene Ausbildungsverhältnisse, (plus 13,6 Prozent)

Alb-Donau-Kreis: 379 neu abgeschlossene Ausbildungsverhältnisse, (plus 6,4 Prozent)

Stadtkreis Ulm: 274 neue Ausbildungsverhältnisse, (plus 7,4 Prozent)

Freie Stellen im Kreis Heidenheim finden Sie hier.

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