Freizeit Rundritt: 81 Kilometer in Trab und Galopp

Erfolgreich in diesem Jahr beim Grastäler-Distanzritt, der in Stetten ob Lontal begann und endete: Beate Werner und ihr Araber-Wallach Ayshan
Erfolgreich in diesem Jahr beim Grastäler-Distanzritt, der in Stetten ob Lontal begann und endete: Beate Werner und ihr Araber-Wallach Ayshan © Foto: Jochen Horndasch
Stetten ob Lontal / Jochen Horndasch 09.05.2013
Trotz feuchtkalten Wetters machten sich 35 Reiter mit ihren Tieren auf den bis zu 81 Kilometer langen 36. Grastäler-Distanzritt. Von Stetten ob Lontal ging es die Lone entlang, vorbei an Neenstetten, Sinabronn und Ettlenschieß nach Bräunisheim, wahlweise rund um Gussenstadt und wieder zum Ausgangspunkt zurück.

Bei Nieselregen und Temperaturen um sechs Grad ist es normalerweise zu Hause am Schönsten. Doch nicht für 35 Distanzreiter, die jetzt Wind und Wetter trotzten und von weit über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus angereist waren. Kein Wunder: Die Grastäler-Passage gehört zu den schönsten und eindrucksvollsten Langstrecken-Ritten in Deutschland.

Bereits tags zuvor schlug der Tross aus Rössern und Reitern auf der Wiese am Dorfrand von Stetten sein Lager auf. Morgens um 8 Uhr fiel dann der Startschuss. Im gestreckten Galopp startete die Meute. Die bunte Mischung verschiedener Pferderassen machte sich wahlweise auf die 61 oder 81 Kilometer lange Strecke. Lonetal, Trutteltal, Nonnental, Frontal, Knöpflestäle, Hungerbrunnental sowie das Tiefe Tal lagen auf der Route. Bis Bräunisheim waren 37 Kilometer zurückgelegt, 40 Minuten Pause und eine umfassende tierärztliche Untersuchung waren angesagt.

Kein Pferd kann sich dem Gesundheitscheck entziehen

Kein Pferd kann sich diesem Gesundheitscheck entziehen, alle müssen sich den beiden Tierärzten stellen. Herz- und Kreislaufuntersuchungen stehen im Vordergrund. Je nach Größe des Pferdes liegt der Puls zwischen 28 und 48 Schlägen pro Minute und darf trotz Anstrengung 64 Schläge nicht übersteigen. Auch die Darmtätigkeit wird abgehört. Der Blick ins Auge und ins Maul sowie die Färbung des Zahnfleisches und der Hautfalten-Test geben Auskunft über möglichen Wassermangel. Der Rücken wird auf Muskelverspannungen abgetastet. Zu guter Letzt wird vorgetrabt und das Gangwerk begutachtet.

Sechs Pferde fielen beim Gesundheitscheck durch und schieden aus, 29 wurden mit „gut“ bewertet und durften weiter. Auch der elf Jahre alte Araber-Wallach Ayshan hatte die tierärztliche Untersuchung ohne Beanstandung absolviert. Die 37 Kilometer hatte er unter seiner Besitzerin Beate Werner aus Hofstett-Emerbuch in nur zwei Stunden und 40 Minuten geschafft. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei satten 13 Kilometer in der Stunde.

Geritten wird stehend - im Trab und im Galopp

Geritten wird stehend im Steigbügel – egal ob im Trab oder Galopp. Das Duo Ayshan und Beate Werner sind alte Hasen der Grastälertäler-Passage. Mit 16 ist die heute 43-Jährige erstmals gestartet, insgesamt 15 Mal hat sie teilgenommen. Sie weiß, worauf es ankommt. Getreu ihrem Motto „angekommen ist gewonnen“ steht die Gesundheit ihres Pferdes im Vordergrund. Dafür wird einiges getan. Die Vorbereitungen zum Grastälerritt beginnen schon Monate vorher. Gemeinsam trainieren sie Ausdauer und Kraft.

Die Anstrengungen der vergangenen Wochen haben sich gelohnt. Mit der zweitschnellsten Zeit bei der 61-Kilometer-Distanz waren Beate Werner und Ayshan zufrieden. Auch die Veranstalter Stefanie Prasch und Werner Nahm zogen eine positive Bilanz. Trotz des schlechten Wetters kamen viele Teilnehmer und alle seien wohlbehalten ins Ziel gekommen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel