Netz Schneller surfen - auch in Königsbronn

Nach langwierigem Prozedere war's Anfang August 2012 in Zang endlich soweit, das Zeitalter des schnellen Internets konnte beginnen, sehr zur Freude auch der am Schaltkasten versammelten Würdenträger. Mit Glasfaser für jedes Haus soll in den nächsten Jahren Schritt für Schritt ganz Königsbronn einen zeitgemäßen Zugang auf die Daten-Autobahn bekommen.
Nach langwierigem Prozedere war's Anfang August 2012 in Zang endlich soweit, das Zeitalter des schnellen Internets konnte beginnen, sehr zur Freude auch der am Schaltkasten versammelten Würdenträger. Mit Glasfaser für jedes Haus soll in den nächsten Jahren Schritt für Schritt ganz Königsbronn einen zeitgemäßen Zugang auf die Daten-Autobahn bekommen. © Foto: Foto: Archiv, kdk
Königsbronn / gerhard stock 07.02.2014
Nach mehrjährigem Leidensweg dürfen die Zanger seit Herbst 2012 endlich schnelles Internet genießen. Auch die anderen Ortsteile und natürlich die „Muttergemeinde“ sollen in den nächsten Jahren einen deutlich leistungsfähigeren Zugang zur superschnellen Daten-Autobahn bekommen.

Ab sofort werden bei anstehenden Straßensanierungen anhand vorausschauender Planung die Leerrohre für Glasfaserkabel (Mikro- bzw. Multirohrverband) mit in den Boden gelegt, um nachträgliches Aufgraben und damit unnötige Kosten und Aufwand zu vermeiden. Darauf verständigte sich am Donnerstagabend der Gemeinderat.

Durch Michael Setzen, den Stabsstellenleiter Wirtschaftsförderung und Tourismus im Landratsamt Heidenheim, ließ sich das Gremium das Modellprojekt „Zukunftsfähiges Breitband“ im Landkreis Heidenheim vorstellen und auf breiter Front auch von dessen vielen Vorteilen überzeugen. Mit wichtiger Vorarbeit hat der Landkreis den Kommunen den Weg zu einheitlichem Standard unter Tage geebnet und damit auch Problemen mit Schnittstellen und Übergängen im künftigen Glasfasernetz vorgebeugt.

Ein Planer für alle Gemeinden

Um kreisweit einheitlich Planung kümmert sich das in Westhausen ansässige Unternehmen Geodata, von dem auch Sachbearbeiter Alexander Schmid nach Königsbronn gekommen war. So muss nicht mehr jede Gemeinde für sich und ihren Bereich nach einem eigenen Planer schauen.

Dass andere Kommunen im Kreis Heidenheim mit der Breitbandversorgung schon weiter sind, wurde mit dem Vortrag des Geodata-Experten ebenso deutlich wie der komplexe technische Hintergrund. Nach tiefschürfendem Exkurs in die ebenso schnelllebige wie dynamische Welt der Bits und Bytes kam man in der Ratsrunde an einer wichtigen Erkenntnis nicht vorbei: Bis wirklich jedes Haus mit Glasfaser erreicht wird und damit locker Datenraten um die 50 Mbit und mehr transferiert werden können, werden einige Jahre vergehen, wenn nicht gar ein Jahrzehnt.

Ein Konzept für 45.000 Euro

Umso wichtiger, sofort loszulegen, aber wohlüberlegt. Zum Angebotspreis von rund 45 000 Euro will sich Königsbronn ein entsprechendes Konzept ausarbeiten lassen. Dass sich durchdachtes Vorgehen lohnt, kann man zum Beispiel in Hermaringen beobachten, wo neuerdings sogar im Altdorf 50 Mbit zur Verfügung stehen.

Für Betriebe und junge Familien ist mehr denn je ein leistungsfähiger Internetanschluss ein wichtiges Kriterium bei der Bauplatzsuche bzw. Standortwahl, das leuchtete auch am Königsbronner Sitzungssaal jedem Ratsmitglied auf Anhieb ein. Um die unumgängliche Wartezeit hinsichtlich Glasfaser abzukürzen bzw. zu überbrücken, soll versucht werden, an geeigneter Stelle auch mit herkömmlicher Technik zumindest für spürbare Verbesserung zu sorgen.

Konkret diskutiert wurden spontan die Möglichkeiten für den Bereich Forststraße/Waldsiedlung. Als nämlich im Herbst 2012 vom neuen Verteiler aus das schnelle Internet für Zang freigeschaltet wurde, kam dem Bürgermeister nämlich auch eine interessante Techniker-Feststellung zu Ohren. Demnach sei es kein großes Problem, von dort aus auch die Waldsiedlung mit deutlich höherer Datenrate zu versorgen. Diese Chance soll nun auf tatsächliche Nutzbarkeit hin abgeklopft werden. Und wenn dann am Ende die Kosten klar sind, „können wir immer noch entscheiden, was uns die Breitbandversorgung unser Bürger in der Waldsiedlung und im Töbele wert ist“, so Michael Stütz.

Hohe Kosten, überschaubare Zahl an Anschlüssen

Daran fand auch Margit Stumpp nichts auszusetzen, im Gegenteil. Wenn man wolle, dass sich junge Familien ernsthaft für zum Verkauf stehende Bestandshäuser im Bereich Waldsiedlung/Töbele interessieren, müsse die Gemeinde die Gelegenheit beim Schopf ergreifen und für diese sinnvolle Innenentwicklung notfalls auch Geld in die Hand nehmen. Michael Setzen hatte zuvor zu bedenken gegeben, dass die Kosten angesichts der überschaubaren Zahl von Anschlüssen wohl doch recht hoch ausfallen würden.

Nochmals mahnte der Wirtschaftsbeauftragte, hinsichtlich Leerrohren für Glasfaser künftig keine „Unterlassungssünden“ mehr zu begehen und wo immer die Straße aufgegraben werde, auch ans schnelle Internet zu denken. Die Verwaltung sicherte zu, in diesem Sinne umgehend die anstehende Sanierungsplanung für kaputte Straßen im Gemeindebereich zu aktualisieren. In den Fokus rückt damit auch die Verbindung Königsbronn-Ochsenberg.

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