Niederstotzingen Tradition wird wiederbelebt: erstes Kinderfest seit 1969

Kinderfest in Niederstotzingen: Das Bild zeigt, dass ein Festzug am 9. Juni 1930 dazu gehörte. Mit Ausnahme der Feierlichkeiten zu 650 Jahre Stadterhebung 2016 hatte es seit 1969 kein Kinderfest mehr im Ort gegeben. Am Samstag wird die Tradition neu belebt.
Kinderfest in Niederstotzingen: Das Bild zeigt, dass ein Festzug am 9. Juni 1930 dazu gehörte. Mit Ausnahme der Feierlichkeiten zu 650 Jahre Stadterhebung 2016 hatte es seit 1969 kein Kinderfest mehr im Ort gegeben. Am Samstag wird die Tradition neu belebt. © Foto: Privat
Niederstotzingen / Klaus Dammann 04.07.2018
Die Stadt Niederstotzingen will die vor langer Zeit aufgegebene Veranstaltung künftig alle zwei Jahre ausrichten. Los geht es am Samstag.

Die Idee entstand im Zuge der 650-Jahr-Feuer der Stadt 2016: Zu diesen Feierlichkeiten gehörte unter anderem auch ein historisch geprägtes Kinderfest samt Umzug. Das Ganze kam gut an und führte bei der Stadtverwaltung zur Überlegung, in zweijährigem Rhythmus mit den Kindergarten- und Schulkindern zu feiern. Der Start ist für Samstag, 7. Juli, geplant.

Bürgermeister Marcus Bremer nennt seine Gründe für die Pläne: „Ich halte den identitätsstiftenden Charakter eines Kinderfests für sehr wertvoll. Gerade weil wir keine weiterführende Schule mehr vor Ort haben, ist es mir wichtig, dass wir unsere Kinder und ihre Familien an einem Tag zu einem großen Fest zusammenbringen, bei dem die Kinder der Stadt im Vordergrund stehen.“

Nicht nur in Bezug auf die Jubiläumsfeier vor zwei Jahren hat ein Kinderfest in Niederstotzingen aber einen historischen Bezug. Die Veranstaltung selbst weist zum Einen eine lange Geschichte auf und zum Anderen gleichzeitig eine lange Zeit, in der sie nicht stattfand. Wie der Bürgermeister schildert, wurde das bislang letzte reguläre Fest der Jungen und Mädchen am 28. Juni 1969 abgehalten. Und damit habe eine 40 Jahre andauernde Tradition ihr Ende gefunden. Somit ist davon auszugehen, dass in der Stadt Ende der zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts erstmals eine solche Veranstaltung stattfand. Alte Fotos zeigen zumindest einen größeren Festzug im Jahr 1930.

Schulfeste als Ersatz

Was in der Zeit, als es kein Kinderfest mehr gab, im Ort regelmäßig ausgerichtet wurde, waren große Schulfeste für die ganze Bevölkerung. Eines feierte man am 23. Mai 1992 zur Eröffnung des Erweiterungsbaus der Grund- und Hauptschule. Alle zwei Jahre kamen Eltern, Kinder und die anderen Einwohner so zusammen. Die Schulfeste bildeten auch den Abschluss der Projekttage, bei denen sich die Schüler mit den selbst gewählten Themen präsentierten.

Die Organisation für die Neubelebung der Kinderfest-Tradition liege federführend bei der am Ort verbliebenen Grundschule und den beiden in kirchlicher Trägerschaft befindlichen Kindertagesstätten St. Anna und Villa Kaleidos, so Bremer. Unterstützung leiste ein Organisationsteam, dem neben den Leitungen der drei genannten Institutionen auch Vertreter des Musikvereins, des Fördervereins lebenswerte Stadt Niederstotzingen, der Stadtverwaltung, des Vereins Niederstotzinger Kinderbetreuung und der Kirchengemeinden sowie die Elternbeiräte von Schule und Kindergärten angehören.

Geplant ist ein Festzug der Kinder und weiterer Teilnehmer aus den Vereinen, der um 12.30 Uhr an der Bergstraße beginnen soll. Rund 350 Kinder werden im unter dem Motto „Unesco-Welterbe/Steinzeit“ stehenden Umzug dabei sein. Der Umzug führt über die Neuffen- und die Staufenstraße zur Große Gasse, dann die Straße Im Winkel ums Rathaus und wieder die Bergstraße hinauf. Ende soll gegen 14 Uhr auf Höhe der Ballsporthalle und der Schule sein.

Auf dem Schulgelände stehen dann verschiedene Darbietungen auf dem Programm. Von 14.30 bis 16.30 Uhr gibt es eine Spielstraße, die von den Vereinen und Eltern aufgebaut und betreut wird. Musikalisch umrahmt wird das Kinderfest durch den Musikverein Niederstotzingen. Auch für Essen und Trinken wird gesorgt. Das Ende dieses ersten neuen Kinderfests ist auf 20 Uhr angesetzt.

Allerdings gibt es noch einen Faktor, der der Planung für das muntere Geschehen einen Strich durch die Rechnung machen könnte: das Wetter. Aufgrund der nicht als passend eingestuften Kapazität der städtischen Hallen wird das Kinderfest bei schlechtem Wetter ersatzlos entfallen. Die Beurteilung der Wetterprognosen liegt beim Organisationsteam, das sich am Donnerstag vor dem Fest trifft und seine Entscheidung dann bekanntgeben wird.

Wer marschiert mit?

Am Kinderfest-Umzug in Niederstotzingen am kommenden Samstag beteiligen sich nach bisheriger Planung 15 Gruppen. Auf die an erster Position stehende Feuerwehr folgen die Württemberger Ritter mit Pferden. Dahinter marschieren Bürgermeister Marcus Bremer und der Gemeinderat. Die Stadtkapelle leitet die Reihe der weiteren Teilnehmer ein. Dies sind der TSV, die Kinder der Schulklassen 1 und 2 und des Familienzentrums St. Anna, der Radfahrverein, der Gesangverein, die Kinder der Villa Kaleidos und der Schulklassen 3 und 4, die Cheerleader der Sportgemeinschaft sowie abschließend das Rote Kreuz.

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