Söhnstetten Söhnstetten bekommt eine Mitfahrzentrale

Nach Heidenheimer Vorbild soll für Söhnstetter über 60 Jahre eine eigene Mitfahrzentrale eingerichtet werden.
Nach Heidenheimer Vorbild soll für Söhnstetter über 60 Jahre eine eigene Mitfahrzentrale eingerichtet werden. © Foto: stock.adobe.com/auremar
Söhnstetten / Carolin Wöhrle 05.07.2018
Ergänzend zum Bürgerbus soll eine Mitfahrzentrale nach Heidenheimer Vorbild eingerichtet werden – zunächst an einem Tag in der Woche.

Monatelang haben sich die Teilnehmer der Söhnstetter Bürgerwerkstatt-Gruppe Mobilität Gedanken gemacht. Speziell älteren Mitbürgern sollte zusätzlich zum Bürgerbus, der zweimal in der Woche feste Routen abfährt, ein weiteres Mobilitätsangebot gemacht werden. Jetzt hat man sich auf eine Möglichkeit verständigt: eine Mitfahrzentrale für Söhnstetter über 60 Jahre und Mobilitätseingeschränkte.

Die Idee dazu haben die Söhnstetter aus Heidenheim bekommen, wo eine solche Zentrale im Bürgerhaus eingerichtet ist und offenbar auch gut genutzt wird.

Im Prinzip funktioniert das Modell folgendermaßen: Bei der Mitfahrzentrale sind Bürger registriert, die sich grundsätzlich als Fahrer zur Verfügung stellen würden. Benötigt ein Bürger eine Mitfahrgelegenheit, meldet er sich zwei bis drei Tage vorher bei der Mitfahrzentrale und meldet dies an. Die Zentrale wiederum sucht aus dem Fahrer-Pool jemanden aus, der zum genannten Termin fahren könnte. Der Fahrer erhält dann eine Ehrenamtspauschale von zwei Euro plus die entsprechenden Fahrtkosten. Der Gesamtbetrag wird vor der Fahrt von der Zentrale ausgerechnet.

Zum Start nur am Dienstag

In Heidenheim steht das Angebot von Montag bis Freitag, 8 bis 18 Uhr zur Verfügung. In Söhnstetten soll es sich zumindest für den Anfang nur auf den Dienstag begrenzen. Der Bürgerbus fährt bereits am Montag und am Mittwoch und soll durch die Mitfahrzentrale ergänzt werden. Gerade das konnte Horst Früh (FWV) in der jüngsten Gemeinderatssitzung, in der das Angebot vorgestellt wurde, nicht ganz nachvollziehen. Er fährt selbst ehrenamtlich den Bürgerbus. „Ich fahre jetzt schon zu 90 Prozent leer nach Söhnstetten. Ich weiß nicht, ob der Bürgerbus überhaupt noch Sinn macht, wenn wir die Mitfahrzentrale haben.“

Bürgerbus soll nicht ersetzt werden

Bürgermeister Olaf Bernauer versicherte, dass der Bürgerbus auch weiterhin Bestand haben soll. „Wir wollen in keinem Fall das eine Angebot mit dem anderen kaputt machen.“ Gegebenenfalls müsse man eben Fahrtstrecken oder -zeiten anpassen.

Angesiedelt sein soll die Mitfahrzentrale im Steinheimer Rathaus. Wer sich am Ende um die Koordination kümmern wird, ist allerdings noch unklar.

Was denn die Taxiunternehmen zu dieser Idee sagen, wollte Thorsten Schulze (CDU) wissen. Schließlich dürfe man als Gemeinde nicht in Konkurrenz zu einem Unternehmen treten. Steinheim selbst habe kein Taxiunternehmen vor Ort, erklärte Bernauer. Rechtlich habe man das aber dennoch bereits abgeklärt.

Klarer Vorteil der Mitfahrzentrale gegenüber des Bürgerbusses: Der Bürgerbus darf aus Versicherungsgründen nur auf Gemeindegebiet unterwegs sein. Mit einer Mitfahrzentrale wären nun auch Fahrten in die umliegenden Gemeinden möglich.

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