Kreis Heidenheim Ausbau der B 492: Weitere Verzögerungen seien eine „Lachnummer“

© Foto: Markus Brandhuber
Kreis Heidenheim / Günter Trittner 14.03.2018
Bürgermeister Jürgen Mailänder ist erbost über die erneute Verzögerung bei der Sanierung der Bundesstraße zwischen Bergenweiler und Hermaringen.

Für den Hermaringer Bürgermeister ist es eine Lachnummer. „Hoch zehn“, hängte Jürgen Mailänder noch dran, als man am Montag im Kreistag auf die Verzögerungen beim Ausbau der B 492 zu sprechen kam – für den Bürgermeister eine „Bankrott-Erklärung des Straßenbauwesens“.

Erbost war Mailänder, weil nun frühestens ab 2019 das Teilstück zwischen Hermaringen und Bergenweiler saniert wird und erbost auch, weil bis heute seine Gemeinde darüber noch nicht offiziell informiert worden sei. Auf Anfrage der Heidenheimer Zeitung hatte am Donnerstag vergangener Woche das Regierungspräsidium Stuttgart das Frühjahr 2019 als voraussichtlichen Baustart angezeigt und die zeitliche Verzögerung mit den schwierigen Bodenverhältnissen erklärt, welche man bei Bodenproben festgestellt habe.

Der Lückenschluss zwischen Bergenweiler und Hermaringen: Diese Forderung hat seit 2012 wohl bei keiner politischen Diskussion über den Straßenbau im Landkreis gefehlt. Im Frühjahr 2012 war das fünf Kilometer lange erneuerte Teilstück der 492 von Medlingen bis Bergenweiler in Betrieb genommen werden. Für eine durchgehend unbeschwerte Fahrt auf der Bundesstraße stehen seither nur noch die kurvenreichen und gefahrvollen zwei Kilometer von Bergenweiler bis Hermaringen zur Sanierung an: nur ein Lückenschluss also.

Dass es mit diesem schwierig werden könnte, war indes schon früher befürchtet worden. Beim bayerisch-württembergischen Kommunalstammtisch hatten im Oktober 2010 der damalige Landrat Hermann Mader und sein Dillinger Kollege Leo Schrell dem damaligen Regierungspräsidenten Johannes Schmalzl vor Ort um den Lückenschluss gebeten. Es sei „lebenswichtig“, dass dies zeitnah geschehe, hatte Sontheims Bürgermeister Matthias Kraut verdeutlicht.

Ähnlich hatte vor zehn Jahren bereits im Kreistag der Sontheimer SPD-Gemeinderat Willi Häfele gegenüber Landrat Mader argumentiert. Es sei notwendig, die Sache nicht auf die lange Bank zu schieben und erst 2015 damit zu beginnen.

Doch bereits Schmalzl hatte den Schwarzen Peter an Berlin weiter gereicht. Dort wolle man runter vom Schuldenberg und habe deswegen den Straßenbau drastisch eingekürzt. Am Bund als Baulastträger einer Bundesstraße scheint es auch heute noch zu liegen, dass die Lücke in der B 492 noch weiterhin klafft. „Die Bundesmittel sind noch nicht bewilligt“ wusste Kreiskämmerer Roland Fuchs.

„Man muss das wirklich kritisieren“, meinte gestern im Kreistag auch Landrat Thomas Reinhardt, der selbst bis vergangene Woche noch von einem Baubeginn im diesem Jahr ausgegangen war. Er werde mit Regierungspräsident Wolfgang Reimer darüber sprechen. „Dies wird eine Art unendlicher Geschichte.“ Reinhardt verwies aber auch auf die zähen Grundstücksverhandlungen, welche auch zu Verzögerungen geführt hätten. Die 2017 genommen Bodenproben und Feststellungen, dass der Grund torfig ist, sollten die Behörde aber nicht überrascht haben. Denn bereits von Medlingen her kommend hatte sich der Baugrund des Teilstücks bis Bergenweiler als alles andere als einfach dargestellt.

Brückensanierung doch früher?

Wenn es einen kleinen Trost geben kann: Kämmerer Roland Fuchs möchte dem Vorschlag von SPD-Fraktionssprecher Clemens Stahl folgen und prüfen, ob unter diesen Umständen nicht doch die Brenzbrücke bei Bergenweiler noch dieses Jahr saniert werden soll. Auch diese war wegen der B-492-Sanierung auf 2019 verschoben worden. „Wir folgen da ganz dem Wunsch der Standort-Gemeinde“, meinte Fuchs. Seitens der Landkreisverwaltung sei alles vorbereitet, in diesem Jahr beginnen zu können. Die Erneuerung der Brenzbrücke ist auf 800 000 Euro veranschlagt.

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