Königsbronn Räuber Hotzenplotz ganz kindgerecht

Sind dem Räuber Hotzenplotz auf der Spur: Kasperl, Seppel und Wachtmeister Dimpfelmoser.
Sind dem Räuber Hotzenplotz auf der Spur: Kasperl, Seppel und Wachtmeister Dimpfelmoser. © Foto: Rudi Weber
Königsbronn / Marita Kasischke 01.08.2018
Die Spielgruppe Königsbronn zeigt am Brenzursprung das Theaterstücl „Neues vom Räuber Hotzenplotz“, der drollig wie eh und je daherkommt.

Fast wäre es der Regen gewesen, der den Räuber Hotzenplotz zur Strecke bringt. Bis kurz vor Beginn der Premiere am Samstag in Königsbronn musste noch gebangt werden, ob diese überhaupt stattfinden kann oder ob sie buchstäblich ins Wasser fallen müsse. Glücklicherweise hörte der Regen noch rechtzeitig auf, sodass die rund 90 Zuschauer die Aufführung auf der Freilichtbühne am Brenzursprung zwar mit Verspätung, aber ansonsten wie geplant erlebten.

Interaktion mit dem Publikum

„Neues vom Räuber Hotzenplotz“ bringt zwar alte, wohlbekannte Abenteuer – mittlerweile sind ja neue Geschichten von Otfried Preußler aufgetaucht – auf die Bühne, aber das tat der Freude vor allem des jungen Publikums keinerlei Abbruch. Im Gegenteil: Sie waren so bei der Sache, dass sie sich immer wieder in das Geschehen einbeziehen ließen.

Geschickt sind in der Inszenierung von Gaby Dömel immer wieder solche Momente der Interaktion enthalten. Ob das nun der Räuber Hotzenplotz – gespielt von Armin Dömel, der die Zuschauer auf vergnügliche Weise das Fürchten lehrt – ist oder Kasperl (Marvin Dömel) und Seppel (sehr talentiert und engagiert: Lukas Wust) mit dem Publikum in Dialog treten, oder ob gar der Krokodil-Langhaardackel (Erik Stolz), der versehentlich von Witwe Schlotterbeck verhext wurde, an den Zuschauern schnüffelt und bellt – die Kinder im Publikum gingen auf jeden Spaß ein und quittierten diesen mit großer Begeisterung. Ja, sogar ungefragt mischten sie sich in die Inszenierung ein: Aus allen Ecken kamen lautstark kindliche Warnrufe an die Großmutter, sie möge sich ja vor Räuber Hotzenplotz in Acht nehmen.

Von gutmütig bis trottelig

Ulrike Ribarek spielte die gutmütige und immer ein bisschen verwirrte Großmutter aber auch so fein, dass der Beschützerinstinkt im Publikum geweckt wurde. Stets auf die ordnungsgemäße Anrede mit korrektem Dienstgrad bedacht, aber ansonsten schon ein wenig trottelig ist Oberwachtmeister Dimpfelmoser (Jannis von Ohlen), und neu bei der Theaterspielgruppe ist Ann-Kathrine Bilic, die ihren Einstand mit der Rolle der Witwe Schlotterbeck gab. Ein gelungener Einstand: Bilic spielte frisch und frei, sie darf nur noch ein wenig lauter sprechen. Die Verständlichkeit der Texte war ohnehin nicht immer gegeben, auch daran sollte noch gearbeitet werden.

Gelegentlich zu zäh geraten

Um möglichst viele Spieler mit einzubeziehen, hat Gaby Dömel einen Zauberwald kreiert: Jugendliche und Erwachsene des Vereins waren als Bäume immer in Bewegung, um Hotzenplotz auf der Flucht mit Kasperl, Seppel und Dimpfelmoser als Verfolger auf den Fersen zu umrahmen.

Das Bühnenbild im Übrigen ist schlicht gehalten mit Spritzenhaus, Großmutter-Wohnung und Räubernest, liebevoll dagegen so manches Requisit: Das Feuerwehrauto, mit dem die Verfolgung des Räubers aufgenommen und gleichzeitig in die Pause gedüst wird, wird per pedes angetrieben, die Glaskugel von Hellseherin Schlotterbeck besteht aus Alufolie, das Gurkenfass ist genäht und damit ganz und gar nicht hölzern – solche Details werden vom Publikum durchaus honoriert.

Das Hauptaugenmerk der Inszenierung liegt aber eindeutig in der Drolligkeit der Geschichte. Und das kommt gut an, wenn auch der Ablauf gelegentlich ein wenig zäh gerät. Da könnte manches flotter von statten gehen. Schön wiederum ist der hohe Anteil an Musik: Kasperl und Seppel rappen sogar in einer eigenen Komposition in dieser insgesamt sehr kindgerechten Inszenierung.

Weitere Spieltermine

Das Kinderstück ist noch weitere vier Mal am Brenzursprung zu sehen. Aufgeführt wird „Neues vom Räuber Hotzenplotz“ am 4., 5., 11. und 12. August jeweils ab 17 Uhr. Karten gibt es an der Theaterkasse.

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