Bildung Regierungserklärung: Nur noch drei Realschulen im Kreis?

Andreas Stoch, Kultusminister Baden Württemberg Andreas Stoch, Kultusminister Baden Württemberg
Andreas Stoch, Kultusminister Baden Württemberg Andreas Stoch, Kultusminister Baden Württemberg © Foto: Oliver Vogel
Kreis Heidenheim / KLAUS DAMMANN 15.05.2013
Bei Ansetzen einer Mindestzahl von 40 Schülern für den Betrieb von fünften Klassen an weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg könnten nach Stand Ende März 2013 im ländlichen Raum des Kreisgebiets nur drei Realschulen weiter Unterricht anbieten.

Die zurückgehenden Schülerzahlen zwingen die Landesregierung zum Handeln in Bezug auf die regionale Schulentwicklung. In einer Regierungserklärung hat Kultusminister Andreas Stoch (SPD) am Mittwoch angekündigt, dass ein zweisäuliges Schulsystem aus Gymnasium und einem integrativen Bildungsweg als Ziel angestrebt werde.

Die regionale Schulentwicklung solle für stabile Verhältnisse sorgen und eine hohe pädagogische Qualität garantieren, so Stoch. Dies bedeute, dass für die weiterführenden Schulen Mindestschülerzahlen angestrebt würden, die „langfristige Stabilität versprechen“. Die Eingangsklassen dieser Schulen – also Hauptschule, Werkrealschule, Realschule und Gemeinschaftsschule – sollten mindestens 40 Schüler, Gymnasien mindestens 60 Schüler verzeichnen und damit stabil zweizügig sein. Grundschulen seien nicht betroffen.

Falls dies in aller Konsequenz so umgesetzt werden sollte, würde es auch für die Schullandschaft im Landkreis Heidenheim außerhalb der Städte Heidenheim, Giengen und Herbrechtingen deutliche Veränderungen bedeuten. Sollte die Zahl 40 als Mindestschülerzahl in den 5. Klassen der weiterführenden Schulen Anwendung finden, könnten im Vergleich mit den aktuellen Anmeldezahlen für das Schuljahr 2013/2014 (Stand Ende März 2013) nur drei Realschulen ihren Betrieb mit Eingangsklassen fortsetzen: die Realschule an der Georg-Elser-Schule in Königsbronn mit 40 Anmeldungen, die Realschule Sontheim/Brenz mit ebenfalls 40 Anmeldungen und die Realschule Gerstetten mit 41 Anmeldungen.

Deutlich unterhalb der Zahlengrenze liegen die Dischinger Egauschule, für die eine Gemeinschaftsschule genehmigt wurde, mit 18 Anmeldungen, die Werkrealschule Gerstetten (21), die Werkrealschule an der Georg-Elser-Schule Königsbronn (acht), die ohnehin vor dem Aus stehende Hauptschule Wiesbühlschule Nattheim (drei), die Werkrealschule Sontheim/Brenz (18), die Realschule Hillerschule Steinheim (27) und die Werkrealschule Seebergschule Söhnstetten (sieben).

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