Steinheim / Carolin Wöhrle Der insolvente Automobilzulieferer mit Sitz in Steinheim kann von Fuyao übernommen werden: Das Bundeskartellamt hat zugestimmt.

Für die Beschäftigten der SAM-Standorte ist die Zeit des Zitterns erst einmal vorüber: Bereits im Januar hatte der Gläubigerausschuss der Übernahme des Automobilzulieferers durch den chinesischen Konzern Fuyao zugestimmt. Ausgestanden hatte noch die Zustimmung des Bundeskartellamtes, die nun gegeben wurde. Die Nachrichte erhielten die Beschäftigten laut „Geislinger Zeitung“ durch einen Aushang in den betrieben.

Nach Meinung des Insolvenzverwalters Dr. Holger Leichte von der Kanzlei Schultze & Braun können die Beschäftigten mit dem neuen Investor zufrieden sein: „Es ist uns in einer gemeinsamen Kraftanstrengung gelungen, alle Arbeitsplätze zu retten und das Unternehmen zu erhalten.“ Beschäftigt sind bei der SAM Automotive insgesamt mehr als 1400 Menschen, allein 600 in Steinheim.

Erst der Brand, dann die Insolvenz

SAM passe aus seiner Sicht sehr gut in das Portfolio des Fuyao-Konzerns. Dieser hat sich auf die Herstellung und Weiterverarbeitung von Mobilglas konzentriert. Deshalb ist davon auszugehen, dass er sich durch den Kauf der SAM Automotive – spezialisiert auf Aluminium-Anbauteile – noch breiter aufstellen will.

Wieviel der chinesische Käufer für den schwäbischen Autozulieferer bezahlt, ist nicht bekannt. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Im Sommer 2017 hatten sich die Mitarbeiter der SAM gemeinsam mit der Gewerkschaft IG Metall einen neuen Haustarifvertrag erkämpft. Vorausgegangen waren Streiks und Proteste vor der Konzernzentrale des Investors Bregal in München.

Nur ein halbes Jahr danach dann das verheerende Feuer am Standort Heidhöfe in Böhmenkirch: Beim Brand im Galvanikbereich des Werks war unter anderem das Dach einer 5600 Quadratmeter großen Halle in Teilen eingestürzt. Ein 500 Quadratmeter großer Bereich der Halle wurde zerstört.

Verletzt wurde zwar niemand, das Unternehmen hatte anschließend aber Mühe, die Produktion so auszulagern, dass Aufträge nicht gefährdet wurden.

Im vergangenen Sommer dann musste SAM Automotive Insolvenz anmelden. Laut des Insolvenzverwalters Dr. Holger Leichte war der Brand einer der maßgeblichen Gründe für die finanziellen Schwierigkeiten des Unternehmens.

SAM Automotive und SAM Production sind insolvent. Betroffen sind rund 1800 Mitarbeiter. Die IG Metall macht dennoch Hoffnung.