Tiere Steinheimer Dorf-Fuchs beißt alle Hühner tot

Nicht die Gans gestohlen sondern Legehennen hat ein Fuchs totgebissen. Ziemlich sicher fühlt sich in der Ortsmitte von Alt-Steinheim ein Fuchs, weil es genug zu fressen gibt – auf dem einen oder anderen Komposthaufen oder in Gelben Säcken.
Nicht die Gans gestohlen sondern Legehennen hat ein Fuchs totgebissen. Ziemlich sicher fühlt sich in der Ortsmitte von Alt-Steinheim ein Fuchs, weil es genug zu fressen gibt – auf dem einen oder anderen Komposthaufen oder in Gelben Säcken. © Foto: Symbolfoto: Siegel
Steinheim / Klaus-Dieter Kirschner 27.05.2013
Lebensmittel im Garten, auf dem Komposthaufen oder in Gelben Säcken locken ihn an. Dann kommt er und haut sich die Wampe voll. Am Freitagabend hatte der Steinheimer Fuchs offenbar aber auch noch Appetit auf Frischfleisch. An der Hegelstraße hat er in einen Hühnerstall sämtliches Federvieh totgebissen.

Er hat sich an die Menschen längst gewöhnt und vermutlich irgendwo in der Dorfmitte ein Qurtier bezogen - die Rede ist vom Steinheimer Fuchs. Zuletzt gesehen wurde er am Sonntag, als er am frühen Nachmittag trotz des strömenden Regens auf einer Terrasse an der Mörikestraße erschien und neugierig durch die Glasscheibe in eine Wohnung schaute.

Doch: Das Tier ist für manche inzwischen ein richtiges Ärgernis. Tagsüber kommt es schon mal vor, dass er auf der Forststraße oder auf der Hirschstraße spazierengeht und nur wenig Scheu erkennen lässt. An der Ostheimer Straße wurden wiederholt Gelbe Säcke zerlegt, in denen sich Essensreste befanden. Im Rathaus gibt man dazu den guten Rat, solche Gelbe Säcke nicht schon am Abend vor der Abfuhr hinaus zu legen sondern erst kurz, bevor das Müllauto kommt.

Hennen erbeutet: Ein Nachbar bekam die Attacke mit

Doch am Freitag gab sich der Fuchs nicht mehr damit zufrieden, Essensreste aus Plastikverackungen zu wühlen. Zwischen 19 und 20 Uhr drang er an der Hegelstraße in eine rundum mit Maschendraht verschlossene Voliere ein und biss die Legehennen tot. Ein Nachbar bekam die Attacke aufgrund des Gekreisches zufällig mit, konnte aber wegen der größeren Entfernung nicht eingreifen. Der Fuchs hatte eine Lücke in der Abdeckung des Hühnerstalls genutzt, um hindurch ins Innere des Stalls zu schlüpfen. Etwas mehr als eine Stunde später war Meister Reinecke gleich noch einmal zur Stelle, trollte sich aber.

Unliebsamer Dorfbewohner: Es gibt immer wieder Klagen

Klagen über den Fuchs würden immer wieder im Rathaus vorgebracht, sagt Hauptamtsleiterin Carmen Schweinstetter. Oft sei er zwischen Königsbronner und Bartholomäer Straße unterwegs. Unklar sei allerdings, wo er haust und ob dazu vielleicht eine „Familie“ gehört.

Forstdirektorin Dr. Mechthild Freist-Dorr vermutet, dass der Fuchs im Dorf genug Unterschlupfmöglichkeiten habe. Im Ort ruhe die Jagd, weil das Dorf als „befriedeter Bereich“ gelte. Füchse seien dort ziemlich sicher und könnten gut leben, weil Menschen Katzenfutter hinausstellen oder Reste von Lebensmitteln auf Komposthaufen entsorgen. Üblicherweise mache der Fuchs aber Beute. Insofern sei zu vermuten, dass der Angriff auf die Legehennen anders verlief, als er sich das vorgestellt hatte. Normalerweise würde ein Fuchs so ein Huhn schlagen, mit diesem abhauen und es in aller Ruhe in seinem Bau auffressen bzw. mit den Jungfüchsen teilen. Aber offensichtlich war das Schlupfloch zu eng, um mit der Beute zu entkommen.

Vertreiben ist erlaubt - jagen nicht

„Jagd kann auf den Fuchs nicht gemacht werden,“ sagt Dr. Freist-Dorr weiter. Vertreiben könne man ihn allenfalls, in dem man nichts mehr hinlegt, das ihm als Futter dienen kann. Es bliebe noch die Lebendfalle, doch dazu habe allenfalls ein Jäger die Berechtigung. Sorgen im Hinblick auf die Tollwut brauche man sich indes nicht machen. Seit Jahren gab es in Baden-Württemberg keinen Fall von Tollwut bei Füchsen mehr.

Aktuell herrscht ohnehin allerdings Schonzeit. Bis August dürfen gemäß des Landesjagdgesetzes keine Füchse zur Strecke gebracht werden, da unklar sei, ob es sich um ein Muttertier handelt, das Junge aufzuziehen hat, ergänzte auf Anfrage Helga Wintergerst, die seit vielen vielen Jahren als Jägerin und Hegerin unterwegs ist.