Herbrechtingen Sich fit halten im Bewegungspark

Die Trainingsstunde am Mittwoch im Bewegungspark hinter dem Karl-Kaipf-Heim hat viele Stammgäste. Ganz generell könnten noch viel mehr Senioren den Weg hierher finden, um sich fit zu halten.
Die Trainingsstunde am Mittwoch im Bewegungspark hinter dem Karl-Kaipf-Heim hat viele Stammgäste. Ganz generell könnten noch viel mehr Senioren den Weg hierher finden, um sich fit zu halten. © Foto: Christian Thumm
Herbrechtingen / Günter Trittner 11.07.2018
Jeden Mittwoch trainiert die 82-jährige Anneliese Patzer dort mit einigen treuen Stammgästen. Generell könnte die Anlage hinter dem Altenheim mehr Zuspruch erfahren.

Bescheidene 14 Grad Außentemperatur, die Sonne muss sich erst durch die Wolken quälen. Am Morgen hatte es noch geregnet. Dennoch: Im Bewegungspark hinter dem Karl-Kaipf-Heim ist jedes Trainingsgerät besetzt. „Ich habe eine gute Truppe beieinander“, freut sich Anneliese Patzer.

Jeden Mittwoch von 9.30 Uhr bis 11 Uhr gibt die 82-Jährige in der warmen Jahreszeit hier auf der Brenzinsel ehrenamtlich eine Übungsstunde. Es ist fast auf den Tag sechs Jahre her, dass Bürgermeister Dr. Bernd Sipple diese „einmalige Anlage“ eingeweiht hat. DRK, Stadtverwaltung und die TSV hatten sich zusammengetan, um eine Trainingsstätte einzurichten, an der sich gezielt die ältere Generation körperlich fit halten kann. Sponsoren halfen, zehn Übungsgeräte anzuschaffen.

Park hinter dem Altenheim

Zu einer großen Attraktion ist der idyllisch gelegene Park dennoch nicht geworden. Das mag daran liegen, dass er doch etwas versteckt hinter dem Altenheim liegt und der Zugang vom Herrenweg, welcher der Brenz entlang führt, nicht so bekannt ist.

Ein volles „Haus“ hat indes meist Anneliese Patzer. Sieben Frauen und zwei Männer sind diesen Morgen gekommen – Stammgäste zumeist, die seit Jahren dabei sind, aber auch zwei Frauen, die erst seit der Vorwoche dabei sind. Patzer ist dafür dankbar. Zwar sollten die Geräte alle selbsterklärend sein, doch manche Beschriftungen sind abgefallen und „ein bisschen eine Anleitung sollte schon sein“. Patzer hat ihre Teilnehmer alle im Blick. „Wer hier sein Bein nicht streckt, wird die erwünschte Wirkung auf die Wirbelsäule nicht haben.“ 50 Jahre hat Patzer für die TSV Gymnastikkurse gegeben. „Oft sind es Kleinigkeiten auf die es aber doch ankommt.“ Dehnen und kräftigen, darum geht es im Bewegungspark: die Beweglichkeit zu erhalten und die Muskulatur nicht zu verlieren. Patzer achtet auch auf eine „schöne Haltung“ in ihrer Truppe. Schlampigkeiten sieht sie nicht so gern. „Nicht dass eine Hex reinfährt.“

In den besten Jahren

Rund 60 Lebensjahre bringen auch die jüngsten Teilnehmer zur Trainingsstunde mit – „das Mittelalter also“, meint Patzer. Routiniert wechselt man in der Gruppe die Stationen auf dem Parcours. Auf zwei fast waagerechten Scheiben kann macht Achter drehen. Dazu muss man mit der Schulter kreisen. „Das hat auch mir was gebracht.“

Männer, sagt Patzer, meinten immer, das sei pipifax. Sie würde es auf den Beweis des Gegenteils ankommen lassen. Jeden Mittwoch ab 9.30 Uhr. Zum Ende gibt es noch eine Viertelstunde Gymnastik. „Darauf freuen sich alle.“

Eine Idee und ihre Verwirklichung

Die Idee für den Bewegungspark ist im Jahr 2011 aufgekommen. Dem damaligen DRK-Pflegedienstleiter Bernhard Wührl schien die Brenzinsel vor dem Karl-Kaipf-Heim gut geeignet, um hier eine Motorik-Übungsfläche für die Heimbewohner zu schaffen.

Da die TSV ihre Sportangebote für ältere Menschen ausweiten wollte und DRK-Heimleiter Ulrich Herkommer gleichzeitig auch Vorsitzender des größten Herbrechtingers Sportvereins ist, war die Turnsportvereinigung schnell mit im Boot. Die Stadt als dritter Partner ließ nicht lange auf sich warten. Das Konzept überzeugte auch den Württembergischen Landessportbund, der schließlich einen Zuschuss zu den erwarteten Kosten von 40 000 Euro zusicherte.

Damit die Brenzinsel zum Bewegungspark werden konnte, musste sie erstmal gerodet und ihr Ufer befestigt werden. Bäume wurden als Schattenspender gesetzt, eine neue Treppe erlaubt einen Zugang ans Wasser. Der Bereich mit den Übungsgeräten wurde gepflastert, damit diese auch für Menschen mit Gehhilfen erreichbar sind. Zum Stadtfest 2012 fand die Einweihung statt.

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