Steinheim Steinheimer Musikschule: Instrumente lernen wird teurer

Die Beiträge für den Unterricht an der Steinheimer Musikschule sollen erhöht werden, um die Gemeindekasse zu entlasten.
Die Beiträge für den Unterricht an der Steinheimer Musikschule sollen erhöht werden, um die Gemeindekasse zu entlasten. © Foto: Archiv/privat
Steinheim / Patrick Vetter 14.06.2018
Bereits seit vielen Jahren ist die Musikschule ein großer Kostenfaktor für die Gemeinde Steinheim. Höhere Gebühren für Kinder und Erwachsene sollen das nun ändern.

Schon in nichtöffentlicher Sitzung hatte sich der Gemeinderat bezüglich Änderungen in der Schulordnung der Musikschule Steinheim besprochen. In der öffentlichen Sitzung am Dienstag wurden daher nur noch vereinzelt Formulierungen diskutiert, bevor die Vorlage mit den Punkten der neuen Schulordnung einstimmig angenommen wurde.

Größere Uneinigkeit gab es allerdings, was die Schulgebühren anging. Der Abmangel, der für die Gemeinde durch die Musikschule entsteht, war in den vergangenen Jahren immer größer geworden. Für 2017 betrug er rund 263 500 Euro. Es sollte sich etwas ändern: „Die Musikschule hat kein Ausgaben-, sondern ein Einnahmen-Problem“, sagte Bürgermeister Olaf Bernauer.

Zuerst geringe Erhöhung geplant

Schon öfter war das Problem von den Steinheimer Gemeinderäten besprochen und verschiedene Möglichkeiten der Gebührenerhöhungen diskutiert worden. So sollte der Unterricht für Kinder, also der Musikgarten, die Musikalische Früherziehung und die Musikwerkstatt, um zwei Prozent teurer werden und der Unterricht für ältere Schüler und Erwachsene um fünf Prozent. Das Angebot für letztere umfasst die Grundausbildung, das Instrumentenkarussell, das Erlernen eines Instruments im Hauptfach und das Unterrichts-Abo für Erwachsene.

Während sich Gemeinderat Guido Rieberger (CDU) stellvertretend für seine Fraktion für die besprochenen Erhöhungen aussprach, wurde aus anderen Fraktionen der Wunsch auf eine stärkere Erhöhung der Beiträge laut, denn: Auch mit diesen Erhöhungen hätte sich der Abmangel in den nächsten Jahren nicht ausschlaggebend verringert.

Dann wurde stärker erhöht

Jedes Jahr werde darüber diskutiert, so Gottfried Braun (FWV): „Wir haben jetzt bloß nicht den Mut, die Beiträge ausreichend zu erhöhen.“ So sah das auch Thomas Walcher von der Arbeitnehmervereinigung und stellte den Antrag auf stärkere Erhöhung der Beiträge. Die Leistungen für Kinder sollten um 4,6 Prozent teurer werden und die der Erwachsenen um 10,5 Prozent.

Auch Mathias Brodbeck (FWV) sprach sich für höhere Beiträge aus. Der Zuschuss der Gemeinde pro Musikschüler läge mit über 600 Euro jährlich deutlich über dem, was andere Gemeinden leisteten. Der Leiter der Musikschule, Günter Flumm, gab zu bedenken, dass letztendlich der Wunsch der Eltern entscheidend sei, da diese sonst andere Angebote wahrnehmen würden. „Wir wollen das Angebot für die Jüngsten attraktiv halten“, erklärte Flumm.

„Zukunftsfähige Entscheidung“

Trotz dieses Einwurfs wurde der Antrag von Walcher mit 16 zu zehn Stimmen angenommen. Das sei laut Christoph Müller (FWV) die einzige zukunftsfähige Entscheidung, da man sonst jedes Jahr erhöhen müsste. „Sonst wirft man uns noch Salamitaktik vor“, so der Gemeinderat.

Der Gemeinderat stimmte der Erhöhung mit 18 zu sieben Stimmen zu. Neben den knapp 5 Prozent für Kinder und 10 Prozent für ältere Schüler wird die Gebühr des Ensembles pauschal von elf auf 13 Euro pro Monat erhöht. Für externe Schüler wird es noch teurer – zusätzlich zu den beschlossenen Aufschlägen werden ihre Beiträge in den nächsten drei Jahren nochmal jährlich um fünf Prozent erhöht. In einem Jahr soll erneut diskutiert werden.

Das sind die Kosten:

Der Musikgarten kostet pro Kind und Monat 21 Euro ab dem nächsten Jahr. Die musikalische Früherziehung und die Musikwerkstatt bringen 25 Euro an kosten mit sich. Einzelunterricht an einem Instrument kostet für junge Schüler mindestens 42 Euro pro Monat, während Erwachsene 90 Euro für drei Einheiten im Monat bezahlen.

Instrumente: Jedes Kind sollte vor dem Beginn des Unterrichts ein eignes Instrument haben. Instrumente können von der Musikschule oder vom Förderverein für ein Jahr ausgeliehen werden. In Ausnahmefällen länger.

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