Abschied Sportgala letztmals mit Bürgermeister Gerhard Kieninger

Niederstotzingen / Karin Lorenz 22.11.2015
Die traditionelle Sportgala des Turn- und Sportvereins Niederstotzingen stand am vergangenen Samstag unter besonderen Vorzeichen. Neben der Ehrung der Jubilare war in der Stadthalle an diesem Abend auch der Abschied vom langjährigen Bürgermeister Gerhard Kieninger ein Thema.

„Weltreise“ war das Motto der diesjährigen Sportgala, in deren Mittelpunkt wie immer die Ehrung der langjährigen Mitglieder stand. Von den insgesamt 27 Jubilaren konnten drei sogar ihre „Diamantene“ feiern – 60 Jahre Vereinsmitgliedschaft. Viele der Geehrten ließen sich zum Bedauern der Vorstandschaft an diesem Abend jedoch entschuldigen.

Nicht nehmen ließ es sich hingegen Bürgermeister Gerhard Kieninger, an der Sportgala zum letzten Mal nach 27 Jahren Amtszeit als Bürgermeister teilzunehmen. Es war ein Besuch „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, wie Kieninger in seinem Grußwort zugab. In diesem Jahr hatte er erstmals keine Medaillen mitgebracht – die Ehrung der verdienten aktiven Sportler wird im Rahmen der 650 Jahresfeier der Stadt Niederstotzingen beim Neujahrsempfang stattfinden.

Das Motto des Stadtjubiläums „vom Ich zum Du zum Wir“ solle man auch im Hinblick auf den Sport nicht aus dem Auge verlieren, ermahnte der Bürgermeister. Sportliche Erfolge seien nicht programmierbar. Blicke man zurück auf die vergangenen 50 Jahre, könne man aber staunen über die Entwicklung, die es im Sport in Niederstotzingen in dieser Zeit gegeben habe. Allerdings müsse man immer wieder selbstkritisch reflektieren, was man investieren wolle, sagte Kieninger auch im Hinblick auf den Abriss des Freizeitbads Lonido.

Für den Bereich Fußball biete die Stadt derzeit vier Normspielfelder und drei Übungsplätze an. „Das sind auch immense Kosten“, erinnerte Kieninger. Dabei gehe der Trend hin zu Individual-Sportarten. „Hier in der Breite alles abzudecken, was gewünscht wird, ist unmöglich“, stellte Kieninger klar: „Wir müssen zurück zum Wir kommen, zum gemeinschaftlichen Miteinander“. Vor allem aber gelte es, sich selbst wirklich einzubringen. Es genüge nicht, sich mal eben aus der Distanz über Facebook mit Paris oder Mali zu solidarisieren: „Man muss sich persönlich einbringen im Ehrenamt - zum Beispiel auf dem Sportplatz“.

„Man konnte mit allem zu ihnen kommen, sie wussten immer einen Rat“, bedankte sich der erste Vorsitzende Karl-Heinz Hirsch bei Bürgermeister Kieninger. Viel habe man gemeinsam bewegt, deshalb bedauere man das Ende der Amtszeit. Es bleibe zu hoffen, dass man mit Kieningers Nachfolger ebenso gut zusammenarbeiten könne.

Den Wandel im Sport hin zu mehr Individual-Sportarten spürt man im TSV an empfindlicher Stelle. „Es ist sehr schwer zum Beispiel Fußball-Jugendmannschaften zu stellen“, berichtete Hirsch in seinem Jahresrückblick, „man muss heute mit anderen Vereinen Spielgemeinschaften bilden, um überhaupt den Spielbetrieb bewerkstelligen zu können.“ Im Hinblick auf den drohenden Abstieg der ersten Mannschaft bei den aktiven Fußballspielern appellierte er an den Kampfgeist des Teams. Zufrieden sein könne man mit den Leistungen der Kegler – die erste Mannschaft Herren spielt in der zweiten Bundesliga. Vorbildlich sei außerdem die Abteilung Turnen: „Sie helfen, wo Not am Manne ist“. Sein besonderer Dank gelte den Ehrenamtlichen in allen Abteilungen für ihren Einsatz – besonders aber seiner Stellvertreterin, der zweiten Vorsitzenden Marlene Theuerkorn.

Auch wenn Hirsch betonte, die aktuelle politische Lage nicht kommentieren zu wollen, war es ihm in seiner Ansprach doch wichtig zu erwähnen, dass „unser außenpolitisches Problem“ als „sehr bedenklich“ empfunden werde: „Was da alles passiert – hoffentlich geht dieser Kelch an uns vorüber“. Rund 160 Zuschauer verfolgten anschließend gespannt die sportlichen Einlagen auf der passend zum Weltreise-Motto dekorierten Bühne. Zum Auftakt ging es nach Russland mit den „Sporty Girls“. Die Altersgruppe der Dritt- und Viertklässler zeigte unter der Leitung von Heidi Kolb, Jenny Heim und Franziska Wegerer moderne Varianten russischer Volkstänze.

Als Kontrastprogramm dazu wechselten später die „Crazy Teens“ den Kontinent: die Jugendlichen ab Klasse fünf begeisterten das Publikum mit akrobatischen Einlagen auf dem Schwebebalken und an Steppern zu afrikanischen Klängen. In die USA ging es mit den „Danceaholic“. Die Gruppe hatte mit ihrer neuen Leiterin Lisa Kolb eine getanzte amerikanische Liebesgeschichte vorbereitet. Für die musikalische Unterhaltung am späteren Abend sorgte das Duo Sunshine Music.

Themen in diesem Artikel