Kreis Heidenheim Eichenprozessionsspinner erst ab Ende Mai giftig

Die Haare der Raupen des Eichenprozessionsspinners reizen Haut und Augen.
Die Haare der Raupen des Eichenprozessionsspinners reizen Haut und Augen. © Foto: privat
Kreis Heidenheim / Patrick Vetter 10.05.2018
Der Schmetterling breitet sich seit Jahren im Land aus. Die Haare seiner Raupe reizen die Haut.

Der Eichenprozessionsspinner tritt immer häufiger und zahlreicher in der Region auf. Eigentlich fühlt er sich in warmen und trockenen Gebieten wohl, seit zehn bis 15 Jahren, breite er sich aber auch im Süden und Osten Baden-Württembergs aus, so Klaus Riester, Fachbereichsleiter für Wald- und Naturschutz im Landratsamt. Der Schmetterling an sich verursacht keine Probleme, seine Raupe, die seit Mitte April schlüpft, aber schon.

Ob die Raupen auch wieder Bäume im Landkreis befallen haben, weiß Riester noch nicht. Im Vergleich zu anderen Regionen halte sich der Schaden, den die Raupe anrichte, bei uns in Grenzen. „Die Raupen befallen bei uns nur Bäume mit lichten Kronen am Waldrand. Sie verursachen keine forstwirtschaftlichen Probleme“, so Riester.

Bei Kontakt gerötete Haut und rote Augen

Auch läge der Anteil an Eichen im Landkreis bei gerade zwei Prozent, somit bestehe nicht die Gefahr einer schnellen Ausbreitung der Raupen. Die Gefahr für den Menschen aber bleibt: Kommt zum Beispiel ein Spaziergänger mit den Härchen der Raupe in Kontakt, kann das zu geröteter Haut und roten Augen führen. Werden die Haare der bis zu fünf Zentimeter langen Raupe verschluckt oder eingeatmet, verursachen sie Reizungen des Rachens und der Atemwege.

Insgesamt häutet sich die Raupe sechs mal

„Erst ab dem dritten Häutungsstadium haben die Raupen die giftigen Härchen“, erklärt Riester. Die Tiere sind zwar schon geschlüpft, würden aber erst Ende Mai oder im Juni giftig. Noch gilt also Entwarnung. Im Sommer kann es allerdings sein, dass befallene Bäume für Spaziergänger abgesperrt werden müssen. Die größte Gefahr gehe von den Gespinsten der Raupen aus, in die sie sich tagsüber zurückziehen und in denen sie sich auch häuten. Die Härchen der alten Häute fallen, so Riester, mit den Gespinsten vom Baum ab und verteilen sich, oder werden vom Wind auseinander getragen.

Insgesamt häutet sich die Raupe sechs mal, bevor sie im Sommer zum Schmetterling wird. Bis August legen die Schmetterlingsweibchen bis zu 300 Eier und sterben kurz darauf. Die Eier verbringen den Winter in den Baumkronen der Eichen, bis die neue Generation an Eichenprozessionsspinnern schlüpft.