Energie Startschuss für Solarpark in Ochsenberg

Thorsten Jörß von der ENBW (links) und Frank Reitmajer von der Netzgesellschaft Ostwürttemberg (rechts) stellten im Königsbronner Gemeinderat den Solarpark in Ochsenberg vor.
Thorsten Jörß von der ENBW (links) und Frank Reitmajer von der Netzgesellschaft Ostwürttemberg (rechts) stellten im Königsbronner Gemeinderat den Solarpark in Ochsenberg vor. © Foto: Foto: Holger Scheerer
Königsbronn / Holger Scheerer 21.02.2014
„Jetzt geht's wirklich los“, verkündete Thorsten Jörß von der EnBW am Donnerstagabend im Gemeinderat, wo er gemeinsam mit seinem Kollegen Frank Reitmajer vom Tochterunternehmen Ostwürttembergische Netzgesellschaft das Projekt Solarpark in Ochsenberg vorstellte.

Allen Beteiligten war die Erleichterung sichtlich anzumerken, dass nunmehr nach vier Jahren Vorarbeiten die eigentlichen Bauarbeiten in Gang gekommen sind. Projektleiter Thorsten Jörß von der EnBW und sein Kollege Frank Reitmajer erläuterten die weitere Planung für den Solarpark: Eine Fläche von rund 19 Hektar auf dem Gelände des ehemaligen Munitionsdepots in Ochsenberg werde derzeit gerodet. In einem zweiten Schritt sollen die Wurzeln abgefräst werden. Dann werde die Fläche planiert. Gegen Ende kommender Woche sollen diese Arbeiten bereits abgeschlossen sein.

Mit diesen Schritten hat die EnBW begonnen, in Ochsenberg den derzeit größten Solarpark in Baden-Württemberg zu errichten. Wenn die Anlage Ende Mai in Betrieb geht, wird sie über eine Nennleistung von rund zehn Megawatt verfügen. Damit kann der jährliche Strombedarf von 3000 Haushalten gedeckt werden. Zudem wird so ein CO 2-Ausstoß von rund 7000 Tonnen pro Jahr vermieden.

In einem zweiten Arbeitsschritt wird das 19,21 Hektar große Grundstück mit einem Zaun eingefasst. Ende März, Anfang April wird mit der Errichtung der Unterkonstruktion begonnen. Darauf sollen dann 40 000 Module mit 250 Watt angebracht werden. Zusammengeschaltet werden diese mit rund 200 Wechselrichtern mit je 27,6 Kilowatt. Eine drei Kilometer lange Netztrasse sorgt dann dafür, dass der Strom ins Umspannwerk Aufhausen eingespeist werden kann. Dies soll dem aktuellen Fahrplan zufolge spätestens Ende Mai fertiggestellt sein.

Das Kostenvolumen des Solarparks beläuft sich auf etwa 11 Millionen Euro. Bürgermeister Michael Stütz stellte in der Gemeinderatssitzung dar, dass die Projektfinanzierung komplett in den Händen regionaler Banken liegt.

Die Finanzierung der Anlage hatte allen Beteiligten bis zuletzt einiges an Kopfzerbrechen bereitet, da sich die politischen Rahmenbedingungen im Laufe der letzten vier Jahre für die Photovoltaik verschlechtert hatten. So beläuft sich die aktuelle Einspeisevergütung auf nur noch rund 9 Cent/kwh. Und ist somit in den vier Jahren, in denen man sich in Königsbronn bereits mit dem Projekt beschäftigt, nach Angaben von Jörß um rund 60 Prozent gesunken.

Noch nicht ganz klar ist die Frage der Bürgerbeteiligung, obwohl die Gemeindeverwaltung einem Projekt Bürgergenossenschaft positiv gegenübersteht. In den nächsten Tagen soll deshalb zu einer Bürgerversammlung eingeladen werden. Damit soll herausgefunden werden, wie stark überhaupt das Interesse in der Bevölkerung an einer Beteiligung am Solarpark ist. Projektleiter Jörß hat sich jedenfalls bereit erklärt, im Rahmen einer solchen Veranstaltung über verschiedene Bürgerbeteiligungsmodelle zu informieren. Vor allem wird er dann auch etwas zur Rendite sagen können, die von einer solchen Investition erwartet werden kann.

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