Herbrechtingen Spielgruppe: Der Zulauf lässt zu wünschen übrig

Corinna Weisenberger (links) und Nikoletta Kaifer (im hellblauen T-Shirt) leiten die Spielgruppe im katholischen Gemeindesaal Bolheim. Jeder Dienstag startet bei ihnen mit Gesang, dann können Mütter und Kinder nach Herzenslust spielen.
Corinna Weisenberger (links) und Nikoletta Kaifer (im hellblauen T-Shirt) leiten die Spielgruppe im katholischen Gemeindesaal Bolheim. Jeder Dienstag startet bei ihnen mit Gesang, dann können Mütter und Kinder nach Herzenslust spielen. © Foto: Christian Thumm
Herbrechtingen / Elena Kretschmer 12.07.2018
Seit November 2017 bieten Nikoletta Kaifer und Corinna Weisenberger einen Vormittag zum Spielen für Kleinkinder an. Doch es kommen immer weniger Mütter dienstags in den Gemeindesaal.

Ans Auflösen ihrer Spielgruppe haben Nikoletta Kaifer und Corinna Weisenberger bisher noch nicht gedacht. „Aber es wäre schon schön, wenn wieder ein paar mehr Mütter kommen würden“, so Kaifer. Die 41-Jährige hatte sich sich ganz bewusst dafür entschieden, die Leitung der Gruppe zu übernehmen – auch für ihre einjährige Tochter Leonie: „Es hat früher mal eine Gruppe gegeben. In der war ich mit meinem großen Sohn, aber die wurde irgendwann aufgegeben, weil zu wenige kamen. Danach gab es bestimmt vier Jahre lang gar keine Krabbelgruppe mehr. Das fand ich richtig schade.“

Auf Initiative des Kindergartens St.Martin habe man bei einem Elternabend darüber diskutiert, ob eine Neugründung nicht sinnvoll wäre. Es wurde eine Liste ausgehängt. „Weil ich wollte, dass es wieder eine Spielgruppe gibt, habe ich mich gemeldet“, erklärt Kaifer. Dann kam ihre 31-jährige Kollegin Weisenberger ins Spiel: Beim Anmelden ihrer Tochter Thea im Kindergarten war Weisenberger von der Leitung angesprochen worden, ob sie nicht Interesse an der Gruppe hätte. „Da Niki noch allein in der Liste stand, es aber nicht allein machen wollte, dachte ich: warum nicht!“ Beide Frauen kennen sich vom Geburtsvorbereitungskurs.

Bis zu zwölf Kinder

Im November 2017 starteten sie schließlich die Gruppe. „Wir durften von Anfang an die Räume im Gemeindesaal nutzen. Das Tolle ist, dass uns hier unglaublich viele Spielsachen zur Verfügung stehen“, so Weisenberger. „In unserer Spitzenzeit waren wir zu zwölft“, erinnert sich Kaifer. Heute sind sie meistens zu dritt oder zu viert. Das liegt laut den Frauen nicht zuletzt daran, dass viele Kinder nun in den Kindergarten gehen oder einige Mütter wieder arbeiten, folglich vormittags keine Zeit haben beziehungsweise ihre Kinder zu Tagesmüttern geben. „Außerdem gibt es auch noch eine evangelische Spielgruppe hier in Bolheim und in Herbrechtingen“, so Weisenberger weiter. Zwar habe man schon Aushänge in Geschäften gemacht und Aufrufe in der Buigen-Rundschau gestartet, doch die Resonanz sei bisher nicht groß.

Dabei ist einiges geboten. Jeden Dienstag um 9Uhr ist Treffpunkt. Los geht es mit einem Begrüßungslied: Auf die Melodie von „Bruder Jakob“ wird allen Mamas und ihren Kindern ein guter Morgen gewünscht. Danach folgen zwei oder drei weitere Lieder mit Musik aus dem Rekorder – alle zum Mitmachen. Da geht beispielsweise die Bustür auf und zu wie die Arme vorm Gesicht oder das Karussell dreht sich im Kreis und dabei auch die Mütter mit ihren Kleinen. Bis etwa 10Uhr ist dann freie Spielzeit, in der von Malen bis Ballspielen alles drin ist. „Dann gibt es ein kleines Frühstück, für das jeder etwas mitbringt“, so die 31-Jährige. Danach gibt es noch einmal freie Spielzeit und nach dem gemeinsamen Aufräumen ein Abschiedslied, sodass zwei Stunden im Nu vorbei sind.

Von den Größeren lernen

Die Mütter mit ihren Kindern im Alter zwischen zehn Monaten und zwei Jahren sind allesamt angetan. Regina Zerr erklärt: „Hier kann ich mich mit anderen Müttern austauschen und Till hat viele verschiedene Spielsachen.“ Sie ist durch ihre Freundin Jasmin Kast in die Gruppe gekommen: „Henry sieht hier andere Kinder, das ist super für die Entwicklung.“ Und auch Jenny Henle mit ihrer 15 Monate alten Tochter Hailie hat nur Positives zu berichten: „Es ist toll, dass sie hier mit Gleichaltrigen spielen kann und gleichzeitig lernt sie viel von den Größeren.“

Offen für alle Kinder

Die Spielgruppe wurde zwar vom katholischen Kindergarten ins Leben gerufen und findet im katholischen Gemeindesaal statt, trotzdem sind bei Nikoletta Kaifer und Corinna Weisenberger alle Kinder willkommen. „Da sind wir wirklich ganz offen“, bekräftigt Letztere.

Kinder im Alter von null bis drei Jahren - also bevor sie in den Kindergarten kommen - können jederzeit mitsingen und -spielen. Die Spielgruppe trifft sich jeden Dienstag um 9 Uhr im Saal neben der Kirche St. Martin in der Mittlingstraße 34.

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