Kreis Heidenheim / HZ  Uhr
In verschiedenen Förderprogrammen fließt Geld aus Brüssel in die Kommunen. Auch in Heidenheim profitieren somit Projekte von der EU.

In einer Bilanzierung stellt das Landratsamt Heidenheim als wichtiges Instrument in der Region das EU-Förderprogramm Leader in den Mittelpunkt, das die Stärkung ländlicher Räume zum Ziel hat. Der Landkreis bildet aktuell zusammen mit dem nördlichen Alb-Donau-Kreis eine Gebietskulisse, die Geschäftsstelle der Leader-Aktionsgruppe Brenzregion ist im Landratsamt Heidenheim angesiedelt.

Seit 2002 seien Fördergelder in Millionenhöhe aus Brüssel in die Region geflossen, wodurch bereits über 200 Projekte realisiert werden konnten. Mithilfe der Leader-Förderung habe man beispielsweise Arbeitsplätze schaffen, die touristische Infrastruktur stärken, das kulturelle Angebot erweitern und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für viele Frauen erleichtern können. Als ein Beispiel wird in dem Rückblick die Filzsattelmanufaktur in Ballmertshofen genannt. Durch die EU-Mittel sei es Isabel Steiner gelungen, sich selbstständig zu machen und mehreren Frauen aus Dischingen und Umgebung wohnortnah Arbeit zu bieten.

In Heuchlingen habe man gemeinsam mit einer eigens dafür gegründeten Genossenschaft dank der Förderung einen Dorfladen einrichten können, in dem regionale Lebensmittel angeboten werden und gleichzeitig mehreren Damen aus dem Ort einen Arbeitsplatz gefunden haben. Und die Gemeinde Steinheim habe mithilfe eines Zuschusses das Angebot ihrer Bibliothek erweitert.

„Das sind nur drei von zahlreichen Beispielen die sehr deutlich machen, dass die EU im Landkreis Heidenheim in vielerlei Weise positiv wirkt“, so die Geschäftsführerin der Leader-Geschäftsstelle Brenzregion, Hester Rapp-van der Kooij. „Leader ist ein ideales Instrument, um zusammen mit der Bevölkerung vor Ort die Region weiterzuentwickeln und einen Mehrwert für alle zu schaffen.“

Der Europäische Sozialfonds

Ein weiteres Instrument der EU ist für die Region der Europäische Sozialfonds (ESF). Der ESF gilt als das wichtigste arbeitsmarktpolitische Instrument der EU zur Förderung der Beschäftigung in Europa. Es werden benachteiligte Menschen durch Ausbildung und Qualifizierung unterstützt und Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt abgebaut. Der Landkreis erhält aktuell 190 000 Euro pro Jahr aus dem Fonds. Um die Mittel im Landkreis für regionale Projekte zielgenau einzusetzen, gibt es im Landratsamt eine ESF-Geschäftsstelle. Aktuell hätten die Experten besonders langzeitarbeitslose Personen und Schulabbrecher in den Fokus genommen und derzeit seien drei Projekte am Laufen, die gezielt bei diesen Zielgruppen ansetzen. So würden Schüler mit einem individuellen Förderbedarf ab der 8. Klasse an Haupt-, Werkreal- und Gemeinschaftsschulen seit vielen Jahren im Landkreis-Projekt „Startklar – individuell“ gezielt unterstützt. Und für neuzugewanderte Schüler am Übergang Schule-Beruf gebe es seit Januar das Projekt „Fit für den Abschluss“ an zwei allgemeinbildenden und zwei beruflichen Schulen im Kreis.

In Bedarfsgemeinschaften mit Kindern werde das Gemeinschaftsprojekt „Familien im Blick“ der Caritas Ost-Württemberg und des Awo-Kreisverbands Heidenheim umgesetzt, in dem Maßnahmen zur Arbeitsmarktintegration und Familienunterstützung kombiniert werden. Stephanie Geiger, Leiterin der ESF-Geschäftsstelle Heidenheim, ist von der Bedeutung der Förderung überzeugt: „Durch den ESF ist Europa auch bei uns vor Ort spürbar und es können wichtige und individuell auf den Landkreis Heidenheim zugeschnittene Projekte finanziell unterstützt werden, die gut für die Menschen in unserer Region sind.“