Bissingen Maschinen-Gemeinschaft Bissingen stellt sich vor

In einer Halle in der Kreuzgasse sind die Maschinen der Maschinengemeinschaft Bissingen untergebracht. Albrecht Eberhardt, der Vorsitzende des Vereins, benutzt häufig die Walze, das blaue Gerät rechts.
In einer Halle in der Kreuzgasse sind die Maschinen der Maschinengemeinschaft Bissingen untergebracht. Albrecht Eberhardt, der Vorsitzende des Vereins, benutzt häufig die Walze, das blaue Gerät rechts. © Foto: Christian Thumm
Bissingen / Elena Kretschmer 22.08.2018
In Bissingen haben sich 18 Landwirte zu einem Verein zusammengetan und Maschinen gekauft, die man nicht täglich braucht. Für sie lohnt sich das Modell, weil alle davon profitieren.

Ein Schneckenkornstreuer, ein Mulchgerät, eine Ackerwalze, ein Maissägerät, eine Wiesenegge, ein Miststreuer, ein Holzspalter und eine Seilwinde: Das sind die Gerätschaften, die die Maschinengemeinschaft Bissingen in ihrer Halle an der Kreuzgasse untergebracht hat. Sie gehören dem Verein, der ein Zusammenschluss von Landwirten ist, die sich ihre Arbeitsgeräte teilen.

„Uns gibt es jetzt schon über zehn Jahre“, sagt der Vereinsvorsitzende Albrecht Eberhardt. Zur Sicherheit blättert der 59-Jährige noch einmal in seinem fein säuberlich angelegten Ordner, und siehe da: Er ist sogar schon 15 Jahre alt. „Gegründet am 24. Januar 2003“, verliest er. Und von Anfang an stand er unter Eberhardts Führung. „Vorher waren wir ein loser Zusammenschluss, aber um die Scheune kaufen zu können, brauchten wir einen Namen. Also wurde der Verein gegründet.“

Das Gebäude hatte man schon immer gemietet, zuerst von der Spar- und Darlehenskasse Bissingen, die dann zur Herbrechtinger Bank wurde und schließlich in die Heidenheimer Volksbank überging. „Als die es dann zum Verkauf angeboten hat, haben wir zugeschlagen“, so Eberhardt.

18 Mitglieder, 36 Nutzer

Derzeit besteht die Maschinengemeinschaft aus 18 Mitgliedern, sieben von ihnen bilden den Ausschuss, der am Ende auch darüber entscheidet, welche Maschinen gekauft werden. Die Zahl der Maschinenbenutzer liegt bei 36. Eberhardt erklärt: „Bei uns können alle Bissinger Grundstücksbesitzer und auch alle Waldbesitzer die Maschinen benutzen.“ Das betont der Vorsitzende wieder und wieder.

Wer sich etwas ausleihen möchte, trägt sich schlichtweg in die Liste in der Maschinenhalle ein: „Welche Maschine man hat, und eine Telefonnummer. Falls jemand kommt und sieht, dass ein Gerät nicht da ist, kann er denjenigen auf der Liste anrufen und fragen, wie lang er's noch braucht.“ Alles ganz pragmatisch.

Für jede Maschine wird eine Benutzungsgebühr erhoben, die sich am Gebührenverzeichnis des Maschinenrings Ulm-Heidenheim orientiert. „Bei der Seilwinde geht das nach Festmetern und beim Holzspalter zum Beispiel nach Tagessätzen. Das ist ganz unterschiedlich.“ Jedenfalls können durch den Obolus, der für die Maschinenbenutzung entrichtet wird, dann wieder neue Maschinen angeschafft werden. „Ganz am Anfang haben die Landwirte die Kosten für die Maschinen untereinander aufgeteilt, aber mittlerweile ist das ein Selbstläufer“, erklärt der Kassierer des Vereins, Harald Rabausch. Zusätzlich bekommt der Verein jedes Jahr einen Zuschuss von der Stadt. Zum einen den für Vereine, und weil viele Waldbesitzer im Verein sind, auch einen Teil der Jagdpacht – rund 1500 Euro im Jahr.

Neue Walze und Wiesenegge

„Für dieses Jahr ist der Bedarf an Maschinen schon gedeckt. Wir haben eine neue Walze und die Wiesenegge gekauft“, sagt Eberhardt. Investitionen, die „noch gehen“. Er zählt auf: „Die Walze hat 12 000 Euro gekostet, die Wiesenegge 3000, der Mulcher so um die 5000, der Schneckenkornstreuer lag vielleicht bei 1000 und das Maissägerät auch.“ Die teuerste Anschaffung sei der Miststreuer mit Breitstreuwerk gewesen: 30 000 Euro. „Das sind alles Geräte, die man nicht allzu oft braucht und darum haben wir uns auch zusammengetan. Wenn sich jeder selber die Maschinen kaufen müsste, wäre das ein Haufen Geld.“ So profitiere jeder davon, und bisher sei man sich beim Ausleihen auch noch nicht in die Quere gekommen.

Gekauft werden die neuen Maschinen übrigens in der Regel beim örtlichen Landmaschinenhändler. Auf die Frage, ob es denn da Rabatt gebe, antwortet Eberhardt schmunzelnd: „Man muss schon verhandeln, aber man einigt sich.“

Neue Mitglieder und Maschinennutzer erwünscht

Etwas Sorge bereitet dem Vorsitzenden Albrecht Eberhardt die Mitgliedersuche. „Da geht's uns wie allen anderen Vereinen. Alle schimpfen, aber keiner macht's . . .“ Er selbst steht nun noch für zwei Jahre an der Spitze. In dieser Zeit will er seinen Hof an seinen Sohn übergeben – wie es viele Vereinsmitglieder tun. „Danach bin ich kein Grundstücksbesitzer mehr und darf auch nicht mehr Mitglied im Verein sein“, erklärt er.

Wer sein Amt dann übernimmt, ist noch ungewiss: „Mal schauen, ob's mein Stellvertreter macht. Aber ich denke schon, dass wir jemanden finden.“ Bei einem Altersdurchschnitt von etwa 40 Jahren sehe es zumindest nicht ganz schlecht aus. Aber das ist Zukunftsmusik für Eberhardt.

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