Neresheim SRH-Krankenhaus: Anfang 2019 ist Einweihung

Das SRH-Fachkrankenhaus in Neresheim.
Das SRH-Fachkrankenhaus in Neresheim. © Foto: Viktor Turad
Neresheim / Viktor Turad 04.12.2018
Die erweiterte Intensivstation geht bereits nach und nach in Betrieb. Die restlichen Umbauten an der Fachklinik sollen im ersten Halbjahr 2019 fertiggestellt sein.

Nach gut einem Jahr Bauzeit kann nun nach und nach am Neresheimer Fachkrankenhaus der Stiftung Rehabilitation Heidelberg (SRH) die erweiterte Intensivstation belegt werden. Damit wird der neue, für rund 6,5 Millionen Euro erstellte sechsstöckige Anbau in Betrieb genommen.

Das ist nicht nur für die Patienten gut, sondern auch für die bislang rund 180 Mitarbeiter: Sie haben künftig mehr Platz und damit buchstäblich mehr Luft zum Atmen. Der Einzugsbereich des Fachkrankenhauses umfasst im Westen große Teile von Baden-Württemberg und im Osten einen Teil des Ries bis in die Augsburger Gegend. Im ersten Halbjahr 2019 sollen die bestehenden Gebäude aufgemöbelt werden, im Sommer ist die offizielle Einweihung geplant.

An der Fachklinik für die neurologisch-neurochirurgische Frührehabilitation werden seit 1995, seit der Schließung des seinerzeitigen Kreiskrankenhauses, erwachsene Patienten nach schweren Schädigungen des zentralen und peripheren Nervensystems behandelt, nach Unfällen, Herzinfarkten oder Schlaganfällen etwa.

Nachfrage stark zugenommen

Die Klinik verfügt momentan über 55 Planbetten, davon 16 Intensivbehandlungsplätze mit Beatmungsmöglichkeit. Die Nachfrage nach Aufnahme- und Behandlungsmöglichkeiten in Neresheim, sagt Geschäftsführer Andreas Christopeit, habe stark zugenommen und werde weiter zunehmen.

Mit der Schaffung einer neuen Raumstruktur wird ihm zufolge das Fachkrankenhaus den Anforderungen mit ausreichend Behandlungskapazitäten und den Bedürfnissen von Patienten und deren Angehörigen gerecht. Für die Mitarbeiter entstünden den heutigen Standards entsprechende Rahmenbedingungen, damit sie ihre hochkomplexen Behandlungskonzepte effektiv umsetzen können.

Dafür ist in Zusammenarbeit mit der Neresheimer Firma ADK Modulraum ein sechsstöckiger Anbau aus 26 Modulen mit rund 2000 Quadratmetern Nutzfläche entstanden. Die Modulbauweise bietet laut Christopeit viele Vorteile. So gehe es auf der Baustelle bei weitem nicht so laut zu, sodass Mitarbeiter und Patienten deutlich weniger belästigt würden. Die Module könnten vom Unternehmen von der Witterung unabhängig und termingerecht hergestellt werden und das zu deutlich günstigeren Kosten: 20 Prozent unter denen einer herkömmlichen Bauweise. Allerdings müsse dafür im Vorfeld sehr gut geplant werden, denn nachträgliche Änderungen seien schwerer möglich und steigerten die Kosten.

Künftig 24 Intensiv-Betten

Die nun beginnende Belegung der erweiterten Intensivstation ist nur ein erster Schritt. In den unteren Ebenen müssen noch abschließende Arbeiten ausgeführt werden. Die weiteren Stockwerke des Erweiterungsbaus mit Reha-Stationen und Therapiebereich gehen im ersten Quartal 2019 in Betrieb. Mit Fertigstellung des Bauabschnittes steigt die Intensivkapazität des Fachkrankenhauses auf 24 Betten, die Abteilung für Frührehabilitation wird auf 40 Betten erweitert.

Saniert werden aber auch die bestehenden Gebäudeteile. Im ehemaligen Kreiskrankenhaus entstehen so Besprechungs- und Schulungsräume, nachdem die Therapieräume in die 1996 errichteten Gebäude verlegt sind.

Im Zuge der Erweiterung wurde auch die Überwachungsanlage vollkommen erneuert und auf den neusten technischen Stand gebracht. Und das bedeutet beispielsweise, dass die Pflegekräfte wichtige Daten auf das Mobiltelefon übertragen bekommen können und dass sie sogar informiert werden, wenn sie keinen Empfang haben.

Das alles kommt den Patienten zugute, sagt der Ärztliche Direktor Bernd Eifert. Ziel der Behandlung sei es nämlich, dass sie ihren Alltag wieder selbstständig bewältigen können. Bei zehn Prozent von ihnen gelinge dies sogar so gut, dass sie ins Berufsleben zurückkehren können.

Kampf gegen Fachkräftemangel

Für derart anspruchsvolle Behandlungen ist natürlich das entsprechende Fachpersonal erforderlich. Und da kämpft die Neresheimer Klinik mit Problemen, die viele andere auch haben. „Wir wollen den Kliniken im Umkreis, in Aalen, Heidenheim oder Nördlingen, nicht die Fachkräfte abwerben“, sagt Verwaltungs- und Pflegedienstleiterin Marion Mielsch. Deshalb greife man auf viele Fachkräfte aus dem Ausland, aktuell beispielsweise aus Albanien, zurück.

Doch trotz dieser Probleme: Die Entscheidung von SRH, das frühere Kreiskrankenhaus in eine Fachklinik umzuwandeln, sei absolut richtig gewesen, sagt Geschäftsführer Christopeit. „Wir sind wirtschaftlich erfolgreich und bezahlen den Umbau, von den Zuschüssen abgesehen, aus Eigenmitteln.“ Der Bürgermeister pflichtet bei: „Für Neresheim war das ein Glücksfall“, sagt Thomas Häfele. Nicht nur, weil das Fachkrankenhaus mit bald 210 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber in der Stadt sei. „Eine bessere Nachnutzung für das Kreiskrankenhaus hätte es gar nicht geben können.“

Was wird getan, zu wem gehört's?

Das SRH-Fachkrankenhaus jahrzehntelange Erfahrung in der neurologischen Frührehabilitation von Patienten mit schweren Hirnschädigungen. Hierzu verfügt die Klinik über eine Intensivstation und einen neurochirurgischen Operationssaal.

Der individuelle Behandlungserfolg werde durch interdisziplinäre Zusammenarbeit von Medizin, Therapie und Pflege gewährleistet.

Das Neresheimer Fachkrankenhaus gehört zur SRH Kliniken GmbH, einem der führenden privaten Klinikträger mit zehn Akut- und sechs Rehakliniken sowie einer Vielzahl an Medizinischen Versorgungszentren.

Über 8000 Mitarbeiter betreuen nach SRH-Angaben jährlich 950 000 Patienten.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel