Sanierung Rentner-Bautrupp will Alte Pfisterei bis Jahresende fertig haben

Das aktuelle Bauteam an der Pfisterei im Klosterhof Königsbronn (von links) Karl Baur, Claude Marcel, Josef Seibold, Ewald Poxleitner, Walther Gerstenlauer, Karl Elser, Adolf Lober und Helmut Haske. Es fehlen: Manfred Rall, Karl Eber, Frieder Butz und Roland Ortwein.
Das aktuelle Bauteam an der Pfisterei im Klosterhof Königsbronn (von links) Karl Baur, Claude Marcel, Josef Seibold, Ewald Poxleitner, Walther Gerstenlauer, Karl Elser, Adolf Lober und Helmut Haske. Es fehlen: Manfred Rall, Karl Eber, Frieder Butz und Roland Ortwein. © Foto: Holger Scheerer
Königsbronn / Holger Scheerer 09.05.2013
Immer wieder dienstags schlägt in Königsbronn die Stunde des Rentner-Bautrupps, der eng mit dem Kulturverein verbunden ist. In diesem Jahr feiert man Jubiläum: Seit zehn Jahren arbeiten die Männer an der Sanierung der Alten Pfisterei. Jetzt ist Land in Sicht.

Jetzt rüsten sich die vitalen Senioren von der Baubrigade zum Endspurt: In diesem Jahr sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Die historische Alte Pfisterei im Klosterhof gehörte ursprünglich dem Land und verfiel zusehends. Als der Kulturverein die Immobilie im Jahr 2003 für 12 000 Euro erworben hatte, war man erst einmal „pleite“. Notgedrungen bildete sich ein Kreis von ehrenamtlichen Helfern, dem heute elf Personen angehören.

Als man die Entscheidung traf, die Alte Pfisterei zum Klostersommerfest im Jahr 2003 zumindest so weit instand zu setzen, dass ein Speisen- und Getränkeausschank möglich sein würde, ahnte allerdings noch niemand das große Ausmaß der Arbeit, die auf das Team zukommen würde. Die Arbeit hatte nämlich die Eigenschaft, sich selbstständig zu vermehren. Und auch heute noch erscheint es manchem im Team so zu sein, dass, wenn man die Arbeit an einer Ecke des alten Gebäudes beendet hat, man an einer anderen Ecke gleich wieder anfangen könnte.

Irgendwas muss man immer schaffen

„Irgendwas muss man an so einem Haus immer schaffen“, sagt denn auch Karl Elser, so etwas wie der Sprecher der Gruppe. Die Bezeichnung „Chef“ wäre falsch, denn im Team des Bautrupps gibt es keinen Kapo, man arbeitet vollkommen gleichberechtigt. Die Gruppe der elf alten Herren besteht fast ausschließlich aus alten Schaffern und Tüftlern, ausgebildeten Handwerkern mit jahrzehntelanger Berufserfahrung.

„Vom Gipser und Stuckateur bis zum Schreiner ist alles vertreten“, so Elser. Selten muss man auf Hilfe von außen zurückgreifen. Dennoch freuen sich die einsatzfreudigen Senioren über die Unterstützung vom Bauhof, zu dessen Mitarbeitern „ein sehr gutes Verhältnis“ bestehe.

Nach zehn Jahren Werkeln in und an der Alten Pfisterei beginnt die Mannschaft um Elser nun endlich Land zu sehen. Gegen Ende des Jahres soll das scheinbare „Endlosprojekt“ abgeschlossen sein. Momentan arbeitet man sowohl innen als auch außen an den letzten Aufgaben, die man sich vorgenommen hat.

Im Moment werden Gartensteine gelegt

In der Klosterschenke wurde der Holzboden abgeschliffen, Decken und Wände wurden geweißelt und die Brüstung isoliert. Im Außenbereich machte man sich zunächst an die Sanierung eines alten Stücks der Klostermauer. Danach beseitigte man sturmgeschädigte Bäume und füllte mit Hilfe des Bauhofes den Erdboden stark auf, festigte diesen und säte dann Rasen ein. Im Moment ist man unter anderem mit dem Setzen von Gartensteinen beschäftigt, die später bepflanzt werden sollen.

Karl Elser und seine Mitstreiter sehen dem Abschluss der Arbeiten mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Zum einen schätzt jeder Handwerker den Feierabend sehr, zum anderen hat sich aber über die Jahre „ein ganz tolles Team entwickelt“, so Elser, eine eingeschworene Gemeinschaft, in der es „nie Probleme gegeben hat“. So gesehen wäre es schade, wenn der Bautrupp gegen Ende des Jahres auseinanderfallen würde. Die Chancen dafür stehen allerdings eher schlecht. Denn mit der Sanierung des Langen Hauses dämmert bereits ein neues Mammutprojekt am Königsbronner Horizont.

„Gut möglich“, so Elser, „dass da der eine oder andere wieder mit von der Partie sein wird.“