Herbrechtingen Stadträte wünschen Druckknopfampel

Wird von Eltern und den Stadträtin als kritisch eingeschätzt: die große Kreuzung in Bolheim.
Wird von Eltern und den Stadträtin als kritisch eingeschätzt: die große Kreuzung in Bolheim. © Foto: Markus Brandhuber
Herbrechtingen / Günter Trittner 08.06.2018
Eine Bolheimer Bürgerin überzeugt den Gemeinderat. Dieser will sich jetzt beim Landratsamt für eine Querungshilfe an der viel befahrenden Heidenheimer Straße einsetzen

Vor wenigen Tagen war ihr kleiner Sohn hier angefahren worden, bei der Bürgerfragestunde des Gemeinderats fasste Sonja Aumüller Mut und sprach die Stadträte direkt an: Ohne Querungshilfe sei der Kreuzungsbereich von Heidenheimer Straße, Zoeppritzstraße und Wedelstraße einfach gefährlich. „Wann passiert hier etwas?“

Landratsamt lehnt ab

Zum Vergleich verwies Aumüller auf die Lange Straße in Herbrechtingen: Diese sei eine Tempo-30-Zone, und es gebe Fußgängerüberwege. Im Wissen darum, dass die Durchfahrt von Bolheim eine Landesstraße ist, war Aumüller bereits vorab beim Landratsamt vorstellig geworden. Hier hatte sie das zu hören bekommen, was auch den Herbrechtinger Räten bereits von früheren Anfragen geläufig war: Es fließt nicht genug Verkehr, um eine Ampel zu rechtfertigen. „Wir haben da so gut wie keinen Einfluss“, meinte Peter Koptisch, der bei dieser Sitzung Bürgermeister Dr. Bernd Sipple vertrat.

Druck aufbauen

Doch die Stimmung in der Runde war nicht danach, der betroffenen Mutter nur weiteren Kanzleitrost zu spenden. Man müsse Druck auf das Landratsamt machen, zeigte Martin Müller, der Sprecher der Freien Wähler, die Marschrichtung an. Der Bolheimer wusste aus eigener Anschauung zu berichten, wie schwer sich Kinder und auch Senioren aus dem Awo-Altenheim tun, die Heidenheimer Straße zu überqueren. „Da verpassen Kinder den Bus, weil sie einfach nicht rüberkommen.“

Es zählen die Fußgänger

Stadtrat Michael Lehmann (CDU) appellierte an die Kreisverwaltung, nicht nur nach den Autos zu schauen. „Es kommt doch auf die Fußgänger an.“ „Nicht die Autos zählen, es zählen die Menschen, die rüber wollen“, assistierte Stadtrat Hermann Mader (Freie Wähler). Und noch ein Argument brachte Lehmann ein: Gerade wenn man als Stadt mit Familienfreundlichkeit werbe, müsse man die Probleme von Kindern und Senioren angehen.

Noch mehr Lkw-Verkehr

Stadtrat Peter Aufleger verwies darauf, dass Netto seinen Logistikstützpunkt bei Dettingen ausbaue. „Es fahren also noch mehr Lkw durch den Ort.“ Und es wohnen in Bolheim heute mehr Familien mit Kindern verwies Koptisch auf das Baugebiet Zoeppritz. Stadträtin Verena Leibersberger (Freie Wähler) mahnte zur Eile. Es müsse nicht noch ein weiteres Unglück geschehen. Martin Müller stellte schließlich den Antrag, beim Landkreis nachzuhaken. Dieser wurde einstimmig angenommen. Am liebsten wäre Koptisch eine Druckknopfampel.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel