Kreis Heidenheim Sonderschulen fusionieren im Kreis Heidenheim

Die Erweiterung der Arthur-Hartmann-Schule könnte über einen Verbindungsbau zwischen dem Schulgebäude und dem Kindergarten erfolgen. Der Neubau würde zu Teilen die kreisförmige Auffahrt vor der Schule überdecken.
Die Erweiterung der Arthur-Hartmann-Schule könnte über einen Verbindungsbau zwischen dem Schulgebäude und dem Kindergarten erfolgen. Der Neubau würde zu Teilen die kreisförmige Auffahrt vor der Schule überdecken. © Foto: Sabrina Balzer
Kreis Heidenheim / Günter Trittner 23.07.2018
Die Arthur-Hartmann-Sprachheilschule und die Förderschule in Bolheim schlüpfen unter das Dach der Pistoriusschule. Um die Raumnot zu lindern, wird in Heidenheim gebaut.

Die Arthur-Hartmann-Schule in Heidenheim und die Förderschule in Bolheim werden der Pistoriusschule in Herbrechtingen als Sonderpädagogischem Beratungs- und Bildungszentrum zugeordnet. Dieses umfasst dann künftig die Schwerpunkte Lernen, geistige Entwicklung, Sprache, Schulkindergarten, körperliche und motorische Entwicklung und Frühförderung. Für die Berufsschulstufe der Pistoriusschule kommen als Partner noch die Heid-Tech, die Eva und die Lebenshilfe auf den Plan. Diese Fusion ist Kern des Masterplans der Kreisverwaltung zur Schulentwicklungsplanung SBBZ, Diesen hat der Kreistag bei seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Zudem wird an der Pistoriusschule und der Arthur-Hartmann-Schule ab kommenden Schuljahr mit je einer halben Stelle Schulsozialarbeit eingeführt. Das Kultusministerium hat bereits reagiert und den Leiter der Pistoriusschule Dr. Daniel Budka ab 1.August als kommissarischen Leiter des großen SBBZ eingesetzt.

Viele Faktoren

Mit der Fortschreibung des zuletzt 2010 überarbeiteten Schulentwicklungsplans für die Sonderschulen haben die Kreisverwaltung und die beigezogenen Fachleute aus den Bereichen Schule und Politik auf eine Vielzahl von Faktoren reagiert. So geht man für das SBBZ trotz den Bemühungen zur Inklusion von weiter steigenden Schülerzahlen bis 2025 aus. Heute schon ist die Pistoriusschule, die für 120 Kinder ausgelegt ist, mit 198 Schüler bis an die Grenzen der Kapazität belegt. Zudem muss immer individueller auf die Schüler eingegangen werden und dies bei einem anhaltenden eklatanten Lehrermangel. Zusammengefasst sahen die Experten die Qualität im Bildungssystem als gefährdet an.

Eine Besonderheit stellt die Förderschule in Bolheim dar. Deren Fortbestand wurde als unsicher angesehen, nachdem im 2015 erlassenen Schulgesetz die Sonderschulpflicht aufgehoben war und Kleinschulen in Frage gestellt wurden.

Für die Umsetzung des Masterplans gilt ein Stufenplan. Denn es sind auch bauliche Maßnahmen erforderlich, damit die Sonderschultypen sinnvoll verknüpft werden können. So soll die Grundstufe der Pistoriusschule nach Heidenheim an die Arthur-Hartmann-Schule umziehen. Dazu muss diese aber baulich erweitert werden.

Räume sind mietfrei

In Herbrechtingen hat inzwischen die Kommune die notwendigen Verfahren eingeleitet, damit die Bolheimer Förderschule in die Trägerschaft des Landkreises und ins SBBZ übergehen kann. Sie wird aber weiter in der Buchfeldschule verbleiben. Der Landkreis übernimmt diese Räume mietfrei gegen Übernahme des Unterhalts.

Zudem wird die Pistoriuschule mit älteren Schülern in die Bolheimer Lindenbergschule als Interims-Außenstelle umziehen bis der Neubau bei der Arthur-Hartmann-Sprachheilschule bezugsfertig ist. Auch für diese Räume übernimmt der Landkreis den Unterhalt. Auf diese Weise, so Kämmerer Roland Fuchs gegenüber den Kreisräten, lasse sich die Raumnot in Herbrechtingen lindern. Fuchs ging davon aus, dass die Lindenbergschule für einen Zeitraum von drei bis vier Jahren benötigt wird.

Für SPD-Kreisrat Rainer Domberg ist der Kreisverwaltung mit dem Masterplan seltenes gelungen: „Die Interessen der Kinder werden gestützt und es wurden wirtschaftlich vernünftige Lösungen gefunden. Das bringt uns auf den richtigen Weg.“ Michael Sautter, Kreisrat der Grünen, sprach von einem „tollen Wurf“ und zollte allen daran Beteiligten ein dickes Lob. Sautter ging auch davon aus, dass die neue Struktur helfen werde, Personal zu gewinnen. Bernhard Ilg, der Sprecher der CDU-Fraktion sprach von einem durchdachten Konzept. Die SBBZ hätten ihren Stellenwert in der Schullandschaft.

Der Besondere Förderbedarf

Nach dem Wortlaut des Schulgesetzes für Baden-Württemberg dienen die Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) der Erziehung und Ausbildung von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die in den allgemeinen Schulen nicht die ihnen zukommende Erziehung, Bildung und Ausbildung erfahren.

Der Landkreis war bislang Träger von zwei SBBZ, deren Einzugsgebiet das gesamte Kreisgebiet umfasst. Die Pistoriusschule ist ein SBBZ mit dem Förderschwerpunkt geistige und motorische Entwicklung. Sie verfügt über eine Grundstufe, eine Hauptstufe und eine Berufschulstufe. Die Arthur-Hartman-Schule ist ein SBBZ mit dem Förderschwerpunkt Sprache mit Auffälligkeiten, die Sprechen und Sprache sowie angrenzende Problembereiche betreffen. Bei der Arthur-Hartmann-Schule ist die Zahl der Schüler seit 2012 von 122 auf 87 zurückgegangen.

Neu hinzu kommt die SBBZ Lernen in Bolheim, welche früher als Förderschule firmiert hat. Sie zählt derzeit um die 30 Schüler.

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