Landkreis Radel-Streit: Polizei und Bürgermeister einigen sich

Wie man sich im Straßenverkehr richtig erhält, lernen Grundschüler künftig auf Übungsplätzen in Heidenheim (Foto), Nattheim, Sontheim und Giengen.
Wie man sich im Straßenverkehr richtig erhält, lernen Grundschüler künftig auf Übungsplätzen in Heidenheim (Foto), Nattheim, Sontheim und Giengen. © Foto: Rudi Weber
Landkreis / Laura Strahl 07.09.2018
Kompromiss bei der Zentralisierung der Radfahrausbildung: Von einst 18 Übungsplätzen bleiben im Landkreis nun voraussichtlich vier erhalten.

Als im Herbst 2016 erstmals die Rede davon war, die Radfahrausbildung von kreisweit allen Grundschülern nach Heidenheim zu verlegen, war der Aufschrei groß. Vor allem für die Kinder aus den entfernteren Gemeinden bleibe bei einer Zentralisierung zu viel Zeit auf der Strecke, lautete die Kritik besorgter Eltern, Lehrer und Bürgermeister. Das Polizeipräsidium Ulm hielt dagegen: Aufgrund der Personalsituation sei die Zentralisierung sinnvoll. Zudem entsprächen die 18 meist auf Pausenhöfen oder vor Gemeindehallen aufgemalten Markierungen nicht mehr den Anforderungen.

Nattheim ist bereits genehmigt

Rund zwei Jahre und viele Diskussionen später sieht nun alles nach einem Kompromiss aus: Neben dem stationären Übungsplatz in Heidenheim soll es in Giengen, Nattheim und Sontheim/Brenz mobile Übungsplätze geben. Heißt? Die Polizeibeamten kommen für die Übungseinheiten dort hin, die nötigen Fahrräder stellt die Kreisverkehrswacht zur Verfügung. Zwei dieser mobilen Plätze, der an der Nattheimer Wiesbühlschule und der an der Sontheimer Gemeindehalle, wurden bereits an die geltenden Vorschriften angepasst und können jetzt beide mit einem Kreisverkehr aufwarten. Für den Platz an der Giengener Schwagehalle sind umfangreichere Arbeiten nötig. Baustart soll nach bereits im August erfolgter Ausschreibung im März 2019 sein. Mit der Fertigstellung rechnet man im Giengener Rathaus kommenden Juni.

Christian Nill ist zufrieden

Vier Plätze also – nicht nur einer. Sontheims Bürgermeister Matthias Kraut zeigt sich zufrieden mit dieser Entwicklung: „Es ist schön, dass wir eine Lösung gefunden haben, mit der das Polizeipräsidium und die Kommunen einverstanden sind.“ Zwar fehle noch die Abnahme des mit neuen Markierungen ausgestatteten Platzes durch die Polizei. Mit Problemen rechnet Kraut hierbei allerdings nicht. Und auch Ulms Polizeipräsident Christian Nill spricht von „reiner Formsache“. Im neuen Schuljahr kann es mit der Radfahrausbildung auf dem Sontheimer Platz also weitergehen. Und zwar nicht nur für die Schüler aus Sontheim und Brenz, sondern aller Voraussicht nach auch für jene aus den Nachbarorten Niederstotzingen und Hermaringen. Hier, so Kraut, müssten aber noch entsprechende Vereinbarungen mit den Gemeinden getroffen werden.

Nicht immer konfliktfrei

In Nattheim will man sich den für 3600 Euro ertüchtigten und bereits von der Polizei abgenommenen Platz ebenfalls mit einer anderen Gemeinde teilen. So sollen an der Wiesbühlschule künftig auch die Schüler aus Dischingen lernen, wie man sich im Straßenverkehr richtig verhält. Hinzu kommen jene Kinder, die im Teilort Auernheim zur Schule gehen. Bürgermeister Norbert Bereska, der das Thema in der Gemeinderatssitzung am 20. September noch einmal aufgreifen will, spricht von einer „super Sache“ für den ländlichen Raum: „Ich bin froh, dass die Kinder auch weiterhin vor Ort üben können.“ Polizeipräsident Nill habe sein Versprechen gehalten, so Bereska weiter, auch weitere Plätze zuzulassen, sofern diese die geforderten Vorgaben erfüllen.

Nill selbst blickt ebenfalls zufrieden auf das Ergebnis der intensiven und teils emotionalen Diskussion mit den Bürgermeistern. „Aus unserer Sicht haben wir eine gute Lösung hinbekommen.“ Denn: Durch die Reduktion von 18 auf vier Plätze lasse sich die Arbeit effektiver gestalten. Zudem sei mit einer qualitativ hochwertigeren Ausbildung zu rechnen, weil die Plätze nun den Normen entsprechen.

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