Verkehr Sanierung: B 19 ab sofort halbseitig gesperrt

Einmal ums Karree: Die ausgeschilderte Umleitungsstrecke beginnt in Mergelstetten (oberer Bildrand, Mitte), verläuft der auf dem Luftbild blau markierten Route folgend bis zum Bolheimer Feuerwehrmagazin, anschließend dann nach Osten Richtung Herbrechtingen. Am rechten Bildrand ist violett eingefärbt die halbseitig gesperrte, aber Richtung Mergelstetten befahrbare B 19 zu erkennen. Zunächst wird der gelb hervorgehobene Parallelweg bis zum künftigen Kreisverkehr beim Schwenks-Werksgelände gebaut.
Einmal ums Karree: Die ausgeschilderte Umleitungsstrecke beginnt in Mergelstetten (oberer Bildrand, Mitte), verläuft der auf dem Luftbild blau markierten Route folgend bis zum Bolheimer Feuerwehrmagazin, anschließend dann nach Osten Richtung Herbrechtingen. Am rechten Bildrand ist violett eingefärbt die halbseitig gesperrte, aber Richtung Mergelstetten befahrbare B 19 zu erkennen. Zunächst wird der gelb hervorgehobene Parallelweg bis zum künftigen Kreisverkehr beim Schwenks-Werksgelände gebaut. © Foto: Geyer-Luftbild
Herbrechtingen / MICHAEL BRENDEL 03.05.2013
Verkehrsteilnehmer müssen für die Strecke zwischen Mergelstetten und Herbrechtingen von nun an mehr Zeit einplanen. Grund: Während der Sanierung der B 19 wird ein Teil der Fahrzeuge über Bolheim umgeleitet - Chaos nicht ausgeschlossen.

Die Distanz zwischen den Ortsschildern Mergelstettens und Herbrechtingens beträgt gut drei Kilometer, die Umleitungsstrecke, die ab Montag, 6. Mai gilt, ist eineinhalbmal so lang: Weil die B 19 in den kommenden Monaten saniert wird, fließt ein Teil des Verkehrs bis auf Weiteres über Bolheim.

  • Wer Richtung Herbrechtingen unterwegs ist, muss ab dem 6. Mai von Mergelstetten aus die Landesstraße am Entsorgungszentrum vorbei bis nach Bolheim nehmen. Beim Feuerwehrmagazin geht es dann auf die Zoeppritzstraße und anschließend durchs Gewerbegebiet Fischerbreite zur Mergelstetter Straße.
 
  • In Gegenrichtung bleibt vorerst alles beim Alten: Für die Fahrt von Herbrechtingen nach Mergelstetten steht bis Anfang Juni weiterhin die B 19 zur Verfügung – auch wenn sie von Montag an halbseitig gesperrt ist. Ab Anfang Juni wird der Verkehr zunächst über einen 800 Meter langen Wirtschaftsweg an den Zementen vorbei geleitet - parallel zur Trasse der B 19. Später im Sanierungsverlauf wird der Verkehr auf der gesamten Strecke zwischen Herbrechtingen und Mergelstetten über einen Wirtschaftsweg geleitet werden.
 

Das gesamte Sanierungs- und Neubauvorhaben wird sich voraussichtlich bis zum Sommer 2014 erstrecken. In einem ersten Schritt entsteht zunächst auf Höhe des Schwenk-Werks parallel zur B 19 ein kombinierter Geh-, Rad- und Wirtschaftsweg. Sobald dieser rund 800 Meter lange Abschnitt fertiggestellt ist, soll über ihn der Verkehr rollen und gleichzeitig der Bau des Kreisels am südlichen Ende des Schwenk-Areals beginnen. Darüber hinaus ist vorgesehen, im Zuge des ersten Bauabschnitts auf der Westseite der B 19 zwei Regenversickerungsbecken sowie die Entwässerung der Straße auf deren gesamter Länge anzulegen.

Für den Herbst 2013 ist die Ausschreibung der Arbeiten des zweiten Bauabschnitts geplant. Dazu gehören ein durchgehender Wirtschaftsweg auf der Ostseite der B 19 sowie die Erneuerung des teilweise von tiefen Spurrillen durchzogenen Belags der Bundesstraße. Die darunter liegende, 30 Zentimeter starke Betonschicht bleibt bestehen, wird aber saniert.

