Fest Schützen feiern 100-Jähriges

Der Musikverein führte den Fahnenzug an.
Der Musikverein führte den Fahnenzug an. © Foto: kdk
Sontheim/brenz / Klaus-Dieter Kirschner 01.10.2013
Über 400 Gratulanten hatte der Zimmerstutzenverein, als er am Samstag seinen 100. Vereinsgeburtstag feierte und bei der Gelegenheit eine hohe Auszeichnung des Bundespräsidenten bekam. Kultusminister Andreas Stoch überreichte im Auftrag von Joachim Gauck die Sportplakette an Oberschützenmeisterin Heidi Barth.

Zum Auftakt läuteten die Glocken der Georgskirche zum ökumenischen Gottesdienst. Dort spielte auch der Musikverein unter Dirigent Norbert Hann den einen oder anderen Choral. Die vielen Vereinsfahnen waren beiderseits des Altars dabei. Die Pfarrer Steffen Palmer und Norbert Hecht hielten den Gottesdienst und würdigten dabei die Rolle der Vereine in einem Dorf.
 


 

Nach dem Fahnenfestzug erlebten die Gäste einen prächtigen Fahneneinmarsch in der Gemeindehalle. Heidi Barth hieß Gäste von nah und fern und von beiderseits der Landesgrenze willkommen und sprach darüber, dass es vieler Anstrengungen bedürfe, um einen Verein in seiner Tradition bestehen zu lassen und ihn attraktiv für die Zukunft zu machen. Sie bedauerte, dass kriminelle Einzeltaten das Schützenwesen in Verruf brächten und das Image angekratzt sei.

Eine Goldmark Eintrittsgeld
 

In groben Pinselstrichen gab Bernhard Fischer als Schriftführer einen Einblick in 100 Jahre Vereinsgeschichte. Wer beispielsweise 1925 dem Zimmerstutzenverein beitrat, hatte eine Goldmark Eintrittsgeld zu bezahlen. Zu den Gründern zählten einst Handwerker und Gastwirte. Geübt wurde daher das Schießen in den damals noch vorhandenen großen Wirtshaussälen.

Bürgermeister Matthias Kraut bescheinigte den Schützen, „Bewahrer der Tradition zu sein“. Deshalb sei es richtig, auch würdig so ein Jubiläum zu feiern. Ganz früher sei ein Schützenkönig noch für ein Jahr vom Steuernbezahlen befreit worden. Der Jubelverein habe einen prima Ruf und das sei 2008 mit der Einrichtung eines Talentzentrums für Bogenschützen anerkannt worden. Heidi Barth, die seit 20 Jahren als Oberschützenmeisterin den Verein führt, wurde von Kraut besonders gelobt.

Die Glückwünsche von Baden-Württembergs Ministerpräsident überbrachte Kultusminister Andreas Stoch (SPD), dessen Ehefrau dem Zimmerstutzenverein auf besondere Weise verbunden ist. Ihr Urgroßvater aus der Schar der Hornungs gehörte 1913 zu den Vereinsgründern. Der Verein habe 280 Mitglieder und könne stolz auf seine Geschichte wie auf seine Sportanlagen im Schinderhau sein.

Ehrenamtlich wurde Enormes geleistet, stellte CDU-Landtagsabgeordneter Bernd Hitzler in seinem Grußwort fest: „Die Veranstaltungen der Schützen sind das Schönste, das man erleben kann.“ Eigentlich müsste ja Bürgermeister Kraut der Sontheimer Schützenkönigin Johanna Pasenau für ein Jahr den Wasserpreis erlassen, wenn das mit der Steuerbefreiung heute nicht mehr gelte, sagte der Politiker scherzhaft. „Diese hundert Jahr waren eine Erfolgsgeschichte“, betonte Bezirksoberschützenmeister Bernhard Schrempp, der noch davon sprach, dass der Zimmerstutzenverein der einzige im Schützenkreis sei, der ein eigenes Lied habe. Kreisoberschützenmeister Herbert Hochstatter sagte in seiner Gratulation, dass Sontheim der einzige Verein im Kreis sei, der ein Talentzentrum zugesprochen bekommen habe. Glückwünsche äußerte auch Sportkreis-Vorsitzender Klaus-Dieter Marx, der Heidemarie Barth mit der Goldnadel des Württembergischen Landessportbund dekorierte und Hans-Werner Baumann, Bernhard Fischer und Eugen Unseld mit der WLSB-Nadel in Bronze auszeichnete.

Kreisverwaltungsdirektor Georg Feth vertrat den Landrat und bescheinigte den Zimmerstutzen, „die Tradition zu leben“. Natürlich gebe es immer wieder Diskussionen, wenn es zum Waffenmissbrauch gekommen sei.

10 000 Schusswaffen im Kreis zugelassen
 

Im Landkreis leben 1600 Menschen, die über 10 000 angemeldete Waffen verfügten. „Die Schützenvereine lehren den verantwortungsbewussten Umgang mit Waffen“, dankte Feth. Weitere Grußworte folgten unter anderem vom Gau-Oberschützenmeister Alois Waldenmayer: „Jugendarbeit und Schießsport auf hohem Niveau sind die Markenzeichen des Zimmerstutzenvereins.“

Martin Nieß und Hans Häußler ernannte Heidi Barth im Namen des Jubelvereins zu Ehrenoberschützenmeistern. Danach aber waren Festtanz und eine lange Nacht angesagt mit der Nostalgie-Combo Fetzer aus Giengen.

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