Versorgung Stromausfall: Eine Stunde lang lief nichts mehr

Ein Blick in den hauseigenen Sicherungskasten half gestern den Königsbronnern nicht weiter. Die Ursache des lästigen Stromausfalls war jedoch nicht hausgemacht.
Ein Blick in den hauseigenen Sicherungskasten half gestern den Königsbronnern nicht weiter. Die Ursache des lästigen Stromausfalls war jedoch nicht hausgemacht. © Foto: djama - Fotolia.com
Königsbronn / gerhard stock 06.09.2013
Keinen guten Start in den Tag hatte am Freitag Königsbronn: Punkt 7.45 Uhr ging in großen Teilen des Ortes die Stromversorgung in die Knie und viele Verbraucher mussten etwa eine Stunde lang ohne die eigentlich unverzichtbare Energie auskommen.

Selbst am östlichen Ortsrand von Itzelberg knickte die Stromversorgung ein, wenn auch nur sehr kurzzeitig. Verblüfft kontrollierten viele Bürger zunächst mal die hauseigenen Sicherungskästen, bis dann klar wurde, dass der Fehler nicht etwa nur hausintern auftrat, sondern flächenhaft nichts mehr ging bei allen strombetriebenen Gerätschaften.

Ob Rathaus, Wohnbezirk Frauental, Netto, Tankstelle – überall waren die Lichter und Apparate ausgegangen und die Menschen hier fanden sich plötzlich vorübergehend in einem Leben ohne Strom wieder. Halten sich die ärgerlichen Auswirkungen in privaten Haushalten noch in Grenzen, macht sich Stromausfall in der Wirtschaft sehr schnell auch finanziell bemerkbar.

Auch bei den Hüttenwerken ging nichts mehr

„Das ist jetzt schon öfter passiert und kostet uns jedesmal gleich 10 000 Euro“, klagt Thomas Maier, bei Königsbronns Traditionsbetrieb SHW-CT für die Instandhaltung zuständig. Auch die Hüttenwerke waren am Freitag vom etwa einstündigen Stromausfall betroffen und mussten damit, so gut es eben ging, zurecht kommen. Schon eine Sekunde reiche, um zum Beispiel Steuerungen zum Abschmieren zu bringen, erläutert Maier. „Wehe uns, wenn das mal beim Gießen passieren sollte“, will sich Maier die Folgen lieber nicht vorstellen.

Das gestrige Stromlos-Szenario in Königsbronn glich dem des Dienstag, 24. Juli 2012, wobei damals gar einige Stunden ohne Vol- und Ampere-Power ausgeharrt werden musste. Als Ursache dafür konnte vor Jahresfrist ein Kurzschluss im Bereich einer 20-Kilovolt-Erdleitung beim Pfeffer eindeutig als Ursache ausgemacht werden.

Der Grund: Tiefbauarbeiten im Gemeindegebiet

Was aber hat zum flächenhaften Stromausfall geführt? Auf unsere Anfrage hin teilte Martin Feldhäuser, Ingenieur im Netzbetrieb bei der ENBW-ODR Ellwangen mit, Grund dafür sei die bei Tiefbauarbeiten in Königsbronn um 7.45 Uhr erfolgte Beschädigung eines 20 000-Volt-Kabels gewesen. 20 von 40 Trafostationen in Königsbronn, also etwa die Hälfte des Versorgungsgebietes in der Gemeinde, seien davon betroffen gewesen.

Die Leitstelle in Ellwangen habe das natürlich sofort mitbekommen und durch Umschaltungen im Netz für Abhilfe gesorgt. Durch dieses „Wegschalten“ des Defekts gewinne man auch die notwendige Zeit für sorgfältige und fachgerechte Reparatur vor Ort. Ab 8.34 Uhr, so Feldhäuser, habe man die meisten Verbraucher in Königsbronn wieder mit Strom versorgen können, den letzten um 9.06 Uhr.