Über den Winter kann die Sperre aufgehoben werden

Da der Startschuss für dieses mit drei bis vier Monaten Bauzeit veranschlagte Maßnahmenpaket voraussichtlich erst im April 2014 erfolgt, kann die einseitige Sperrung der B 19 während der Wintermonate aufgehoben werden.

Wenn dann im Frühjahr die Baumaschinen wieder anrücken, wird aufgrund des in Bolheim unzweifelhaft deutlich anwachsenden Durchgangsverkehrs auf Höhe des ehemaligen Zweiradhauses Hechler eine Querungshilfe geschaffen werden, die über die Dauer der Umleitung hinaus bestehen bleibt. Laut Dieter Frank, dem Leiter des Fachbereichs Bau im Herbrechtinger Rathaus, wird schon im Mai an gleicher Stelle eine Fußgängerampel installiert, die auf Anforderung das Überqueren der Heidenheimer Straße ermöglicht.

Der Verkehr muss die Bahnlinie queren

Ab Montag, 6. Mai, wird sich zeigen, welche Behinderungen und Wartezeiten sich aufgrund der Umleitung ergeben. Rückstaus Richtung Heidenheim dürften daraus resultieren, dass der auf der B 19 nach Süden rollende Verkehr an einem der beiden Übergänge in Mergelstetten die Bahnlinie queren muss – bei geschlossenen Schranken geht dort dann minutenlang gar nichts mehr (siehe Seite 11 unserer heutigen Ausgabe).

Im Vorgriff auf die veränderten Verkehrsflüsse wurden bereits die Ampelschaltungen an den Kreuzungen der Hainenbach- mit der Carl-Schwenk- und der Zoeppritzstraße in Mergelstetten sowie der Mergelstetter Straße mit der B 19 in Herbrechtingen umprogrammiert. Auf Knopfdruck treten diese Veränderungen ab kommender Woche in Kraft.

Unter den Bolheimern ist die Skepsis groß, dass ein Dreh an diesen Stellschrauben ausreicht, den Durchgangsverkehr im Ort zumindest am Laufen zu halten. Immerhin prophezeit Herbrechtingens Beigeordneter Thomas Diem eine Verdoppelung des derzeitigen Verkehrsaufkommens.

Und genau diese Erwartung sorgt in Bolheim für Verärgerung, wie Stadtrat Peter Aufleger (Sonstige) in der Sitzung des Gemeinderats am Donnerstagabend, 2. Mai, berichtete. Kritik entzünde sich vor allem daran, dass beim Bolheimer Feuerwehrmagazin das Linksabbiegen Richtung Anhausen künftig nur unter großen Schwierigkeiten möglich sein dürfte.

Während der ersten drei Wochen Chaos

Frank bestätigte diese Einschätzung: „Die Kreuzung wird der neuralgische Punkt an der ganzen Geschichte.“ Nach einem Gespräch mit dem zuständigen Baureferat des Regierungspräsidiums Stuttgart sei aber davon Abstand genommen worden, eine Ampel zu installieren, „weil das bei fünf dort zusammenlaufenden Straßen nicht so einfach zu bewerkstelligen ist“. Da eine Lichtzeichenanlage außerdem noch längere Rückstaus erwarten ließe, solle also darauf verzichtet werden.

„Während der ersten drei Wochen wird es sicher Chaos geben“, sprach Frank Klartext, allerdings sei den Planern keine bessere Lösung eingefallen. Auch habe man Überlegungen verworfen, die Vorfahrtsregelung beim Feuerwehrmagazin vorübergehend zu verändern. Grund: Die Erfahrung der Polizei zeige, dass die Verkehrsteilnehmer Probleme hätten, sich rasch daran zu gewöhnen, was wiederum die Unfallgefahr erhöhe.

Frank versicherte, Anregungen aus der Bevölkerung würden permanent gesammelt und ans Regierungspräsidium weitergegeben. Außerdem beobachte die Polizei das Geschehen sehr genau und sei bereit, „bei Bedarf nachzujustieren“.