Aktion Senioren helfen Senioren - immer öfter

504 Mal fuhren die Helfer von „Senioren helfen Senioren“ ihre Kunden inzwischen zum Arzt und begleiteten sie zu Behörden.
504 Mal fuhren die Helfer von „Senioren helfen Senioren“ ihre Kunden inzwischen zum Arzt und begleiteten sie zu Behörden. © Foto: Fotolia
Gerstetten / ULRICH BISCHOFF 03.02.2014
Das im Mai 2012 unter dem Dach des Krankenpflegevereins ins Leben gerufene Hilfsprojekt „Senioren helfen Senioren“ (SHS) hat sich zu einem kleinen Unternehmen entwickelt. Eine Bilanz.

Der Zuspruch für die von neun Männern und einer Frau gegründeten Initiative habe sich binnen 20 Monaten „praktisch verdoppelt“, stellte SHS-Vorsitzender Karl-Ludwig Fink bei der Jahresversammlung im Pflegeheim an der Goethestraße fest.

Die Zahlen können sich sehen lassen. 504 Mal fuhren die Helfer inzwischen ihre Kunden zum Arzt, begleiteten sie zu Behörden, mähten den Rasen, besorgten Einkäufe und trösteten dann, wenn über Einsamkeit und Hilfsbedürftigkeit geklagt wurde. An der Karlstraße laufen die Fäden zusammen. Dort erfasst der stellvertretende Vorsitzende Herbert Schmidt zusammen mit seiner Frau Lotte, die außerdem den großen Sektor für Hilfen im Haushalt organisiert, die Einsätze, führt die Statistiken und berät die Helfer.

Vertraute Namen in der Statistik

50 Kunden griffen seit Bestehen der Initiative zum Sorgentelefon und erbaten Unterstützung. Hatten früher angestammte Gerstetter Familien eher Scheu, die SHS-Dienste in Anspruch zu nehmen, so führen die Schmidts vermehrt nun auch vertraute Namen in ihrer Statistik. Das Durchschnittsalter der betreuten Kunden beträgt 82 Jahre, das der 38 Helfer und Mitarbeiter 65 Jahre. 200 Mal begleiteten die Helfer ihre Schützlinge zum Arzt und zu Behörden, 110 Mal halfen sie in Haus und Garten, 93 Mal im Haushalt. 41 Mal wurde auf verschiedenste Art betreut und geholfen und 58 Mal entfielen die Dienste auf die so wichtigen sozialen Kontakte. 856 Stunden fielen insgesamt an.

Jeder, der sich bei SHS einbringt, ist versichert. „Rundum“, wie Gerd Eckhardt von der Sparkassen-Versicherung erläuterte. Wer eine Vase beschädige, von der Leiter falle oder ausrutsche, sei finanziell abgesichert.

Zur absoluten „Stundenkönigin“ krönte die Versammlung Elisabeth Lang, die 57 Konten verwaltet und das Wörtchen „Sepa“ nicht mehr hören kann. Sie verrechnet die Dienste, bucht ab und entlohnt die Helfer. Acht Euro zahlt der Kunde und zwei Euro pro Einsatzstunde verbleiben davon in der SHS-Kasse.

Pfarrer i. R. Alfred Hägele ist seit einem Jahr Vorsitzender des Krankenpflegevereins. Er sieht in der Arbeit von „Senioren helfen Senioren“ als jüngstem Kind des traditionsreichen Vereins neben der Hospiz- und Besuchsgruppe, der Begegnung für Trauernde und dem Dienst, den die Sozialpädagogin Martina Müller leistet, eine große Bereicherung für die Gemeinde.