Abt Pater Albert Knebel weiter an Neresheimer Klosterspitze

Neresheim / Klaus-Dieter Kirschner 10.03.2015
Der neue Klostervorsteher in Neresheim ist gar nicht so neu: Die Benediktiner-Mönche wählten Pater Albert Knebel für weitere drei Jahre zum Prior-Administrator. Offiziell hat er damit zwar nicht den Titel des Abtes inne, besitzt als Leiter aber die gleichen Rechte und Pflichten.

Lediglich auf die Insignien eines Abtes wie Hirtenstab, Mitra, Brustkreuz und Bischofsring verzichtet der Klostervorsteher. Das wiederum wird auf dem Ulrichsberg als ein Zeichen neuer Bescheidenheit der katholischen Kirche gesehen.


Schon zehn Minuten vor 11 Uhr war am Dienstag, 10. März, entschieden, wer der 44. Obere im Benediktinerkloster geworden ist. Alle Glocken erklangen und verkündeten damit vom Turm der Klosterkirche: „Wir haben wieder einen Klostervorsteher.“ Der Konvent, dem gerade noch zehn Mönche angehören, zog zusammen mit Abtpräses Dr. Albert Schmidt (Beuron) und dem Abt Laurentius Schlieker (Gerleve/Westfalen) in die Klosterkirche ein. Dabei war bereits ersichtlich, wer künftig das Sagen hat. Als letzter kam der bisherige Prior-Administrator, der anschließend in sein Amt eingesetzt wurde und dem die Mitbrüder den Gehorsam versprachen.

Die Abtwahl ist geheim. Und so erfährt auch niemand, wie viele Wahlgänge letztlich nötig waren, bis mindestens eine Zwei-Drittel-Mehrheit erreicht war. Doch im Vorfeld der Wahl, also nicht am Wahltag, entscheidet ein Konvent, ob künftig ein Abt oder „nur“ ein Administrator an der Spitze steht. Letzterer ist jeweils drei Jahre im Amt. Ein Abt hingegen kann für zwölf Jahre oder aber auf Lebenszeit (längstens bis zum 76. Geburtstag) gewählt werden. Wahlberechtigt sind alle Angehörige des Konvents, die ein Ordensgelübde abgelegt haben.

Bei der Wahl durfte Albert Knebel nicht sein „Kreuzle“ auf dem Stimmzettel machen: „Ich hatte als Amtsinhaber kein Wahlrecht und habe folglich in meinem Büro gewartet, bis ich gerufen wurde zur Verkündung des Wahlergebnisses.“ Knebel zeigte sich keineswegs enttäuscht, „dass ich heute nicht zum Abt sondern wieder zum Administrator gewählt wurde. Trotzdem bin ich der Leiter dieses Klosters mit all den Rechten und Pflichten, die ein Abt auch hat.“ Im Vorfeld der Wahl im Kapitelsaal war Knebel übrigens nicht gefragt worden, was er denn werden wolle. Die Entscheidung liege allein beim Konvent.

Ein bisschen plauderten die beiden Äbte dann doch aus der Schule. So habe ein Abt ein eigenes Siegel, ein Administrator führe dagegen nur das Siegel des Klosters. Nach der (Wieder-)-Wahl habe Albert Knebel das Klostersiegel bekommen und auch die Schlüssel zum Kloster. Während Bischöfe und Äbte einen biblischen Wahlspruch haben, hat das ein Administrator nicht. Gleichwohl aber hat der 57 Jahre alte Knebel ein Bibelwort, „das mich durch jeden neuen Tag begleitet“: „Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“ (2. Timotheus, 1, 7).

Die bisherigen Mitbrüder würden alle ihre bisherigen Aufgaben weiter versehen. Wie in den vergangenen drei Jahren bleibt der 45 Jahre alte Pater Gregor Hammes Suprior (also Knebels Stellvertreter). Hammes führte das Kloster über das Wochenende, nachdem am Samstag Knebels (erste) Amtszeit offiziell zu Ende gegangen war.

Pater Hugo Weihermüller spielte die Orgel in der Turmkapelle, als mit einer Messe der Heilige Geist um eine weise Entscheidung bei der Abtwahl angefleht wurde. Dr. Albert Schmidt hielt die Predigt, sprach darüber, dass Gott die Menschen erwählt habe und diese versuchten, „Gottes Willen zu tun.“

Bei der späteren Amtseinsetzung des neuen Oberen mahnte der Abtpräses den Konvent, in allen Fragen den neuen Klostervorsteher zu unterstützten. Die Gemeinde bleibe aufgerufen, all die Arbeit im Gebet zu begleiten.

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