Niederstotzingen Draufgeblickt (7): Vom Lonido zum Wohngebiet

Knapp drei Jahre liegen zwischen diesen beiden Bildern. Im Juli 2015 (links) war der Bürgerpark in Niederstotzingen noch ein Park, an dessen Rand das Freizeitbad Lonido stand. Nach dessen Schließung und Abbruch wurde der Bürgerpark zum neuen Wohnbaugebiet, wie das 2018 aufgenommene Bild rechts zeigt.
Knapp drei Jahre liegen zwischen diesen beiden Bildern. Im Juli 2015 (links) war der Bürgerpark in Niederstotzingen noch ein Park, an dessen Rand das Freizeitbad Lonido stand. Nach dessen Schließung und Abbruch wurde der Bürgerpark zum neuen Wohnbaugebiet, wie das 2018 aufgenommene Bild rechts zeigt. © Foto: Fotos: Geyer Luftbild
Niederstotzingen / Klaus Dammann 07.08.2018
Erholung und Badespaß waren im Niederstotzinger Bürgerpark über Jahrzehnte geboten. Als die Lonido-Gästezahl zu stark abnahm, war Schluss. Heute entwickelt sich hier ein Wohngebiet.

Das Bedauern in der Bevölkerung war groß, als Anfang des Jahres 2011 die Entscheidung fiel: Angesichts eklatant zurückgehender Besucherzahlen, steigender Unterhaltungskosten und eines anstehenden Sanierungsbedarfs von geschätzt mindestens 2,5 Millionen Euro beschloss der Niederstotzinger Gemeinderat, das Freizeitbad Lonido beim Bürgerpark endgültig zu schließen.

Für die Stadt war die Einrichtung nicht mehr wirtschaftlich darstellbar. Die Schließung hatte aber auch Folgen. So musste der Schwimmunterricht für die Schule neu geregelt werden, Schwimmgruppen mussten sich auf andere Bäder umorientieren und auch die DLRG hatte einen Übungsbereich verloren.

Zunächst vorallem für die Schule genutzt

Das Lonido war 1967 zunächst als reine Schwimmhalle, vor allem für die Schule, aber auch für öffentlichen Badebetrieb eröffnet worden. 1992 wurde um- und ausgebaut: Hinzu kamen Kinderplanschbecken, Sauna und die beliebte, außen angebrachte Wasserrutsche. Geschlossen wurde das Bad dann im Juni 2011, Ende 2015 begann der Abbruch.

Schon ein halbes Jahr zuvor hatten in Verwaltung und Gemeinderat die Überlegungen begonnen, das ganze Areal Bürgerpark, an dessen Rand das Lonido stand, im Sinne einer Innenverdichtung in ein Baugebiet für Wohnhäuser umzuwandeln. Die Planung dazu wurde über das Jahr 2015 hin verfolgt.

Weichen mussten die Bäume, die auf dem Gelände standen. 2016 lief dann die Erschließung des neuen Wohnbaugebiets, das den alten Namen behielt: Bürgerpark. 8120 Quadratmeter ist es groß, zentrale Erschließungsstraße ist die neu angelegte Rechtensteinstraße.

Drei Mehrfamilienhäußer sind bald fertig

Inzwischen ist bereits fleißig gebaut worden im Bürgerpark. Eine ganze Reihe von Einzelhäusern ist entstanden und weitere sollen noch errichtet werden. Hinzu kommen drei Mehrfamilienhäuser, die ebenfalls schon sehr weit fortgeschritten sind in ihrer baulichen Entwicklung.

Und schließlich haben die Arbeiten für die Gestaltung der Außenanlagen des südlich der Schule gelegenen Wohngebiets begonnen. Hier sind Bereiche für ältere Kinder mit Begegnungsarealen und Spielmöglichkeiten sowie für jüngere Kinder vorgesehen. Begrünung wird auch im neuen Bürgerpark ein wichtiger Aspekt sein.

Das Lonido: Baukosten und Niedergang einer Niederstotzinger Einrichtung

Aus einem Wettbewerb mit 36 Planungen ging der Entwurf für das Lonido einst hervor. Als es 1967 fertiggestellt war, lagen die Baukosten bei 1,1 Millionen Euro. Seinen Namen bekam das Hallenbad erst im Zuge der 25 Jahre später erfolgten Sanierung mit Umbau zum Freizeitbad: Die Bezeichnung Lonido ging ebenfalls aus einem Wettbewerb hervor und steht für Niederstotzingen zwischen Lone und Donau.

3,7 Millionen Euro für Umbau ausgegeben

Für den Umbau 1992 gab die Stadt 3,7 Millionen Euro aus. Saunalandschaft, Kinderbecken und die große Röhrenrutsche kamen hinzu. Das Lonido war damals als Schwimmbad überaus gefragt, auch für Gruppen wie die DLRG und diverse Kurse.

Ein Besucherrekord wurde 1998 nochmals verzeichnet. In jenem Jahr zählte man 61 909 Badegäste im Lonido. Danach ging es fast alljährlich bergab. 2002 war letztmals das ganze Jahr geöffnet und es kamen 36 990 Schwimmer und Saunabesucher. Als 2006 reduzierte Öffnungszeiten eingeführt wurden, waren es noch 15 036.

Das Ende war dann 2010 erreicht. Der Badebetrieb verteilte sich über neun Monate, doch die Zahl der Gäste lag nur noch bei 6153. Der Stadt zufolge war gerade auch der Anteil von Lonido-Besuchern aus Niederstotzingen selbst besonders rückläufig.

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