Fest Rüsthaus der Feuerwehr eingeweiht

Ballmertshofen / Klaus-Dieter Kirschner 06.05.2013
Am Ortsrand des Härtsfelddorfs, kurz vor der Grenze zu Bayern, hat „Florian Ballmertshofen“ jetzt ein richtiges Rüsthaus mit Fahrzeug-Boxen, einem Technikraum und einem Lehrsaal. Am Samstagabend wurde Einweihung gefeiert.

41 Feuerwehrleute umfasst diese Feuerwehr, die ein Teil der Gesamtfeuerwehr Dischingen ist, überdies aber vor allem als Ölwehr überörtlich tätig wird, sollte der Ernstfall eintreten. In den vergangenen 16 Monaten absolvierten die Mitglieder der Einsatz-Abteilung ihre Übungen und rückten aus, wenn der Piepser rief. Ansonsten waren die handwerklich begabten Feuerwehrleute „bloß no auf'm Bau“ und „selten dahoim“, wie Kommandant Rainer Haußmann in seiner Ansprache anlässlich der Einweihung berichtete. Für all die aus der Baubrigade unter Bauleiter Markus Schmid gab es als Dank eine Taschenlampe, „damit ihr auch wieder nach Hause findet“.

Bürgermeister Alfons Jakl wollte dieses Geschenk „ja nicht als Signal verstanden wissen, dass wir auch in unserer Gemeinde die Nachtabschaltung beim Straßenlicht einführen“.

Bevor die obligatorischen Reden gehalten wurden und das Freibier aus Dunstelkingen den Baustaub aus den trockenen Kehlen spülte, hatte der katholische Pfarrer Dr. Dietmar Horst die Mannschaft (in ihr auch die Feuerwehrfrauen) und die neuen Räume gesegnet. Das sei in der Tat ein tolles Ereignis just an dem Tag, an dem der Schutzpatron der Feuerwehrleute, der Heilige Florian, Namenstag hat(te).

Ein Umbau als Generationenwerk

Rainer Haußmann meldete wenig später Vollzug, nannte eine ganze Anzahl von Firmen, die mitgeholfen oder zugeliefert haben: „Dieser Umbau ist ein Generationenwerk, für das wir unsere Kameradschaftskasse geplündert haben.“ Dank bekundete der „Commander“, Ortsbaumeister Harald Wörner, für die Pläne, dem Bürgermeister und dem Gemeinderat für 15 000 Euro Baukosten-Zuschuss. „Was hier entstanden ist, kann sich wirklich sehen lassen“, lobte Alfons Jakl. So ein Gruppenraum sei ungemein wichtig für theoretische Ausbildungsvorhaben. An dem robusten Stammtisch könne man prima Kameradschaft pflegen: „Bevor die Bauarbeiten hier wirklich aufgenommen wurden, sah das doch alles sehr übel aus. Es ist nicht selbstverständlich, dass man das eigene Geld einsetzt, um ein Gebäude, das der Gemeinde gehört, zu modernisieren.“

„Ein schönes Wohnzimmer ist hier für unsere Feuerwehr entstanden. 16 Monate lang wurde gewerkelt und ein tolles Ergebnis erzielt“, freute sich Ortsvorsteher Werner Koths. Jetzt sei es an der Zeit, sich über das gemeinsam Geschaffene zu freuen und richtig zu feiern.

Dass bei der Feuerwehr Ballmertshofen über all die Jahre immer mal wieder gebaut und damit der Gemeinde viel Geldausgabe erspart wurde, bestätigte der vormalige Dischinger Bürgermeister und jetzige CDU-Landtagsabgeordnete Bernd Hitzler in launiger Rede: Das ganze Härtsfeld könne stolz auf die Arbeit der Feuerwehr sein. Der Politiker lobte die Haußmanns in Ballmertshofen: „Der Name steht für Qualität.“

Die Glückwünsche der Gesamtfeuerwehr zur Einweihung formulierte Hauptkommandant Achim König: „Es ist eine Freude, heute das vollendete Werk erleben zu dürfen.“ Eine Feuerwehr brauche eine Heimat, unterstrich Uli Steeger als Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes und lobte das gute Miteinander in der Feuerwehr Ballmertshofen. Nachdem nun alles schön geworden sei, riet Steeger: „Jetzt ganget au mal wieder hoim ond pfleget die Familie ond machet aus eure neue Räum' das Beste.“

Wie viel Geld letztlich ausgegeben wurde, verdeutlichte Harald Scherbaum, der Vorsitzende des einzigen Feuerwehrvereins, den es im Kreis Heidenheim gibt: Vor acht Jahren habe die Feuerwehr vor der Indienststellung eines Wasserführenden Tragkraftspritzenfahrzeugs die Fahrzeughalle umgebaut und erweitert. Jetzt habe man etwas für die Mannschaft getan. Der Umbau, die neue Terrasse waren aufwendig und sind hervorragend gelungen. Die 15 000 Euro der Gemeinde seien die Anschubfinanzierung gewesen. 8000 Euro seien aus der angesparten Kameradschaftskasse draufgelegt worden. 20 000 Euro stellte der Feuerwehrverein zur Verfügung.

Damit wieder Geld in die Kasse kommt (Scherbaum: „Vielleicht gibt es mal wieder etwas zu bauen.“), hatte der Redner noch ein großes Sparschwein mitgebracht. Die Einweihungsgäste bat er, dieses Sparschwein zu füttern.

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