Windkraft Politik, Wirtschaft und Wissenschaft im Dialog

Energiewende? „Aber nicht auf dem Rücken der Bürger!“, sagt Roderich Kiesewetter. Das und mehr soll Thema beim Energiegespräch in Nattheim sein, das am 1. Juli stattfindet.
Energiewende? „Aber nicht auf dem Rücken der Bürger!“, sagt Roderich Kiesewetter. Das und mehr soll Thema beim Energiegespräch in Nattheim sein, das am 1. Juli stattfindet. © Foto: kdk
Nattheim / Annika Sinnl 24.05.2013
Welche Auswirkungen hat die Energiewende auf die Region? Darum soll es beim Energiegespräch in Nattheim gehen, das der Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter initiiert hat. Es sollen Forderungen formuliert werden. Eine steht schon fest: „Energie muss bezahlbar sein.“

Wie kann man die Energiewende in der Region mit eigenen Konzepten weiter vorantreiben? Und: Wie kann die Energiewende für die Region bezahlbar und zumutbar werden? Das sind die zwei Fragen, die im Mittelpunkt des Energiegesprächs stehen sollen, zu dem der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter am 1. Juli in die Nattheimer Gemeindehalle einlädt. „Auswirkungen der Energiewende auf unsere Region“ lautet das Thema.

Landräte, Oberbürgermeister, Bürgermeister und Ortsvorsteher des Wahlkreises Aalen-Heidenheim werden vor Ort sein. Ebenso Vertreter von Energieunternehmen sowie Vertreter der Wissenschaft. Das Gespräch läuft im Rahmen von Kiesewetters „Heiße-Eisen-Liste“, auf der die Dinge festgeschrieben sind, die er sich vorgenommen hatte, in der laufenden Legislaturperiode anzupacken.

Nach einem Grußwort von Nattheims Bürgermeister Norbert Bereska wird Kiesewetter einen Vortrag halten – Thema „Energiewende auf Bundesebene“. Über die Energiewende auf regionaler Ebene werden Frank Hose (ENBW ODR), Ulrich Janischka (Transnet BW), Thomas Eble (Vorstand Regionalverband Ostwürttemberg), Cord Müller (Geschäftsführer Stadtwerke Aalen), Dieter Brünner (Direktor Stadtwerke Heidenheim) und Prof. Dr. Martina Hofmann von der Hochschule Aalen sprechen, wo Kiesewetter einen Lehrstuhl für erneuerbare Energien ins Leben gerufen hat. Eine Diskussion soll sich anschließen.

Kiesewetter ist sich der Brisanz der Energiewende bewusst: „Damit steht und fällt die wirtschaftliche Zukunft unserer Region“, erklärt er. Hier in der Region laufe in Sachen Energiewende sehr viel, es gebe viele Photovoltaikanlagen und etwa den Windpark in Gnannenweiler. Weil viel Energie ins Netz eingespeist würde, seien die Stromkosten auch entsprechend hoch. Der Grund: „Die Kosten für den Netzausbau werden auf die Region umgelegt. Man geht davon aus, dass eine Region, die viel einspeist, viele Subventionen erhält und damit auch viel bezahlen kann“, erklärt Kiesewetter. Dies treffe ja aber nicht auf den Großteil der Bürger zu. Für die Bemühungen, die Energiewende voranzubringen, dürfe man nicht auch noch bestraft werden. Die Energiewende dürfe nicht auf dem Rücken der Bürger ausgetragen werden. „Wir brauchen bezahlbare Energie“, fordert er. Über kurz oder lang seien davon auch die Standortfaktoren betroffen. Denn wenn der Strom vor Ort zu teuer sei, sei man für Unternehmen nicht mehr attraktiv.

Kiesewetter geht noch weiter: Es könne nicht sein, dass so mancher Konzern in den vergangenen Jahren nicht investiert habe und nun die Gunst der Stunde – also die Energiewende – nutze. Auch den geplanten Leitungsausbau für saubere Energie von Norddeutschland her betreffend, sieht Kiesewetter kritisch, weil er wiederum auf Kosten der Bevölkerung gehe. „Ob man den Ausbau in diesem Umfang braucht, ist fraglich“, so Kiesewetter. All das will er in Nattheim thematisieren. Er betont: „Der gesamte Komplex Energiewende, also auch etwa Energieeinsparen und Energieeffizienz, soll Thema sein.“ Ihm gehe es schlichtweg darum, auch die Akzeptanz für die Energiewende zu steigern. Denn wenn Energie immer teurer werde, könne es damit schwierig werden.

Der Politiker hebt hervor, dass das Energiegespräch keine CDU-Veranstaltung, sondern vielmehr eine Kiesewetter-Veranstaltung sei. In erster Linie sei es ihm wichtig, Anregungen und Antworten zu bekommen. Kiesewetter: „Ich möchte dann auch klare Forderungen formulieren. An die Politik und an die Wirtschaft.“

Info Das Energiegespräch ist eine öffentliche Veranstaltung. Auch die Bürgerschaft ist am 1. Juli in die Nattheimer Gemeindehalle eingeladen. Beginn ist um 16 Uhr, Ende gegen 19 Uhr.
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