Gerstetten Schweinemastanlage im Gerstetter Ortskern „völlig fehl am Platz“

Ein Landwirt möchte die alte Hofstelle an der Unteren Kirchstraße 23 wiederbeleben.
Ein Landwirt möchte die alte Hofstelle an der Unteren Kirchstraße 23 wiederbeleben. © Foto: Christian Thumm
Gerstetten / Ulrich Bischoff 21.06.2018
Die Bauvoranfrage eines Landwirts für einem Stall für 150 Schweine in der Unteren Kirchstraße sorgt für Einwände.

Gerstetten. Von 120 bis 150 Mastschweinen war in der Sitzung des Gemeinderats die Rede, als es um die Bauvoranfrage eines Landwirtes ging, der eine alte Hofstelle an der Unteren Kirchstraße 23 wiederbeleben und neben einem Schweinestall auch eine Maschinenhalle für Geräte, Getreide, Heu und Stroh errichten will.

Viele Besucher in der Sitzung

Mastschweine dicht beim Kirchplatz und mitten im Ort? Das ließ auch manche Bürger den Weg ins dritte Stockwerk des Rathauses finden, die bislang wohl noch nie Zeuge einer Gemeinderatssitzung waren. Das Thema interessierte die Bürger. Selbst die Fenstersimsen mussten am Dienstag als Sitzgelegenheit herhalten.

Doch ehe die Bauabsicht des Landwirtes diskutiert wurde, entschärfte der Leiter des Bauverwaltungsamtes, Fabian Oßwald, die Stimmung. Ihm lägen zwar Einsprüche „massivster Art“ vor, wenngleich es sich bei den Vorstellungen des Landwirts lediglich um eine unverbindliche Bauvoranfrage handele, mit der zunächst gar nichts entschieden sei.

Ein Geruchsgutachten

Auch stehe es jedem Landwirt frei, eine alte, vorübergehend aufgegebene Hofstelle wieder zu beleben. Dennoch aber sei festzustellen, dass die Haltung einer so großen Zahl an Tieren eigentlich außerhalb des Ortes erfolgen sollte und nicht im Ortskern. Als ersten Schritt müsste, so Oßwald, hierzu ein Geruchsgutachten eingeholt und außerdem das Landwirtschaftsamt angehört werden.

Gegen den Bau einer Maschinenhalle sei nichts einzuwenden, fraglos aber sei ein Schweinemastbetrieb in der Unteren Kirchstraße „völlig fehl am Platze“. Als Bürgermeister Roland Polaschek schließlich abstimmen ließ, signalisierten dann auch alle 23 Räte ihre Ablehnung.

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