Straßenbau Ortsdurchfahrt Dischingen: Für die Anlieger ist Ruhe eingekehrt

Nach drei Jahren Bauzeit ist die Dischinger Ortsdurchfahrt fertig ausgebaut. Gestern war offizielle Einweihung.
Nach drei Jahren Bauzeit ist die Dischinger Ortsdurchfahrt fertig ausgebaut. Gestern war offizielle Einweihung. © Foto: Sabrina Balzer
Dischingen / Klaus Dammann 08.12.2017
Nach dreijähriger Bauzeit haben Dreck, Baulärm und Umleitungen in Dischingen ein Ende. Gestern wurde die sanierte und ausgebaute Straße bei einer Feierstunde offiziell eingeweiht.

Die Freude über den Abschluss der Bauarbeiten war allerseits groß gestern bei der Einweihung der sanierten Ortsdurchfahrt. Einzig das Wetter wollte nicht mitspielen und so wurde die Feierstunde vom Vor-Ort-Termin zur Zusammenkunft im Saale, sprich in der Egauhalle. Immerhin bestand durch deren Fenster noch Blickkontakt für die Gäste zur an der Nothelferkapelle vorbeiführenden Ballmertshofener Landesstraße.

Neben offiziellen Teilnehmern wie dem AfD-Landtagsabgeordneten Dr. Heiner Merz, dem Leitenden Baudirektor beim Regierungspräsidium Stuttgart (Außenstelle Ellwangen), Christian Schwarz, und dem Ersten Landesbeamten Peter Polta in Vertretung des Landrats hatte die Gemeinde auch die zahlreichen Anlieger eingeladen, die drei Jahre lang alle Belästigungen durch die Bauarbeiten ertragen mussten. Und viele waren dieser Einladung auch gefolgt.

Bürgermeister Alfons Jakl erinnerte in seiner Ansprache an die Genese und den Ablauf des Straßenausbaus. In drei Bauabschnitten – Torstraße, Schlossstraße und Ballmertshofener Straße – waren die Arbeiten von 2015 bis 2017 erfolgt und vor wenigen Tagen beendet worden. Jakl hob auch die Einschränkungen für die Bürger durch die während der Bauzeit notwendigen Sperrungen und die weitläufigen Umleitungen für den Verkehr hervor.

30 Jahre Wartezeit

„Über 30 Jahre hat Dischingen beim Land auf den Ausbau der Ortsdurchfahrt gedrängt“, so Jakl. Der Zustand der Straße sei „katastrophal“ gewesen. Als die Gemeinde die Erneuerung der Wasserleitung und die Kanalsanierung plante, habe das Land 2011 die Bereitschaft zur Straßensanierung signalisiert.

Die Gesamtkosten bezifferte der Bürgermeister auf rund 3,22 Millionen Euro, von denen das Land etwa 950 000 Euro für Fahrbahnbelag, Querungshilfen, Bushaltestellen und Breitband-Leerrohrverlegung beigesteuert habe. Abzüglich der erhaltenen Zuschüsse müsse die Gemeinde selbst etwas über 1,3 Millionen Euro finanzieren.

An Baudirektor Christian Schwarz gewandt, sagte Jakl vorausschauend: „Wir warten sehnsüchtig auf den Lückenschluss beim Radweg nach Bayern.“ Und auch die Ortsdurchfahrt von Ballmertshofen müsse man sich einmal anschauen, da sie stark in Mitleidenschaft gezogen sei.

Auf den Umfang der Bauarbeiten ging anschließend der für die Planung zuständige Ingenieur Helmut Kolb aus Steinheim ein. Der 2015 ausgeführte erste Bauabschnitt Torstraße sei etwa 430 Meter lang und unter anderem aufgrund von zu beseitigenden Engstellen und zu versetzenden Mauern kompliziert gewesen. Abschnitt zwei aus dem Jahr 2016 – Schlossstraße – sei mit seinen 290 Metern dagegen einfacher zu machen gewesen. Schließlich folgte in diesem Jahr der dritte Bauabschnitt Ballmertshofener Straße, der mit 450 Metern auch der längste war.

Neben dem Straßenbau sei im gesamten Ausbaubereich die Kanalisation saniert oder verbessert worden, so Kolb „Sie ist jetzt komplett wieder in gutem Zustand.“ Ausgetauscht und vergrößert wurde die Trinkwasserleitung. Auch Hausanschlüsse habe man erneuert und Leerrohre für Breitbandversorgung durch Glasfaser verlegt. Die Straßenbeleuchtung wurde auf LED-Technik umgestellt.

Verbesserungen für den Verkehr

An der Straße seien Kurvenradien aufgeweitet worden, zur Geschwindigkeitsreduzierung wurden Fahrbahn-Verschwenkungen angelegt, Gehwege wurden verbreitert und neu angelegt, Flächen wurden neu gestaltet, berichtete Kolb. „Wir haben eine gut funktionierende Straße erhalten.“

Zum Abschluss des offiziellen Teils sprach Pfarrer Dr. Dietmar Horst anstelle der Straßenweihe ein Segensgebet. Angesichts der Entfernung der Egauhalle zur Ortsdurchfahrt sagte er schmunzelnd: „So ein Segen ist etwas Starkes und reicht mindestens bis zur Ballmertshofener Straße hoch.“

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