Sontheim/Brenz Sontheimer Brauchtumsverein feiert seine neue Halle

Nach mehreren Jahren Bauzeit wird die neue Halle der Sontheimer Interessengemeinschaft für Brauchtum und Technik am Wochenende mit einem großen Fest eingeweiht.
Nach mehreren Jahren Bauzeit wird die neue Halle der Sontheimer Interessengemeinschaft für Brauchtum und Technik am Wochenende mit einem großen Fest eingeweiht. © Foto: Markus Brandhuber
Sontheim/Brenz / Laura Strahl 04.09.2018
Vom 7. bis 9. September weiht die IGS ihre neue Halle am „Gähsmetzgergleis“ ein - nach zwei Jahren Arbeit.

Das Ende ist in Sicht: Ziemlich genau zwei Jahre nach Beginn der Bauarbeiten an ihrer Vereinshalle hat die Sontheimer Interessengemeinschaft für Brauchtum und Technik (IGS) so viel geschafft, dass auf dem von der Gemeinde gepachteten Areal hinter der Gemeindehalle Einweihung gefeiert werden kann. Nur Kleinigkeiten werden fehlen, wenn die Besucher am Festwochenende, 7. bis 9. September, einen Blick in die 30 Meter lange und 14 Meter breite Halle werfen wollen. „Wir warten noch auf die Haustür und mit dem Putz wird es wohl nicht mehr ganz reichen“, sagt Vereinsvorsitzender Erich Wykydal – nimmt die Situation aber gelassen. „Das passiert ja alles in unserer Freizeit.“

Die zahlreich erwarteten Gäste wird der fehlende Putz wohl ohnehin kaum stören. Der Blick fällt auf die mit Douglasienholz verkleidete Halle, von der man nicht vermuten würde, dass sie seit 1970 und bis vor fünf Jahren in Niederstotzingen gestanden hat. Ins Auge stechen auch die Metallrahmen an den Fenstern, denen man ihre 100 bis 150 Jahre ebenfalls nicht ansieht. Vereinsmitglieder haben die Rahmen der früheren Herbrechtinger Baumwollspinnerei Merz entrostet und neu lackiert. „Passt zum Gebäude“, sagt Wykydal, erinnert nämlich an einen Bahnhof.

Garteneisenbahn zum Mitfahren

Apropos Bahnhof. Daran muss man auf dem rund 2500 Quadratmeter großen IGS-Gelände immer wieder denken. Zum einen wegen des etwa 500 Meter langen Abschnitts des „Gähsmetzgergleises“, das von 1911 bis 1956 nach Gundelfingen führte und auf dem heute zwei Loks und ein Waggon zur Besichtigung stehen. Zum anderen aber auch wegen der Garteneisenbahn zum Draufsitzen, deren Schienen rund um die Halle führen. „Ob wir die Bahn bauen sollen, haben wir lange diskutiert“, sagt Wykydal. Schließlich wurde die Idee dann auf Spendenbasis umgesetzt – auch um Nachwuchs zu gewinnen. „Wir brauchen einen Türöffner, um das Interesse bei Kindern und Jugendlichen zu wecken.“

Durch die Eisenbahn und die neue Halle samt Gelände sieht man sich hier auf einem guten Weg. „Jetzt haben wir eine Anlaufstation, sind greifbar und erlebbar.“ Damit das so bleibt, sind verschiedene Aktionen angedacht. Kartoffelanbau anno dazumal etwa oder Pflügen mit dem Pferd. Auf angrenzenden Feldern ist beides umsetzbar – oder wie Wykydal sagt: „Das Gelände ist für uns ein Glücksgriff. Hier haben wir jetzt ein Zuhause.“

Mit Leadermitteln gefördert

An diesem wird den knapp 140 Vereinsmitgliedern die Arbeit übrigens auch dann nicht ausgehen, wenn die Haustür in den Angeln hängt. Denn während der hintere Bereich der Halle als Lager für historische Maschinen und Fahrzeuge dienen wird, ist vorne ein Vereinsraum geplant. Aus finanziellen Gründen, sagt Wykydal, sei das aber Zukunftsmusik. Denn auch wenn man sich beim Bau der Halle eine Obergrenze von 90 000 Euro gesetzt, so kostengünstig wie möglich gearbeitet (neben der Halle selbst sind auch die Dachbalken, die Pflastersteine und der Schotter recycelt) und zudem eine Förderung des EU-Programms Leader von rund 40 Prozent erhalten habe, musste der Verein tief in die Tasche greifen. In Erich Wykydals Worten bedeutet das: „Gut Ding braucht Weile und Geld.“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel