Sparen Schloss muss auf moderne Beleuchtung warten

Das Brenzer Schloss in den Abendstunden: Ins richtige Licht wird es von einer Reihe von Scheinwerfern getaucht. Die Beleuchtung soll noch vervollständigt werden. Einige Spender stellen ihr Scherflein zu den Stromkosten zur Verfügung.
Das Brenzer Schloss in den Abendstunden: Ins richtige Licht wird es von einer Reihe von Scheinwerfern getaucht. Die Beleuchtung soll noch vervollständigt werden. Einige Spender stellen ihr Scherflein zu den Stromkosten zur Verfügung. © Foto: Klaus-Dieter Kirschner
Sontheim/Brenz / Klaus-Dieter Kirschner 19.02.2014
Eine Erweiterung wie eine Modernisierung der Beleuchtung an Schloss Brenz muss warten. In diesem angespannten Haushaltsjahr geht gar nichts.

Im Etat 2014, in dem zunächst eine Neuverschuldung in einer Größenordnung von 2,7 Millionen Euro angekündigt wurde, suchten die Ratsmitglieder nach Positionen, die den Rotstift zu spüren bekommen sollten. Man will runter von den 2,7 Millionen Euro Neuschulden und dürfte immerhin 200 000 Euro geschafft haben. Dies hatte zu Ende der Sitzung Kämmerer Bernd Hoppe hochgerechnet.

Bei allem Willen zu sparen, blieb aber eine Position im Haushaltsplan-Entwurf unangetastet: 30 000 Euro für den laufenden Unterhalt an Schloss Brenz. Wie die Vergangenheit seit Wiedereröffnung des Schlosses zeigte, gibt es immer wieder Anlass, mal hier mal dort etwas reparieren zu müssen. In diesem Jahr sind es die Fenster im Turmzimmer.

Die Diskussion am Ratstisch entzündete sich an drei verschiedenen Themen:

-Zum einen stand im Vermögensetat eine Summe von 30 000 Euro für die Befestigung eines Fußwegs zu Schloss Brenz. Während Thomas Haide (FWV) eine vergleichsweise günstigere Lösung mit erneuertem Schotter-Unterbau und Pflaster aus H-Steinen anregte, winkte SPD-Fraktionschef Reiner Lindenmayer ab: „Bloß keine H-Steine.“ Dass man aber etwas machen müsse, um künftigen sauberen Fußes zu festlichen Veranstaltungen im Schloss kommen zu können, forderte Hans Honold (FWV). Für 3000 Euro sähe man viel, fand Heinz Mack (FWV). Der Gemeinderat folgte dem Kompromissvorschlag von Bürgermeister Matthias Kraut und reduzierte den Etatansatz von 30 000 auf 4000 Euro.

-Zum anderen zurückgestellt wurde die Beschaffung einer historischen Uniform, die in Schloss Brenz gezeigt werden soll. Das edle Tuch der Schlosswache, wie sie im 17. Jahrhundert am Schloss auf Posten stand, soll von der Uniformfabrik Tübingen gemäß historischer Vorlagen genäht werden. Kostenpunkt: 2000 Euro. Der Förderverein Schloss Brenz würde die Hälfte der Kosten übernehmen, teilte Bürgermeister Kraut im Gemeinderat mit. Doch beschlossen sei im Verein noch nichts, weil zum fraglichen Termin die Versammlung nicht beschlussfähig war. Die Uniform sei so zugemessen, dass sie bei Kostüm-Führungen getragen werden könnte. Der Gemeinderat strich nach kurzer Debatte („Bauchgröße oder nicht“) die 2000 Euro für dieses Jahr aus dem Etat.

-Die Schlossbeleuchtung in Brenz kommt gut an. Daran bestand kein Zweifel. Nun war im Etat eine Summe von 21 000 Euro für die Erweiterung der Beleuchtung eingestellt. Außerdem soll(t)en für weitere 5200 Euro Erd- und Pflasterarbeiten für die Kabelverlegung bereitliegen. Durch 17 Boden-Einbauleuchten sollte das Schloss noch mehr zur Geltung kommen. Von „Luxus, den man sich derzeit nicht leisten könne“, sprach Gemeinderat Manfred Heli (SPD) und plädierte für eine Verschiebung dieses Vorhabens. Die Gegenrede kam von Christian Kröner (SPD), dem vormaligen Vorsitzenden des Fördervereins: „Als wir mit der Sanierung von Schloss Brenz anfingen, waren viele erschrocken über die Höhe des Kostenvoranschlags. Viele klagten damals: Warum haben wir nicht früher regelmäßig Geld für die Instandhaltung des Schlosses ausgegeben?“ Froh äußerte sich Kröner, dass es bisher Leute gab, die für die Schlossbeleuchtung ihren Geldbeutel aufmachen und spenden.

Bürgermeister Kraut sprach die vorgeschlagene Wege-Beleuchtung an. Die Frage sei wirklich berechtigt, ob man dafür immer genug Sponsoren finden werde. Schließlich wolle man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Die Beleuchtung der Wege strahle zugleich auch die Schlossfassade an und erspare Scheinwerfer auf irgendwelchen erhöhten Positionen. Gemeinderat Ralf Goy (FWV) plädierte angesichts der knappen Finanzsituation für eine Verschiebung der Wege-Beleuchtung. Sein Fraktionskollege Klaus Nicoletti wurde deutlicher: „Wenn wir schon bei Kindergärten und Schulen Haushaltsansätze kürzen oder sogar ganz streichen, dann können wir die Schlossbeleuchtung nicht im Etat stehen lassen.“

Elisabeth Lahmayer (SPD) fand in so einem Vorgehen kein gutes Signal: „Das ist ungut den Sponsoren gegenüber, die gerne etwas geben würden.“ Trotz der Bedenken stimmte die große Mehrheit gegen das Vorhaben. Nur fünf Räte waren für die Installation noch in diesem Jahr.

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