Steinheim/Stuttgart Steinheimer gründet Start-Up: Portugal aus der Box

Steinheim/Stuttgart / Mathias Ostertag 02.03.2018
Der frühere Steinheimer Jochen Göser hat mit zwei Freunden ein Start-up gegründet, das den Deutschen das Land Portugal, vor allem aber die portugiesische Küche näherbringen will.

Die Sonne Portugals per Box ins eigene Wohnzimmer: dank Jochen Göser und seinen zwei Mitstreitern kein Ding der Unmöglichkeit mehr. Denn für den bekennenden Portugal-Fan Göser war es schon bisher fast ein Unding, dass noch niemand die Idee aufgegriffen hatte, den Deutschen die Küche Portugals schmackhaft zu machen.

Denn selbige habe „wahnsinnig gutes Essen zu bieten“ – und müsse sich nicht vor kulinarischen Genüssen aus Italien oder Frankreich verstecken.

Darum gibt es nun seit einigen Wochen „Portugal Organics“ – einen Online-Versandhandel für nachhaltige Produkte aus dem Land auf der iberischen Halbinsel. Gegründet hat der vierfache Familienvater Göser, der in Steinheim aufgewachsen ist und mit seiner Familie im Raum Stuttgart lebt, das Start-up gemeinsam mit seinen Geschäftspartnern Antonio Ferreira und Markus Zahn.

Besondere Beziehung zum Land

Jeder der drei bringt dabei eine besondere Beziehung zu dem Land mit: Ferreira, der einst in der Werbebranche tätig war, um sich dann vor zehn Jahren mit dem Umbau eines alten Bauerndorfs im Südwesten von Portugal zu einem sogenannten „Eco-Tourism-Village“ (Aldeia da Pedralva) einen Traum zu erfüllen. Und Markus Zahn ist allein von Berufs wegen ein ausgezeichneter Kenner des Landes: Als Geschäftsführer des Reiseveranstalters „Olimar“ kennt er Portugal quasi wie seine Westentasche. Und natürlich Jochen Göser selbst, der schon als kleines Kind die Familienurlaube in dem Land genoss und, wie er selbst sagt, „das portugiesische Gen“ von Kindesbeinen an in sich trägt.

Er schätze das Land, die Leute und das Essen sehr, sagt er. „Mich spornt es an, die relativ unbekannte Küche Portugals den Deutschen näher zu bringen“, sagt er.

Und so nutzte Göser einen Portugal-Urlaub, um Antonio Ferreira zu treffen und ihn von der Idee eines Versandhandels hochwertiger portugiesischer Waren zu überzeugen. Mit Erfolg: Die Chemie stimmte sofort. Und da der Portugiese bereits in Kontakt stand zu nachhaltig arbeitenden Manufakturen, gestaltete sich die Zusammenstellung der Produkte als nicht sonderlich schwierig.

Die Symbiose mit einem Ansprechpartner vor Ort (Ferreira), einem weiteren Verantwortlichen mit großem Kundenstamm (Zahn) und einem Experten in den Bereichen IT und Marketing (Göser) sei perfekt, sagt Jochen Göser. „Klar, zunächst einmal ist es ein Liebhaber-Projekt. Ich denke aber, dass es auf lange Sicht eine Win-win-Situation für alle Beteiligten ist: Die kleinen Manufakturen finden in Deutschland einen Markt, auf dem sie ihre hochwertigen Produkte verkaufen können. Und die Kunden hier in Deutschland können Lebensmittel aus Portugal probieren – und wenn es ihnen schmeckt, beim nächsten Mal einfach wieder bestellen.“

Box-Konzept gestartet

Das Ganze funktioniert dabei nach einem Box-Konzept. In die „Portugal Organics Box“, mit der das Start-up im Weihnachtsgeschäft zunächst mit 500 Karton-Boxen startete, wurden eine Flasche Olivenöl, Salz, ein Kompott aus Feigen und eine Crème aus Johannisbrot, ein Rotwein und Gorreana-Tee von den Azoren gepackt.

Zwischenzeitlich waren alle Boxen über den Internetshop (www.portugalorganics.de) verkauft und ausgeliefert worden, inzwischen sind sie aber wieder lieferbar. Außerdem machen sich die „Portugal Organics“-Gründer nun Gedanken, was man alternativ zu der Lebensmittel-Box anbieten könnte. „In Portugal gibt es viele tolle Dinge aus Kork, auch Seifen sind etwas Besonderes“, sagt Jochen Göser.

Generell wolle man immer wieder neue Boxen auf den Markt bringen, um auf lange Sicht einen digitalen Marktplatz für eine große Bandbreite an nachhaltig produzierten Produkte aus Portugal zu schaffen. „Das müssen dann auch nicht nur Lebensmittel sein“, sagt sie. Nachjustieren müsse man aber vor allem noch im Bereich der Logistik, da in diesem Bereich keiner der Firmengründer Kompetenzen besitze.

Mit „Portugal Organics“ wolle man nicht nur Privatkunden ansprechen, sondern die Boxen auch an Geschäftsleute verkaufen, die dann vielleicht auch größere Aufträge erteilen würden. „Aber das sind Zukunftsvisionen. Wir freuen uns, dass das Geschäft schon ganz gut angelaufen ist“, so Göser.

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