Verkehr Otto-Merz-Straße wird von Grund auf saniert

Das teuerste Pflaster für die Stadt in diesem Jahr. Eine Million Euro kostet die Sanierung der Otto-Merz-Straße. Ihren Allee-Charakter wird sie dabei nicht verlieren.
Das teuerste Pflaster für die Stadt in diesem Jahr. Eine Million Euro kostet die Sanierung der Otto-Merz-Straße. Ihren Allee-Charakter wird sie dabei nicht verlieren. © Foto: Rudi Weber
Herbrechtingen / Günter Trittner 17.02.2014
400 Meter lang ist die Otto-Merz-Straße zwischen dem Bindsteinweg und der Brückenstraße. Ab April wird sie zur teuersten Baustelle der Stadt in diesem Jahr. Die von Allee-Bäumen gesäumte Straße wird von Grund auf saniert. Eine Million Euro sind einkalkuliert.

Die Allee-Bäume waren es auch gewesen, welche für die augenscheinlichsten Anzeigen eines Sanierungsbedarfs gesorgt haben. Von „enormen Verwerfungen“ durch das Wurzelwerk sprach Dieter Frank, der Leiter des Fachbereichs Bau, vor den Mitgliedern des Ausschusses für Umwelt, Bauwesen und Verkehrsangelegenheiten. Einige der ursprünglich 33 Bäume habe man auch schon fällen müssen.

Aber auch unter der Fahrbahndecke ist die Welt nicht mehr in Ordnung. Der Mischwasserkanal ist zu klein und defekt, es komme zu Rückstauproblemen in anliegenden Gebäuden, so Frank. Schadhaft seien auch die Gas- und Wasserleitungen. Und selbst die Straßenbeleuchtung habe ihre Macken.

Damit die Sanierungsarbeiten aufgenommen werden können, werden zuerst die Allee-Bäume gefällt. Mit einem Alter von 50 und 60 Jahren wären sie nach Ansicht des Beigeordneten Thomas Diem sowieso erntereif. Nachgepflanzt werden an der bergwärts liegenden Straßenseite 13 Bäume, deren Wurzeln aber so gefasst werden, dass keine Straßenschäden mehr entstehen können. „Die Straße soll ihren Charakter behalten“, verteidigte Frank die Planung gegen den Vorschlag von Stadträtin Annette Rabausch (Freie Wähler), es mit Büschen zu versuchen. „Auf diese Länge der Straße braucht es Bäume“, meinte auch Diem.

Der neue Abwasserkanal wird mit 500 Millimeter doppelt so groß sein wie sein Vorgänger. Gleichzeitig wird ein Lehrrohr verlegt, in das ein Glasfaserkabel für schnelles Internet eingeschoben werden kann. Auch die Stromleitung wird in Zukunft unterirdisch sichergestellt.

Mit 13 Metern Breite ist die Otto-Merz-Straße für eine Wohngebietsstraße üppig dimensioniert. Die Stadt will diese Fläche auch halten, nur etwas anders aufteilen. Beiderseits sind Gehwege mit einer Breite von 2,25 Metern vorgesehen und einseitig ein Grün- und Parkstreifen mit 2,50 Meter. Für die Straße selbst bleiben sechs Meter. Aus Kostengründen, so Dieter Frank, werde man den Gehweg nicht pflastern, sondern auch asphaltieren. An der Kreuzung mit dem Alemannenweg setzt die Verwaltung indes auf Granit in Beton. Mit dem festen Stein soll ein kleiner Platz ausgeformt werden, der auf der Tempo-30-Straße nochmals als Bremse wirkt und vom Verkehr umfahren werden muss. Willi Wiedenmann (Freie Wähler) blieb dennoch skeptisch und hätte auch hier Asphalt vorgezogen. Man habe mit Pflasterungen schon häufig schlechte Erfahrungen gemacht. Da die Sanierung der Otto-Merz-Straße bis in die Weberstraße ausgreift, soll auch die „Schanze“ beim Bindsteinweg entschärft werden. Stadtrat Rolf Häußler (Freie Wähler), wies darauf hin, dass im Bereich der Arztpraxis genügend Parkplätze sein sollten.

Helmut Pfleiderer (Freie Wähler) regte an, das Oberflächenwasser separat abzuführen, damit nicht dieses nicht nach Mergelstetten ins Klärwerk gepumpt werde und unnötig Kosten verursache. Im Stadtgarten könnte dafür eine Sickermulde angelegt werden, der Anschluss könnte über den Alemannenweg erfolgen. Diem sicherte zu, den Vorschlag zu prüfen und dem Gemeinderat, der kommenden Donnerstag den Baubeschluss fassen soll, auch eine Kostenschätzung vorzulegen. „Wir schauen nach, ob es geht.“

Der von der Stadtverwaltung vorschlagene Zeitplan sieht vor, dass nach dem Baubeschluss am 20. Februar die Bauarbeiten sofort ausgeschrieben und bei der März-Sitzung des Gemeinderats vergeben werden. Danach könnte am 1. April im Bereich Brückenstraße bis Alemannenweg als erstem Bauabschnitt mit der Sanierung begonnen werden. Im Dezember dieses Jahres soll Otto-Merz-Straße wieder hergerichtet sein. Nächstens wird sie dann von LED-Lampen erhellt.

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