Reise Schambeker besuchen die alte Heimat

Die Reisegruppe aus dem Kreis Heidenheim vor der „Alten Kirche“ in Schambek.
Die Reisegruppe aus dem Kreis Heidenheim vor der „Alten Kirche“ in Schambek.
03.09.2013
Gedenken – erinnern – besichtigen: Unvergesslich bleiben vielen Reiseteilnehmern aus dem Kreis Heidenheim die Eindrücke, die sie während ihres mehrtägigen Aufenthalts in Ungarn, und dort ganz besonders in ihrer ehemaligen Heimatgemeinde, gewinnen konnten.

Der Heimatverein Schambek war einer Einladung zu den Abschlussfeierlichkeiten des Jubiläums „300 Jahre Ansiedlung der Deutschen in Schambek“ gefolgt, ergangen vom Bürgermeister der Stadt Schambek, der Deutschen Minderheiten-Selbstverwaltung sowie der Schambeker Lochberg-Tanzgruppe.

Heiß lag die Sonne über der von den vertriebenen Schambekern errichteten Gedenkstätte auf dem alten Pest- und Cholerafriedhof. Diese Gedenkstätte auf dem Hang des Lochberges oberhalb der „Alten Kirche“ mit dem hohen, alles überragenden Steinkreuz ist die Ruhestätte der Eltern, Großeltern und Ahnen, die seit 300 Jahren auf diesem Friedhof die letzte Ruhe fanden.

In einer besinnlichen Feierstunde fanden in ihren Gedenkreden und bei der Kranzniederlegung unter anderen sowohl der Bürgermeister von Schambek, Zsolt Csenger-Zalán, als auch die Vertreterin des Heimatvereins Schambek, Irene Kieltsch, ergreifende Worte. Die Reformierte Kirche – sie wurde vor wenigen Jahren in der Töker Gasse erbaut – war dann im Laufe des Nachmittags Schauplatz der Festveranstaltung mit diversen Ansprachen. Nattheims Bürgermeister Norbert Bereska, der von Mitgliedern der Gemeindeverwaltung und des Gemeinderats begleitet wurde, erinnerte in seiner Rede an die Übernahme der Patenschaft über den Heimatverein Schambek im Jahre 1987 durch die Gemeinde Nattheim. Die Leiterin der „Lochbergtanzgruppe“, Sandra Fuchs, stellte die erweiterte zweite Auflage ihres Buches „Seit 300 Jahren in Schambek“ vor.

Zum Höhepunkt der Reise gestaltete sich tags darauf eine große schwäbische Hochzeitsfeier: Von der Brautwerbung in Schambeker Tracht nach Original-Vorbildern über den langen Hochzeitszug durchs Dorf vom Wendelini-Haus bis zum Klostergarten, entsprach alles bis ins Detail der lebendigen Tradition. Mit Begeisterung wurde hier nach alter Sitte eine Schwabenhochzeit gefeiert, wie es schon zu Zeiten der Ahnen Brauch war. Für die musikalische Begleitung sorgte die deutsche Blaskapelle „Die Adlersteiner“ aus Werischwar/Pilisvörösvar.

Nachdem die Gastgeschenke ausgetauscht waren, nahm der Vorsitzende der MinderheitenSelbstverwaltung, János Bechtold, zusammen mit Sandra Fuchs Ehrungen vor. Für ihr Engagement im Bereich Ahnenforschung, Kultur und Tradition, Arbeit in der Landsmannschaft oder als Förderer und Unterstützer entsprechender Einrichtungen und Vereine wurden Johann Gallina (Herbrechtingen), Bürgermeister Norbert Bereska (Nattheim), Theresia Großhable geb. Heinemann (Herbrechtingen), Horst und Erika Arzt (Gerlingen) jeweils mit einer Medaille sowie Elisabeth Lunz (Giengen) und Irene Kieltsch (Nattheim) mit je einer Urkunde geehrt.

Ein ehemaliges Bauernhaus in der Neigstift, das Wendelini-Haus, dient seit vielen Jahren als schwäbisches Heimatmuseum. Nachdem das Haus mit einem zusätzlichen Raum erweitert worden war, konnten weitere buntbemalte Bauernschränke und Möbel ausgestellt werden. Theresia Großhable, die den Großteil der ausgestellten Stücke ausfindig gemacht und renoviert hat, nahm am dritten Tag der Festlichkeiten die Übergabe der neuen Sammlung und die Führung durch das Museum vor.

Gut verbinden ließ sich für die Reisegruppe die Jubiläumsfeier mit Ausflügen in die nähere und fernere Umgebung Schambeks. Ein ganz besonderes Erlebnis war am ungarischen Nationalfeiertag (20. August) das Feuerwerk „Flammen über der Donau“, das vom Schiff oder vom Panoramafenster des Hotels aus bewundert werden konnte.

Nicht fehlen durfte bei einem Aufenthalt in Ungarn eine Fahrt durch die schwäbischen Ortschaften um Budapest. Am Ortsrand von Schambek sind von den alten Weinkellern noch einige erhalten geblieben. Von diesen „Lahmgruam“ handelt das allseits bekannte Lied „In der Lahmgruam steht a Baam“, das häufig auch beim Schambeker Kiritog gesungen wird. Sehr gepflegt, mit einer Statue, die einen Weinbauern darstellt, ist sie heute ein Erinnerungspark, der unter Natur- und Denkmalschutz steht.