Sontheim/Brenz Sontheimer Forstplan setzt auf Vielfalt statt Risiko

Der Sontheimer Baumbestand hat in den vergangenen zehn Jahren abgenommen. Dem Borkenkäfer, dem Eschentriebsterben und einem Sturm fielen viele Bäume zum Opfer.
Der Sontheimer Baumbestand hat in den vergangenen zehn Jahren abgenommen. Dem Borkenkäfer, dem Eschentriebsterben und einem Sturm fielen viele Bäume zum Opfer. © Foto: Sabrina Balzer
Sontheim/Brenz / Laura Strahl 14.06.2018
Wie ist es derzeit um den Sontheimer Baumbestand bestellt? Und wie soll er sich in den kommenden zehn Jahren entwickeln?

Borkenkäfer, Pilzbefall, Stürme: Der Sontheimer Gemeindewald musste in den vergangenen Jahren einiges aushalten. Dementsprechend ist der Zustand der 119 Hektar großen Fläche. Und des Holzvorrats: „Im Vergleich zu anderen Gemeinden ist er eher gering“, lautet die Einschätzung von Michel Rönz, der als Forsteinrichter bei Forst BW einen für die kommenden zehn Jahre gültigen Betriebsplan für den Wald der Gemeinde erstellt hat. Hatte man 2008 noch rund 301 Vorratsfestmeter (Vfm) pro Hektar vorrätig, so sind es dieses Jahr nur noch 272 Vfm/Hektar – also rund neun Prozent weniger als vor zehn Jahren.

Mehr gefällt als geplant

„Es wurde mehr genutzt, als nachwachsen konnte“, begründet Rönz. Beabsichtigt war das allerdings nicht: So wurden gerade einmal 4800 Erntefestmeter (Efm) geplant gefällt, die restlichen 6000 Efm (56 Prozent) kamen durch einen Sturm im Jahr 2012, Borkenkäferbefall bei Fichten und das Eschentriebsterben hinzu. „Dadurch mussten wir mehr ernten, als wir hätten sollen“, sagt Rönz. In Zahlen ausgedrückt: Der geplante Hiebsatz wurde zu 136 Prozent (über)erfüllt.

In den nächsten zehn Jahren soll hier gegengesteuert werden. Der Holzvorrat, sprich Baumbestand, soll wieder ansteigen bzw. zumindest erhalten bleiben. So jedenfalls lautet eines der im Betriebsplan gefassten Ziele. Das ist allerdings leichter gesagt, als getan: Weil im Hardtwald großflächig weitere Bäume vom Eschentriebsterben betroffen sind, müssen diese gefällt werden. „Wir können nichts dagegen machen“, sagt Rönz. „Bevor sie von selbst sterben, müssen wir sie ernten und verkaufen.“ Das dadurch eingenommene Geld soll dann für Nachpflanzungen verwendet werden.

Eichen und Douglasien

Bei der natürlichen Verjüngung nämlich hapert es, durch Rehe gebe es starken Verbiss. Neue Bäume müssen also gezielt gepflanzt werden. Geplant sind 1,3 Hektar pro Jahr – eine finanzielle Belastung also, die zum Teil durch Förderungen abgefedert werden soll. So gibt es etwa für Eichen Fördergelder. Allerdings setzt man bei der sogenannten Verjüngungsplanung auch auf die Douglasie etwa, um den Nadelholzanteil halten zu können, und die Schwarznuss. „Wir müssen die Baumartenvielfalt hoch halten“, erklärt Rönz. Denn konzentriere man sich nur auf eine Baumart, könne man in einigen Jahren in ähnliche Bedrängnis geraten wie jetzt, wo man dem Eschentriebsterben und dem Borkenkäferbefall bei Fichten nichts entgegenzusetzen habe. Nur durch Vielfalt könne man dieses Risiko gering halten.

Der Gemeinderat hat dem Forstbetriebsplan bis 2027 in seiner Sitzung am Dienstagabend einstimmig zugestimmt.

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