Kreis Heidenheim Stadtrat fordert Landschaft zu erhalten

Kreis Heidenheim / HZ 09.08.2018
SPD-Stadtrat Ehlers bittet, Ausweisungen von Gewerbegiebten gründlicher zu bedenken.

Ein neues Gewerbegebiet am Rinderberg bei Nattheim, eine neues gemeinsames Gewerbegebiet von Königsbronn und Heidenheim, ein neues Gewerbegebiet von Giengen an der A 7: der Herbrechtinger SPD-Stadtrat Jörg Ehlers konstatiert, dass deren Ausweisung offenkundig auf breite Zustimmung zu stößt.

Er sieht freilich auch ein durchgängiges Verfahrensmuster, das zu diesem Ergebnis führt. „Die Entscheidungsträger stellen die Projekte als alternativlos dar. Der Gemeinderat von Hermaringen ist für Ehlers eine löbliche Ausnahme.

Kritikern nehme man den Wind aus den Segeln

Dieser hat vor wenigen Tagen die Umwandlung von Ackerland in Gewerbeflächen für einen weiteren Industriepark von Giengen an der A7 abgelehnt.

Sonst, so Ehlers versuche man Kritikern mit dem Arbeitsplatzjoker den Wind aus den Segeln zu nehmen. „Wenn das bei hartnäckigen Gegnern nicht zu helfen scheint, dann müssten Kindergartenplätze als herhalten, die angeblich nur durch Flächenfraß finanziert werden können.“

Sachlichkeit geboten

Ehlers bittet um eine sachliche Betrachtung der Problematik. Wer gegen Flächenfraß sei, sei nicht gegen Arbeitsplätze, sondern gegen Flächenfraß.

Für den SPD-Stadtrat sollte man im Vorfeld einige grundsätzliche Punkte stärker gewichten wie etwa das Verhältnis von verbrauchtem Ackerland zu neuen Arbeitsplätzen. Zudem sollte man prüfen, ob es realistischen Alternativen gibt, um Arbeitsplätze zu generieren und ob es öde und karge Flächen vorhanden, die besser für ein Gewerbegebiet taugten. „Stattdessen hat man den Eindruck, dass in vorauseilendem Gehorsam entschieden wird, ohne auch nur ansatzweise an dem bestehenden Zielkonflikt zwischen Ökologie und Ökonomie zu leiden.“

Ausgleichsflächen sind für Ehlers Augenwischerei, weil sich die Erde nicht vermehren lässt. „Letztlich leben wir langfristig von der grünen Erde.“ Vielleicht, so der Genosse, bewirke die momentane Dürre, dass mehr Menschen sensibilisiert würden. „Wem der abgeholzte Regenwald und die sich ausbreitenden Wüsten weltweit nicht egal sind, dem wird es auch nicht gleichgültig sein, wie sich die heimatliche Landschaft verändert. Diese zu erhalten, sind wir auch den Kindern schuldig.“

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