Atom Störfälle im AKW Gundremmingen hatten Folgen

Das Atomkraftwerk Gundremmingen.
Das Atomkraftwerk Gundremmingen. © Foto: CAtrin Weykopf
Kreis Heidenheim / Catrin Weykopf 30.09.2016
Das Bayerische Umweltministerium bezog Stellung zu zwei Störungen, die 2015 im AKW Gundremmingen auftraten. Nachlässigkeit als Ursache wurde dementiert.

Es waren zwei Zwischenfälle, die im vergangenen Jahr bundesweit Aufmerksamkeit erlangt hatten: Zum einen die ungeplante Schnellabschaltung von Block C des Gundremminger Atomkraftwerks im März 2015, zum anderen der Absturz eines Brennelements beim Umsetzen im Lagerbecken im darauffolgenden November. Im Umweltausschuss des bayerischen Landtags bezog nun ein Sprecher des Umweltministeriums Stellung zu Fragen rund um beide Ereignisse.

Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, wies der Sprecher Vorwürfe zurück, die Ereignisse seien die Folge einer generellen Nachlässigkeit, die sich angesichts des baldigen Ende des Karftwerksbetriebs einstellen würde. Im Gegenteil, so der Sprecher. Beim Absturz des Brennelements handele es sich um ein „einzigartiges“ Ereignis, das zudem Konsequenzen gehabt habe. Beispielsweise sei seither technisch an den Lademaschinen nachgebessert worden und die Brennstäbe würden nun langsamer im Becken umgesetzt.

Auch die von einem Mitarbeiter einer externen Firma verursachte Schnellabschaltung des Reaktors C im März 2015 habe Folgen gehabt, so der Sprecher weiter. So gebe es nun erweiterte Schulungen, veränderte Hinweise und Sicherungsmechanismen, die eine Verwechslung von Armaturen künftig ausschließen sollen. Eine solche Verwechslung hatte zu dem Zwischenfall geführt.

Bei den Parlamentariern von SPD und Grünen riefen die Ausführungen des Ministeriumssprechers scharfe Kritik hervor. Und selbst in den Reihen der CSU habe es Verwunderung gegeben, so die Augsburger Allgemeine.

In seiner nächsten Sitzung am Donnerstag, 20. Oktober, wird sich der Umweltausschuss in München mit der Frage beschäftigen, wie es dazu kommen konnte, dass im April 2016 Computerviren auf einem Rechner im AKW auftauchten.