Frauenhandball Zwei Handball-Frauenteams in der Landesliga

Kreis Heidenheim / Thomas Grüninger 13.09.2018
Neben der seit Jahren etablierten TSG Schnaitheim will jetzt auch Aufsteiger SG Herbrechtingen/Bolheim in der Landesliga auf sich aufmerksam machen.

Seit vielen Jahren ist die TSG Schnaitheim die Nummer eins im Kreis Heidenheim in Sachen Frauenhandball. Jetzt hat mit der SG Herbrechtingen/Bolheim ein weiterer Klub aus der Region den Sprung die Landesliga geschafft. In die am Wochenende beginnende Saison starten beide Mannschaften mit viel Vorfreude und Optimismus. Die TSG Schnaitheim hat sich vorgenommen, den sechsten Platz aus dem Vorjahr zu verbessern. Vorrangiges Ziel der SHB ist hingegen verständlicherweise der Klassenerhalt.

Beide Teams konnten sich personell verstärken, weshalb die Zuversicht auch berechtigt scheint. So zog die TSG Schnaitheim mit Astrid Mühlberger vom TV Steinheim eine erfahrene Rückraumspielerinnen an Land, die schon in der Württembergliga spielte (Hofen/Hüttlingen). Hinzu gesellt sich mit Sabrina Baur ein vielversprechendes Nachwuchstalent mit Oberliga-Erfahrung als Jugendliche in Heiningen.

Als wichtiger Neuzugang wird zudem Andrea Diebold (bisher Steinheim) eingestuft, die mithelfen soll, die bisherige Torhüter-Not (nur zwei Keeper für die erste und zweite Mannschaft) wirkungsvoll zu beheben.

Erfreulich ist auch die Tatsache, dass Marion Paus nach fast einjähriger Pause ihr Comeback feiern kann. Die Schulterprobleme, die zur Zwangspause führten, sind behoben, die lange Leidenszeit ist zu Ende.

Die durch Abgänge entstandenen Lücken scheinen demnach gut geschlossen worden zu sein. Das Team von Trainer Thomas Feil sieht sich vor allem auf der linken Seite qualitativ stark aufgestellt. Zur Vorbereitung, die Anfang Juni begann, gehörte auch eine Teambildungsmaßnahme, bei der Stärken und Schwächen der Mannschaft herausgearbeitet und thematisiert wurden. Erste Erfolge zeigten sich bereits bei mehreren Trainingsspielen und zwei Turnierbesuchen. Lediglich eine Knöchelverletzung von Jasmin Hauke trübte die Vorbereitung. Sie soll aber zum Saisonauftakt wieder eingesetzt werden können.

Im Schnaitheimer Lager sieht man sich gut gerüstet für die neue Spielzeit. Da die Mannschaft dieses Jahr in der Breite sehr gut aufgestellt sei, strebt man eine Verbesserung des letztjährigen sechsten Tabellenplatzes an, mit dem TSG am Ende sehr zufrieden war. Wenn man von Verletzungen verschont bleibe und die Mannschaft weiter von einem starken Teamgeist getragen werde, stehe einer erfolgreichen Runde nichts im Wege, verlautete aus Schnaitheim.

Teamgeist als Stärke

Auch die SG Herbrechtingen/Bolheim, die über die Relegation den Aufstieg in die Landesliga realisierte, zog vielversprechende Verstärkungen an Land. Allen voran Lisa Friedrich, die mit Bietigheim schon Bundesliga-Erfahrung sammelte. Die 26-Jährige, die an der Herbrechtinger Bibrisschule ihr Referendariat als angehende Grundschullehrerin absolviert, dürfte allerdings zum Auftakt noch fehlen. Nachdem sie im Februar einen Kreuzbandriss erlitten hatte, war sie zwar wieder einsatzfähig, zuletzt machten ihr aber Meniskusprobleme zu schaffen.

Auch die neue Torhüterin Marielle Serwe (zuletzt TV Steinheim, davor HSG Oberkochen/Königsbronn, in der Jugend TSG Schnaitheim) wird zum Auftakt urlaubsbedingt noch fehlen, weshalb für die ersten beiden Spiele Routinier Andrea Pataki reaktiviert wurde. Auch Steffi Renner (ebenfalls Urlaub) muss am Sonntag noch ersetzt werden. Der dritte Neuzugang ist Rückraumspielerin Mona Gerstmayr, die vom TV Gundelfingen kommt und bereits über einige Jahre Landesliga-Erfahrung verfügt.

Ansonsten vertraut Peter Prinz weitgehend auf den erfolgreichen Kader der Vorsaison. Das große Plus sei die mannschaftliche Geschlossenheit, bekräftigt der Trainer. Sein Team verfüge über einen großen Kampfgeist, er selbst lege zudem viel Wert auf Fitness und Kondition.

Mit der Vorbereitung zeigte sich der 50-Jährige, der einst in Langenau als Spieler in der 3.Liga aktiv war, sehr zufrieden. In den vergangenen Wochen maß der Aufsteiger seine Kräfte in Tests gegen drei Württembergligisten und je zwei Landes- bzw. Bezirksligisten und landete bis auf ein Unentschieden ausnahmslos Siege. Dies dürfe man allerdings angesichts der urlaubsbedingten Personalsituation der Klubs in dieser Zeit nicht überbewerten, sagt der Trainer.

In der zweiten Saison coacht Prinz, der in Pfuhl bei Neu-Ulm wohnt, die SHB-Handballerinnen, übernahm sie, als sie auf einem Platz im hinteren Tabellendrittel der Bezirksliga standen und führte sie in kurzer Zeit in die Landesliga. Dort, so sagt er, gehe es jetzt erst einmal ums Überleben: „Vielleicht kann man das Ziel ja dann im Lauf der Saison nochmals berichtigen.“

Beide starten am Sonntag mit einem Heimspiel

Zum Auftakt der neuen Saison starten die beiden Frauenhandball-Landesligisten am Sonntag jeweils mit Heimspielen. Beide bekommen es gleich mit Teams zu tun, die in der vergangenen Saison vordere Plätze belegten.

Die SG Herbrechtingen/Bolheim empfängt als ersten Gegner die MTG Wangen. Die Gäste schlossen die Spielzeit 2017/18 auf dem vierten Tabellenplatz ab. Spielbeginn ist am Sonntag um 15 Uhr in der Bibrishalle.

Die TSG Schnaitheim trifft zum Auftakt gleich auf den Vorjahres-Vizemeister TSV Urach, der nur zwei Punkte hinter Meister und Aufsteiger TSV Zizishausen platziert war. Anpfiff ist am Sonntag um 17 Uhr in der Ballspielhalle.

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