Neresheim-Ohmenheim Römer auf dem Härtsfeld beschäftigen Forscher

Eine römische Scherbe. Symbolfoto.
Eine römische Scherbe. Symbolfoto. © Foto: HZ-Archiv
Neresheim-Ohmenheim / Klaus Dammann 13.10.2018
Die Entdeckung war eine echte Überraschung: Bei Ohmenheim gibt es eine römische Militäranlage.

Erste Hinweise auf das Römerlager auf dem Härtsfeld brachten Luftbilder aus dem Jahr 2000, schreibt die „Schwäbische Post“. Die Entdeckung sei eine echte Überraschung gewesen, wird der baden-württembergische Limeskoordinator Dr. Stephan Bender zitiert. Weitere Untersuchungen hätten gezeigt, dass die Militäranlage rechteckig mit Maßen von 260 mal 185 Meter sei. Der fast fünf Hektar große Innenraum weise keine Spuren von Bebauung auf, sei aber von einem Graben mit zwei Torbereichen umgeben gewesen.

Bei einer archäologischen Ausgrabung sei eine kleine Fläche freigelegt worden, um offene Fragen klären zu können. Aufgrund der Dimension gehöre das Lager zu den größten bekannten Militäranlagen der Römer jenseits der Donau. Die Forscher gehen davon aus, dass mehrere tausend Soldaten hier in Zelten untergebracht waren.

Die Anlage sei wohl nur kurze Zeit genutzt worden, heißt es in dem Bericht weiter. Dafür spreche auch, dass im Bereich der Grabung keine Funde gemacht wurden. Dies erschwere eine Datierung. Bender hält aber die Zeit zweite Hälfte des ersten Jahrhunderts nach Christus für möglich – eine Pionierphase, in der die Alb noch nicht zur römischen Provinz gezählt habe. Eine weitere Grabung soll im Spätsommer 2019 folgen.

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