Itzelberg/Ochsenberg / Hartmut Plfanz Drei Tage lang zeigten bei der Waldarbeitsmeisterschaft in Itzelberg und Ochsenberg mehr als 70 Profis ihr Können an der Motorsäge.

Nach einer Woche intensiver Vorbereitungen – wobei pünktlich zum Zeltaufbau der Regen eingesetzt hatte – starteten am Freitag die 11. baden-württembergischen Waldarbeitsmeisterschaften. Drei Tage lang zeigten mehr als 70 Profis ihr Können an der Motorsäge.

Am Freitag startete der Wettkampf bei bestem, aber kühlem Wetter in Ochsenberg auf dem ehemaligen Nasslagerplatz zum Zielbaumfällen. Bereits als Fünfter startete der Ochsenberger Ulrich Ruoff, der sich 2015 den Titel bei den deutschen Waldarbeitsmeisterschaften in der Königsdisziplin, dem Zielbaumfällen, gesichert hatte. Nachdem am Anfang alles planmäßig verlief, spielte ihm jedoch seine Motorsäge einen Streich und ging mehrere Male aus. Mit der Fällrichtung war Rouff aber vollauf zufrieden.

Präzisionsschnitt und Zielfällung

Tags darauf begannen dann auch die Wettkämpfe beim Forstlichen Bildungszentrum Itzelberg in den Disziplinen Sägekettenmontage, Kombinationsschnitt, Präzisionsschnitt und Entasten eines Stammes. Markus Wick, der Vorsitzende des Vereins Waldarbeitsmeisterschaft Baden-Württemberg, freute sich über das breite Feld der Akteure. Unter anderem waren Gäste aus Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Bayern, Brandenburg, Berlin, Hessen und Nordrhein-Westfalen vor Ort. Weitere Gastprofis kamen aus der Schweiz, Tschechien, Slowenien und Südtirol. Besonders stark vertreten waren die U-24-Profis. Thomas Schneider, U-24-Weltmeister aus Burgberg, war mit seinen Leistungen ebenfalls zufrieden.

Youtube

Im Außenbereich war Motorsägenschnitzer Sebastian Seifert aus Brandenburg am Werk, um aus einem Eichenstamm eine Eule herauszuarbeiten. Aus dem zweiten Stamm wurde eine Waldkulisse herausgesägt. Beide Stämme werden mit einem Brett verbunden, so dass eine Sitzbank entsteht. Bereits am Sonntagmorgen nahm der Besucherstrom kontinuierlich zu. Denn neben den Wettkämpfen gab es noch mehr zu sehen. Zahlreiche Aussteller waren auf dem Gelände. Das Forstliche Bildungszentrum hatte die Schule geöffnet und war mit dem Waldmobil vertreten. In einem aufgebauten Parcours konnten Kinder und Erwachsene ihr Wissen über Wald und Natur testen.

Die Disziplinen und die Sieger

Beide baden-württembergischen Meister kommen aus dem Landkreis Heidenheim. In der Landesklasse U24 sicherte sich Thomas Schneider aus Burgberg vor Julian Kaufmann und Marc Ziegler den Meistertitel. Der Steinweiler Florian Kaufmann wurde Landesmeister vor Marc Hald und Martin Schraitle. Den Sieg in der Gästeklasse sicherte sich Weltmeister Marco Trabert vor Ulrich Huber, beide Bayern, und Jan Mindel aus Brandenburg. In der Gästeklasse U24 siegte Nils Hoffmann aus Sachsen-Anhalt vor Max-Oliver Timmermann aus Schleswig-Holstein und Moritz Hopfenditzel aus Bayern.

Bei der Zielbaumfällung wird in 12 Meter Entfernung vom zu fällenden Baum ein Zielstab eingeschlagen. Der Wettbewerber muss in höchsten fünf Minuten den Baum so genau fällen, dass der Zielpflock getroffen wird. Beim Kombinationsschnitt schneiden die Wettbewerber von zwei aufgebockten Stämmen je eine drei bis acht Zentimeter dicke Scheibe ab. Die erste Hälfte wird von unten, die zweite von oben geschnitten.

Eine weitere Herausforderung ist der Präzisionsschnitt, bei dem auch zwei Scheiben mit drei bis acht Zentimetern Dicke von zwei Stämmen, die auf einem Brett liegen, abgeschnitten werden, ohne dass das Brett verletzt wird. In möglichst kurzer Zeit sind beim Entasten eines Stammes 30 Äste von einem Baum zu entfernen, ohne dass dieser beschädigt wird oder Stummel der Äste stehen bleiben. Außerdem muss jeder Teilnehmer bei der Sägekettenmontage an seiner Motorsäge möglichst schnell einen Kettenwechsel vornehmen und dabei die Schiene wenden.

Nach der ersten deutschen Waldarbeitsmeisterschaft 1993 in Niedersachsen wurde 1995 wurde der Verein Waldarbeitsmeisterschaften Landesverband Baden-Württemberg gegründet und noch im selben Jahr fanden die ersten Landesmeisterschaften statt. Ziel ist die Information über den Ausbildungsberuf des Forstwirts. Zudem sollen Zusammenhänge des Waldes dargestellt und ein Einblick in die moderne Forstwirtschaft vermittelt werden.