Steinheim Schwimmbad: Übernimmt die Gemeinde Steinheim jetzt das Defizit?

Teurer Badespaß: Weil sich das Lehrschwimmbecken immer mehr zum Verlustgeschäft entwickelt, hat der TV Steinheim den Mietvertrag gekündigt.
Teurer Badespaß: Weil sich das Lehrschwimmbecken immer mehr zum Verlustgeschäft entwickelt, hat der TV Steinheim den Mietvertrag gekündigt. © Foto: Sabrina Balzer
Steinheim / Laura Strahl 13.02.2018
Der TV Steinheim hat den Schwimmbad-Mietvertrag mit der Gemeinde gekündigt. Die Gemeinde hat dem Verein angeboten, dass jährliche Defizit zu übernehmen.

Baden als Verlustgeschäft: Wie in anderen Gemeinden auch, zahlt man in Steinheim für den Betrieb des Lehrschwimmbeckens in der Albuchhalle drauf. Auch der TV Steinheim ist davon betroffen: Weil sich die Kommune damals in einer finanziell schwierigen Situation befand, kümmert sich der Verein seit 2004 um Badeaufsicht, Kurse und Fortbildungen. Dafür, so die mit der Gemeinde getroffene Vereinbarung, darf der TV die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern behalten, hat aber neben der Miete freilich weitere Ausgaben.

Damit soll nun Schluss sein: „Wir können es uns als Verein einfach nicht leisten, hier ein Minus zu machen“, erklärte Vorsitzender Bernd Ortlieb jüngst auf der Hauptversammlung des TV. Man habe sich daher noch im vergangenen Jahr dazu entschlossen, den Vertrag mit der Gemeinde Steinheim zum 31. März zu kündigen.

Olaf Bernauer ist guter Dinge

Tatsächlich getrennte Wege gehen werden Gemeinde und Sportverein aber vermutlich nicht: Wie Bürgermeister Olaf Bernauer bei der Versammlung erklärte, sei man von dem Kündigungsschreiben zwar sehr überrascht gewesen, habe dem Verein aber inzwischen das Angebot gemacht, das jährliche Defizit – es schwankt zwischen 500 und 2000 Euro – auszugleichen.

„Bevor ich jemanden von Extern hole, zahle ich lieber an den eigenen Verein“, begründete Bernauer, der das Thema nun im Gemeinderat noch einmal ansprechen will. „Ich bin guter Dinge.“ Und Ortlieb bestätigte: „Abschließende Gespräche dazu werden wir zeitnah führen.“

Mehr Überwachung nach Angriff

Bereits beschlossene Sache ist hingegen etwas anderes: An der Wentalhalle sollen die Überwachungszeiten durch einen Sicherheitsdienst laut Bürgermeister Bernauer ausgeweitet werden. Außerdem will man für mehr Helligkeit im Außenbereich der Halle sorgen. Dort war vor Weihnachten eine Kursteilnehmerin nach dem Training überfallen worden. Auch der TV Steinheim selbst reagiert auf den Vorfall: So wird ein Selbstverteidigungskurs ins Programm genommen, in dem Frauen lernen können, sich im Fall eines Angriffs zur Wehr zu setzen.

Boule auf dem Tennisplatz

Ebenfalls neu im Angebot des Sportvereins ist Line-Dancing. Wie Vorsitzender Bernd Ortlieb ankündigte, sollen Interessierte den Gruppentanz bei Schnupperterminen kennenlernen können. Außerdem will man den Reha-Sport-Bereich erweitern. Neu im Programm ist hier ein Sportangebot für Menschen mit orthopädischen Erkrankungen. Eine neue Abteilung hat der TV Steinheim jedoch nicht gegründet: Wie Ortlieb berichtete, werden zwei Tennisplätze, die vom Verein schon seit längerer Zeit nicht mehr bespielt werden, seit Anfang des Jahres von einer Privatgruppe zum Boule-Spielen genutzt. „Eine klassische Win-win-Situation“, so Ortlieb, „wir haben unsere Plätze gerichtet bekommen und einige Bürgerinnen und Bürger können sich nun zum Boulespiel treffen“.