Steinheim Trotz Regens: Über 1200 Besucher beim Klosterhoffest

Steinheim / Klaus-Dieter Kirschner 03.10.2018
Trotz anfänglichen Nieselregens strömten die Gäste gestern zur Traditionsveranstaltung nach Steinheim. In der alten Backstube herrschte Rund-um-die-Uhr-Schicht.

Am Morgen des Nationalfeiertags waren zunächst die Gesichter bei den Veranstaltern lang: Der Regen tropfte von den Zeltplanen und der große Schornstein der Backstube der einstigen Augustiner-Chorherren schickte dicke Qualmwolken in die Höhe. Kommen diesmal weniger Gäste zum großen Fest?

Am Dienstag seit 3 Uhr in der Nacht waren rund um die Uhr über 500 Laib Bauernbrot gebacken worden. Gestern Nachmittag um 15 Uhr meldeten die Verkäufer das Brot als ausverkauft. Wieder gab es lange Gesichter – diesmal bei den Festbesuchern.

Dass es am Ende deutlich über 1200 Gäste waren, freute den Vorsitzenden des Heimatvereins, Rudolf Maier, sehr: „Ein tolles Fest und so viele Leute.“ Das Klosterhoffest, einst von Heinz Krause ins Leben gerufen, erfreut sich unverändert großer Attraktivität. Sogar Giengens Oberbürgermeister Dieter Henle schaute vorbei. Aber auch Olaf Bernauer und Holger Weise, die nächsten Sonntag zur Wahl als Gemeindeoberhaupt stehen, mischten sich unters Volk.

Viele fleißige Helfer

Etwa 90 Personen stellten sich als Helfer freiwillig in den Dienst des Heimatvereins. An den T-Shirts erkannte man viele fleißige Leute auch aus den Reihen des Musikvereins und des Sängerkranzes. Der Heimatverein landete mit dem Fest abermals einen Volltreffer. Das fand auch Vize-Bürgermeister Walter Kraft, der seitens der Gemeinde die Grüße überbrachte und die kaum bezahlbaren Aktivitäten des Heimatvereins rühmte. Vorsitzender Rudolf Maier dankte für viele gespendete Kuchen und lobte die Köche und die Bierzapfer und die Helfer, die altes Handwerk und Brauchtum am Backofen, am Spinnrad, am Webstuhl und in der Schmiede für Stunden zum Leben erweckten.

Es gab schwäbische und donauschwäbische Gerichte. Die musikalische Unterhaltung war in guten Händen beim Harmonikaspielring Schnaitheim und bei den Musikern der Söhnstetter Philister-Seniorenkapelle. Dank der Unterstützung durch Bärbel Krause vom Naturtheater konnte Emil Maier in der Heimatstube junge und ältere Festbesucher in Kleidern aus längst vergangenen Tagen fotografieren.

Als nachmittags zeitweise die Sonne schien, wurde rund um den Brunnen im Klosterhof fröhlich auf Biergarnituren weiter gefeiert. Winterkleidung half gegen die Herbstkälte. Die Kräfte der Rotkreuz-Bereitschaft waren den ganzen Mittwoch im Einsatz, brauchten sich aber nicht um wirkliche Ernstfälle zu kümmern.

Das Kloster Steinheim

Als Chorherrenstift der Augustiner wurde die Anlage auf dem Steinhirt bei Steinheim im späten zwölften Jahrhundert gegründet. Witegowo der Ältere von Albeck und sein Bruder Berenger gelten als die Gründer. Im 13. Jahrhundert folgte ein Wechsel der Vogteirechte von den Herren von Albeck an die Grafen von Helfenstein, was den weiteren Ausbau des Stifts behinderte. 1302 wurde es von Graf Ulrich III. von Helfenstein an König Albrecht verkauft. Dieser nutzte den Besitz zur Ausstattung seiner Gründung Königsbronn. Das Augustiner-Chorherrenstift auf dem Steinhirt wurde aufgegeben. Übrig geblieben ist nur der Klosterhof. Seit 1980 befindet sich hier in einem Gebäude aus dem Jahr 1648 die Heimatstube der Gemeinde Steinheim am Albuch mit verschiedenen Museumsräumen sowie Werkstätten alter Handwerke.

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