Ärger Schlechte Straßen: Handwerker kritisieren Verkehrspolitik

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Ulm/Heidenheim / 26.09.2016
Laut Umfrage sind kaum Handwerksbetriebe mit dem Straßenzustand zufrieden. Auch von der Handwerkskammer Ulm kommt Kritik.

Nahezu jeder zweite Handwerksbetrieb in Deutschland betont in diesem Zusammenhang, dass sich in den vergangenen zehn Jahren die Qualität der Straßen verschlechtert hat. Ein Drittel der Betriebe sieht ihre Geschäftstätigkeit negativ beeinträchtigt. Wöchentlich beziffern sie den Zeitverlust durch schlechte Straßen auf mehr als sieben Stunden.

„Die Verkehrspolitik in unserem Land muss sich stärker auf Reparatur und Instandhaltung konzentrieren“, betont Robert Smejkal, Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr und Infrastruktur der Handwerkskammer Ulm. Der Abbau von Verkehrsengpässen sei eine Notwendigkeit, von der jeder Handwerksbetrieb profitieren werde. „Je schneller unsere Handwerker beim Kunden sind, desto leistungsfähiger sind wir als Betrieb und desto mehr profitieren unsere Kunden in der Region.“ Auch Mitarbeiter profitierten bei ihren Anfahrtswegen zur Betriebsstätte davon.

Smejkal: „Das Interesse an einer guten Infrastruktur ist für unsere Region elementar hoch.“ Gerade für Betriebe im Montage-Einsatz seien qualitativ gute Verkehrswege wichtig. Gleiches gilt für die Handwerksbetriebe im Bereich des gewerblichen Bedarfs, die oftmals Zulieferer für die Industrie sind. Aufgrund ihrer oft größeren Belegschaft und Anlieferzeiten summieren sich hier auch die Zeitverluste schnell in den Bereich ganzer Arbeitstage. Smejkal abschließend: „Dort, wo wir pro Woche einen Arbeitstag durch schlechte Infrastruktur verplempern, muss sich etwas tun.“ Die aktuelle Debatte um vorhandene Überschüsse im Bundeshaushalt könne aus dieser Sicht schnell beendet werden.