Böhmenkirch/Steinheim Die Firma SAM Automotive ist insolvent

Letztes Jahr gab es Warnstreiks, jetzt müssen die Mitarbeiter von SAM Automotive um ihren Arbeitsplatz fürchten.
Letztes Jahr gab es Warnstreiks, jetzt müssen die Mitarbeiter von SAM Automotive um ihren Arbeitsplatz fürchten. © Foto: Archiv, Sabrina Balzer
Böhmenkirch/Steinheim / Carolin Wöhrle 21.08.2018
SAM Automotive und SAM Production sind insolvent. Betroffen sind rund 1800 Mitarbeiter. Die IG Metall macht dennoch Hoffnung.

Nicht einmal zwei Jahre nach der Übernahme der Binder-Gruppe durch die Bregal Unternehmerkapital und der Umbenennung in SAM Automotive ist der Automobilzulieferer offenbar insolvent. Das zumindest vermeldete am Montag die Gewerkschaft IG Metall Göppingen-Geislingen.

Das Büro des zuständigen Insolvenzverwalters bestätigte ein entsprechendes Verfahren auf HZ-Nachfrage. Dabei gehe es um SAM Automotive und SAM Production.

„Der Privat Equity Fond Bregal ist mit seiner Strategie gescheitert. Jetzt muss verhindert werden, dass die Beschäftigten auf der Strecke bleiben“, so Manuel Schäfer von der IG Metall Göppingen-Geislingen.

„Weil Bregal keinen angemessenen Finanzierungsrahmen für die Restrukturierung der SAM Gruppe zur Verfügung gestellt hat, konnten weder die notwendigen Sanierungsmaßnahmen eingeleitet, noch die Kreissparkasse zu zusätzliche Einlagen bewegt werden,“ so Schäfer weiter, der die Mitarbeiter der SAM Automotive auch bei Warnstreiks und Protesten im Juni 2017 begleitet hatte. Ergebnis war erst im Juli 2017 die Einigung auf einen Haustarifvertrag für die Beschäftigten.

Wie Schäfer auf Nachfrage am Montag erklärte, sei die Gewerkschaft seit Freitag in erste Gespräche über die Insolvenz involviert gewesen. Die Mitarbeiter seien mittlerweile „weitestgehend informiert“.

IG Metall macht Hoffnung

Die Ursache für die Insolvenz sieht die Gewerkschaft jedenfalls bei der Bregal Unternehmerkapital: „An Stelle die Verlagerung von Teilen der Produktion in die Slowakei vorzubereiten, hätte die Zeit und Energie in die Umstrukturierung und Verbesserung der bestehenden Produktion gesteckt werden müssen“, heißt es in der ersten Mitteilung weiter.

Dennoch scheint die Gewerkschaft die Hoffnung noch nicht aufgegeben zu haben: Die Insolvenz sei „kein Todesurteil“, zumal es positive Signale von Seiten des Insolvenzverwalters, der Kunden und der Kreditgeber positive Signale gebe. So soll es gelingen, die Auswirkungen auf die Beschäftigten zunächst gering zu halten.

Damit die Beschäftigten auch Mitte September noch ihren Lohn bekommen, soll der Insolvenzverwalter die Vorfinanzierung des Insolvenzausfallgeldes organisieren.

„Es wird in den nächsten Tagen darum gehen, den ersten Schock zu verdauen und sicher zu stellen, dass die Bedürfnisse der Beschäftigten, Kunden und Lieferanten zufrieden gestellt werden, dann gibt es gute Chancen für eine langfristige Sicherung der Arbeitsplätze,“ sagt Schäfer.

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